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Göschenen soll in Nachhaltigkeit investieren

Das Elektrizitätswerk und die Gemeinde Göschenen wollen in eine neue Fernwärmeleitung investieren. Den Bau der zweiten Röhre am Gotthard will man nutzen, um die Kosten zu senken.
Bruno Arnold
Göschenen will die Gunst der Stunde nutzen und während des Baus der 2. Röhre nachhaltige Infrastruktur erhalten. (Bild: urh)

Göschenen will die Gunst der Stunde nutzen und während des Baus der 2. Röhre nachhaltige Infrastruktur erhalten. (Bild: urh)

Göschenen wird ab 2020 zur Grossbaustelle. Das Bundesamt für Strassen (Astra) rechnet für die Realisierung der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels ab Vergabe der Hauptarbeiten mit rund sieben Jahren respektive von 2020 bis 2027 (siehe auch www.astra.admin.ch). Danach kann die bestehende Röhre geschlossen und saniert werden. Im besten Fall stehen ab 2030 beide Röhren für den Verkehr zur Verfügung.

Das Astra möchte in Göschenen zusammen mit Kanton und Gemeinde für alle nötigen Installationen und Bauten nachhaltige Lösungen finden. So soll etwa zur Beheizung der Mannschaftsunterkünfte an der Göschener- alpstrasse vom Fernheizwerk der Heizwerk Gotthard AG östlich des Bahnhofs eine neue Fernwärmeleitung ins Dorf respektive an die Göscheneralpstrasse gezogen werden.

Die Gemeinde Göschenen will die neue Leitung auch für ihre Zwecke nutzen können. Am 19. Mai wird deshalb an der Urne über drei Kredite von insgesamt 1,665 Millionen Franken abgestimmt. Konkret geht es um:

ein Kreditbegehren des Elektrizitätswerks Göschenen (EWG) von 1,14 Millionen Franken für die Erstellung einer Fernwärmeleitung;ein Kreditbegehren des EWG von 435’000 Franken für die Verlegung von Kabelschutzrohren; ein Kreditbegehren des Gemeinderates von 90’000 Franken für die Sanierung der Strasse Winterhalte.

Zum ersten Kredit: Neben den Mannschaftsunterkünften möchten Gemeinderat und Verwaltungsrat des EWG mit der neuen Leitung auch das SBB-Stationsgebäude und das dortige nordseitige Infozentrum, die gemeindeeigenen Liegenschaften (Schulhaus/Pfarrhaus, Mehrzweckge- bäude und Villa Bergruh) sowie Privatliegenschaften beheizen können. Die neue Fernwärmeleitung würde vom Fernheizwerk der Heizwerk Gotthard AG unter der SBB-Gleisanlage hindurch bis zur Göscheneralpstrasse verlegt – mit einem Abgang zur Wärmeversorgung des Bahnhofgebäudes. Mit sämtlichen betroffenen Grundeigentümern sind Gespräche betreffend der Durchleitungsrechte geführt worden. «Die Rückmeldungen sind allesamt positiv verlaufen und entsprechende Vereinbarungen liegen vor», schreibt der Gemeinderat in der Abstimmungsbotschaft.

Astra beteiligt sich einmalig und pauschal

Für die Fernwärmeleitung wird mit Kosten von 1,9 Millionen Franken gerechnet. Das Astra hat eine Beteiligung von 760’000 Franken zugesichert, dass sich die Investitionskosten für das EWG auf 1,14 Millionen Franken belaufen würden.

Kabelschutzrohre und Strasse Winterhalte

Zum zweiten Kredit: Parallel zur Erstellung der Fernwärmeleitung plant das Astra, auf einem rund 600 Meter langen Abschnitt zwischen den Garagen des Kraftwerks Göschenen und der SBB-Unterstossung eine Löschwasserleitung und ein Kabelschutzrohr zu verlegen.

Das EWG möchte im Zusammenhang mit den entsprechenden Grabenarbeiten Synergien nutzen. Konkret sollen für jetzige und spätere Erschliessungen leere Kabelschutzrohre verlegt werden. Es wird mit Kosten von 435’000 Franken gerechnet.

Zum dritten Kredit: Der Strassenabschnitt zur Kirche ist an einigen Orten in einem schlechten Zustand. «Da aber der Kabelkanal von der Gotthardstrasse zur Kirche verläuft und die Grabenbreite zirka 1,5 Meter beträgt, macht es Sinn, den Strassenabschnitt ab der Einfahrt in die Gotthardstrasse bis zur Winterhalte 3 gleichzeitig mit dem Bau der Fernwärme auf der ganzen Breite zu sanieren», hält der Gemeinderat in der Botschaft fest. Die Kosten für die Strasseninstandstellung im Bereich der Werkleitungsgräben werden durch die mitbeteiligten Werke übernommen. Durch die Strasseninstandstellung ausserhalb des Werkleitungsbereichs entstehen für die Gemeinde Kosten von 90’000 Franken.

Fernwärmenetz soll im Sommer 2021 fertig sein

Sagt die Bevölkerung am 19. Mai Ja zu den drei Kreditbegehren, wird im Sommer 2019 das Bewilligungsverfahren durchgeführt. Die ersten Vorbereitungsarbeiten sollen 2019 erfolgen, der Beginn des Leitungsbaus im Siedlungsgebiet Ausserdorf, Winterhalte und Breiti im Jahr 2020. Läuft alles nach Plan, dürfte das Fernwärmenetz Göschenen im Sommerhalbjahr 2021 fertiggestellt sein und im Winter 2021/2022 den Betrieb aufnehmen. Dannzumal sollen auch die ersten temporären Infrastrukturanlagen für die Grossbaustelle zweite Röhre am Gotthard genutzt und mit Wärme ab dem Netz Göschenen beheizt werden. «Der Gemeinderat sowie der EWG-Verwaltungsrat sind überzeugt, dass es sich bei der geplanten Fernwärmeleitung um ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Projekt handelt», heisst es in der Botschaft.

«Holz ist ein sich dauernd erneuernder Rohstoff und CO2-neutral. Jeder Anschluss leistet somit einen Beitrag an die Pflege der Schutzwälder und an den Umweltschutz.» Die Verantwortlichen der Gemeinde und des EWG sind überzeugt, «dass in absehbarer Zeit ein Gewinn erwirtschaftet werden kann» und empfehlen daher ein Ja zu allen Kreditvorlagen.

Diverse Anlagen bleiben

(bar) Die neue Fernwärmeleitung, die das Astra für die Beheizung der Mannschaftsunterkünfte verlegen will, ist nicht die einzige Infrastrukturanlage, die nach dem Bau der zweiten Röhre bestehen bleiben wird. So ist vorgesehen, eine für die Bauarbeiten nötige Brückenverbindung zum Bahnhof langfristig als Fussgängerpasserelle zur künftigen Talstation der Luftseilbahn Göschenen–Gütsch zu nutzen. Östlich des Bahnhofs Göschenen sind ausserdem Schutzmassnahmen gegen Steinschlag und Lawinen vorgesehen, die ebenfalls bestehen bleiben. Zudem soll das Infozentrum im Bahnhofgebäude ein Umsteige- und Begegnungszentrum von langfristig regionaler Bedeutung werden.

Defizit 2018 fällt geringer aus

Dorfgemeinde  Am Freitag, 10. Mai, 19.30 Uhr, findet in der Aula elf-elf die ordentliche Gemeindeversammlung statt. Im Zentrum steht die Rechnung der Einwohnergemeinde und des EW Göschenen.
Die Gemeinderechnung 2018 schliesst bei einem Aufwand von 2,165 Millionen Franken mit einem Defizit von rund 13’000 Franken ab. Budgetiert worden waren Mehrausgaben von 90000 Franken. Das Eigenkapital belief sich Ende 2018 auf 370’000 Franken.

Dass die Rechnung besser abschliesst als budgetiert, ist hauptsächlich auf die Mehreinnahmen beim Konto Quellensteuern (+197’000 Franken) zurückzuführen. Mehrausgaben von rund 25’000 Franken waren beim Konto Gemeindestrassen aufgrund der Instandstellungen Unterdorfstrasse und Strasse Juppi zu verzeichnen. Die neue Aula elf-elf konnte im Sommer 2018 eröffnet und eingeweiht werden. Auf dem neu umgebauten Gebäude wurden ordentliche Abschreibungen in der Höhe von 294’000 Franken getätigt.

Netto rund 2 Millionen Franken investiert

Die Investitionsrechnung schloss mit Nettoinvestitionen von 2,054 Millionen. Den Hauptanteil machte die zweite Etappe der Sanierung des Hallenbads (2,078 Millionen Franken) aus.
Die Laufende Rechnung 2018 des EW Göschenen schliesst bei einem Ertrag von 811’000 Franken mit Mehreinnahmen von knapp 12’000 Franken ab. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 4500 Franken. Das Eigenkapital belief sich per 31. Dezember auf total 351’000 Franken.
Traktandiert ist an der Gemeindeversammlung zudem ein Kreditbegehren von 18’800 Franken für die Rohrverlegung der Wasserversorgung Göschenen. Vorausgesetzt wird allerdings die Annahme der Kredite rund um die Fernwärmeversorgung.

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