Seelsorge
Priestermangel in Uri – mehrere personelle Wechsel stehen bevor

Der Wegzug des Erstfelder Pfarrers hinterlässt im Dekanat Lücken, die nun geschlossen werden müssen. In verschiedenen Pfarreien kommt es daher zu personellen Veränderungen.

Markus Zwyssig
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Auch in Schattdorf gibt es einen Wechsel. Vikar Hermann Mbuinga wechselt nach Erstfeld.

Auch in Schattdorf gibt es einen Wechsel. Vikar Hermann Mbuinga wechselt nach Erstfeld.

Bild: Urs Hanhart

Genügend Seelsorger zu finden, das wird auch im Kanton Uri immer schwieriger. «Das Personal wird knapper», stellt der Altdorfer Pfarrer und Dekan Daniel Krieg fest. «Immer mehr Priester kommen von anderen Ländern zu uns.» Froh sei man aber auch um Seelsorger, die im fortgeschrittenen Alter weiterhin in den Pfarreien mithelfen respektive die bereit sind, sich stärker zu engagieren.

Relativ kurzfristig ist in Erstfeld eine Lücke entstanden, weil Pfarrer Viktor Hürlimann Mitte August nach Rothenthurm wechselt. Diese muss nun geschlossen werden, was zu verschiedenen personellen Veränderungen in mehreren Pfarreien führt. «Wir mussten ziemlich schnell Lösungen finden», schildert Daniel Krieg die Situation.

Schattdorfer Vikar wechselt nach Erstfeld

Vikar Hermann Ngoma Mbuinga wechselt nach Erstfeld.

Vikar Hermann Ngoma Mbuinga wechselt nach Erstfeld.

Bild: Markus Zwyssig (Schattdorf, 4. November 2019)

Hermann Mbuinga, zurzeit Vikar in Schattdorf, wird auf den 15. August in die Pfarrei Erstfeld wechseln. Er wird neu dort als Vikar tätig sein. Martin Kopp übernimmt die Pfarradministration von Erstfeld in Teilzeit. Kopp war bis vor rund einem Jahr Generalvikar für die Urschweiz. Der Churer Übergangsbischof Peter Bürcher hatte ihn nach 17 Jahren «wegen illoyalen Verhaltens» als bischöflichen Delegierten für die Urschweiz abgesetzt, was gesamtschweizerisch für Schlagzeilen gesorgt hatte. Trotzdem kann der 74-Jährige aber weiterhin als Priester tätig sein, Gottesdienste feiern und Sakramente spenden. «Wir sind sehr froh, dass wir auf Martin Kopp als sehr erfahrenen Seelsorger zurückgreifen können», so Daniel Krieg. «Das hilft wesentlich mit, dass es in Erstfeld zu einer guten Lösung gekommen ist. Auch wird Vikar Hermann Mbuinga sicherlich davon profitieren können.»

Altdorfer Vikar wird neu auch in Schattdorf tätig sein

Pfarrer Arnold Furrer übernimmt wieder mehr Dienste.

Pfarrer Arnold Furrer übernimmt wieder mehr Dienste.

Bild: Archiv UZ, 2016

Bei den Altdorfern und den Schattdorfern wird die Situation, was die verfügbaren Stellenprozente in der Seelsorge betrifft, in Zukunft etwas angespannter. Das heisst Vikar Niklas Gerlach, der zurzeit in Altdorf tätig ist, wird sein 100-Prozent-Pensum aufteilen. Ab Mitte August wird er nur noch zu 50 Prozent in Altdorf und dafür neu ebenfalls zu 50 Prozent in Schattdorf tätig sein. Dadurch wird er Pfarrer German Betschart in Schattdorf in der Seelsorge unterstützen. In Altdorf wird vermehrt Arnold Furrer, ehemaliger Pfarrer der Pfarrei St. Martin, im Einsatz sein. «Wir sind sehr froh um seine Unterstützung», so Daniel Krieg. In der Kirche sei man auf alle angewiesen, die seelsorgerisch tätig sein können.

Die jungen Priester müssen Erfahrungen sammeln – Wechsel sind entsprechend häufig

Der Altdorfer Pfarrer und Dekan Daniel Krieg.

Der Altdorfer Pfarrer und Dekan Daniel Krieg.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. März 2017)

«Es ist gar nicht immer so einfach, die richtigen Leute für den richtigen Ort zu finden», sagt Daniel Krieg. Ein Pfarrer lernt über Jahre in einem Dorf die Menschen kennen und knüpft viele Kontakte. Das lässt ihn dort heimisch werden und ein Wechsel wird schwieriger. Anders sieht es bei einem Vikar aus: «Er ist noch nicht so lange in seinem Beruf als Priester tätig und soll entsprechend Erfahrungen sammeln», erklärt Daniel Krieg. Eine Vikar bleibe nur wenige Jahre in einer Pfarrei tätig, bevor er dann den Arbeitsort wechselt als Vikar oder gar Pfarrer in einer anderen Pfarrei.