Vier Leute aus Andermatt vertrieben

«Zur Preisgestaltung in der Skiarena Andermatt-Sedrun»

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Die Leitung der Skiarena Andermatt-Sedrun ist wirklich unglaublich dynamisch. Eigentlich wollten wir am vergangenen Sonntag in Andermatt Skifahren. Beim Nachschauen der Preise auf zwei verschiedenen Mobiles zur selben Zeit fanden wir unterschiedliche Preise für Erwachsene: 76, 80 aber auch schon 88 Franken.

Wenn man das nicht gegenprüft, ist dann eventuell eine ganze Familie die Dumme – bei uns wären es vier Erwachsene gewesen. Zu unserem Glück hat dann das andere Paar die Notbremse gezogen: Das sei den Preis nicht wert. Somit hat Andermatt vier Leute erfolgreich vertrieben (in Grindelwald kostet das Ticket um 62 Franken) und seiner Wirtschaft 320 Franken und wohl 170 Franken an Konsumationen («Zmorge», «Zmittag» und Nachmittagskaffee mit Kuchen) erspart. Und das sicher nicht nur mit uns vieren allein.

Beim letzten Besuch freuten wir uns am Wochenende über moderat benutzte Pisten und genug Platz in zwei Pistenrestaurants. Der eine Restaurateur berichtete über klar zu wenig Gäste und erzählte von Skilehrern ohne Schüler, da die Tageskarten zu teuer seien.

Abgesehen davon, dass es sehr viele Leute gibt, die nur am Wochenende auf die Skier können und nun abgestraft werden, ist so eine absurde Preisgestaltung an und für sich schon ein Blödsinn und bestenfalls am Pult eines Pistenökonomen oder Dirigenten der Kundenströme toll. Nicht nur Familien können sich somit bestenfalls noch eine Woche Package-Ferien leisten und überlegen sich, ob es nicht billigere Alternativen zum Skifahren gibt. Da freuen sich die Skiindustrie ebenso wie die Bahnbetreiber. Wenn sie weg sind, sind sie weg, liebe Andermatter und andere «dynamische» CEO.

Hans-Robert Naef, Kriens