WAHLEN: Ansturm auf Sitze gestiegen

Ein Landrat ist definitiv gewählt, für drei kommt es zur stillen Wahl. Für die restlichen 60 Sitze werden sich gemäss aktuellem Stand 142 Personen bewerben.

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60 der 64 Sitze im Urner Landrat sind noch zu vergeben, 59 davon am 28. Februar 2016 an der Urne. (Bild Urs Hanhart)

60 der 64 Sitze im Urner Landrat sind noch zu vergeben, 59 davon am 28. Februar 2016 an der Urne. (Bild Urs Hanhart)

Bruno Arnold

Bernhard Walker, Isenthal (CVP, bisher), kann dem Urner Wahlfrühling 2016 bereits seit einiger Zeit beruhigt entgegenblicken. Er ist in seiner Wohngemeinde schon am 25. November 2015 als Mitglied des Urner Landrats bestätigt worden. Und auch die drei bisherigen Seedorfer Vertreter, Andreas Bilger (CVP), Claudia Schuler (CVP) und Christian Arnold (SVP), haben ihr Mandat für vier weitere Jahre bereits auf sicher. Da nicht mehr Kandidaten aufgestellt wurden, als Sitze zu vergeben sind, können sie vom Gemeinderat in stiller Wahl als gewählt erklärt werden. Um die noch verbleibenden 60 Sitze werden gemäss Stand von gestern mindestens 142 Personen kämpfen, 32 Frauen und 110 Männer.

77,4 Prozent sind Männer

Berechnet man die vier einleitend erwähnten Parlamentarier aus Isenthal und Seedorf mit, haben sich insgesamt 146 Urner (113 Männer, 77,4 Prozent; 33 Frauen, 22,6 Prozent) für eine Landratskandidatur entschieden (siehe Box). Zum Vergleich: 2012 bewarben sich in den 20 Urner Gemeinden total 140 Personen für die gesamthaft 64 Mandate im Kantonsparlament. 2008 waren es 136 Personen gewesen, 2004 total 147.

Die CVP stellt in diesem Jahr mit insgesamt 43 Kandidaten (29,5 Prozent) erneut den Hauptharst, gefolgt von der SVP mit 41 (28,1), FDP mit 37 (25,3) und dem Linken Wahlbündnis mit 25 (17,1). Den höchsten Frauenanteil weist wiederum das Linke Wahlbündnis mit 40,0 Prozent auf, gefolgt von der CVP (34,9), der FDP (16,2) und der SVP (4,9).

Aufgrund der Einwohnerzahl stehen allein 50 Mandate den acht Proporzgemeinden Altdorf (15 Sitze), Schattdorf (9), Bürglen (7), Erstfeld (6), Silenen (4), Attinghausen (3), Flüelen (3) und Seedorf (3) zu. Gestern Abend ist in diesen Gemeinden die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge abgelaufen. Fazit: Der Ansturm auf die 50 Sitze ist grösser als bei den vergangenen Wahlen. Insgesamt sind es diesmal 132 Kandidatinnen und Kandidaten (2012: 121; 2008: 120; 2004: 128; 2000: 122). Auf die Proporzwahllisten setzen liessen sich in diesem Jahr insgesamt 31 Frauen und 101 Männer. Vor vier Jahren kandidierten in den Urner Proporzgemeinden ebenfalls 31 Frauen, aber «nur» 90 Männer. 2008 waren es 28 Frauen und 92 Männer, 2004 kandidierten 26 Frauen und 102 Männer, 2000 lag das Verhältnis bei 29 zu 93.

Von den 132 Kandidaten in den Proporzgemeinden gehören je 38 (28,8 Prozent) der CVP beziehungsweise der SVP an, 31 Personen (23,5 Prozent) steigen für die FDP.Die Liberalen ins Rennen, 25 (18,9 Prozent) für das linke Wahlbündnis von SP, Juso, Grünen und Gewerkschaften.

Grösster Ansturm in Flüelen

Auffallendstes Merkmal: In Flüelen stellte die zwischenzeitlich sogar «stillgelegte» CVP-Ortspartei im Jahr 2012 keinen Landratskandidaten. Beim Comeback vom 28. Februar 2016 bewerben sich gleich 6 Kandidaten auf 3 Listen um die insgesamt 3 Sitze, die Flüelen zustehen. Die CVP-Offensive ist mit ein Grund, dass die Flüeler Mandate diesmal kantonsweit am heissesten begehrt sind: Pro Sitz kandidieren in der Seegemeinde nicht weniger als 5,3 Kandidaten. Der vergleichbare Wert liegt in Seedorf mit 1,0 am tiefsten (3 Sitze, 3 Kandidaturen und somit stille Wahlen), gefolgt von Attinghausen (1,3), Silenen (1,5), Erstfeld (2,3), Schattdorf (2,4), Altdorf (2,9) und Bürglen (3,4).

Alle Bisherigen treten erneut an

14 der total 64 Landratssitze sind in den 12 Majorzgemeinden zu besetzen, 13 davon am 28. Februar an der Urne, derjenige von Bauen an der ersten Gemeindeversammlung 2016. Die Spannung dürfte sich aber in Grenzen halten: Alle 14 bisherigen Gemeindevertreter haben sich für eine erneute Kandidatur entschieden. Dass es in der einen oder andern Gemeinde trotzdem zu Kampfwahlen kommen könnte, ist jedoch möglich. Der Grund: Nicht alle Majorzgemeinden kennen eine Eingabefrist für die Nomination von Kandidaten.

Diese 146 Frauen und Männer treten an

113 Männer und 33 Frauen bewerben sich um die 64 Sitze im Landrat. 132 von ihnen treten in den acht Proporzgemeinden an. Altdorf (15 Sitze/43 Kandidaturen): CVP (8 Kandidatinnen und Kandidaten): Céline Huber (bisher), Simon Stadler (bisher), Michael Arnold Barengo (neu), Lea Gisler-Bissig (neu), Kurt Gisler-Maulaz (neu), Rafael Keusch (neu), Luzia Schuler-Arnold (neu) und Franz Schuler-Zurfluh (neu). – FDP(8): Nicole Cathry (bisher), Thomas Sicher (bisher), Yves Althaus (neu), Remo Bulgheroni (neu), Marco Roeleven (neu), Franz-Xaver Simmen (neu), Bruno Triulzi (neu) und Petra Walker-Schuler (neu). – SVP (9): Franz-Xaver Arnold (bisher), Pascal Blöchlinger (bisher), Petra Simmen (bisher), Elias Arnold (neu), Simon Arnold (neu), Pirmin Derungs (neu), Johanna Küttel-Auf der Maur (neu), Andreas Riedi (neu) und Esther Stucky (neu). – Junge SVP (8): Fabio Affentranger (neu), Rinaldo Baumann (neu), Daniel Gisler (neu), Matthias Gisler (neu), Mario Huggenberger (neu), Stefan Kobel (neu), Patrick Stöckli (neu) und Samuel Welti (neu). – Linkes Wahlbündnis (10): Thomas Huwyler (bisher), Nina Marty (bisher), Lea Berdnik (neu), Peter Hirzel (neu), Walter Infanger (neu), Adriano Prandi (neu), Tobias Rieder (neu), Valentin Schmidt (neu), Nora Sommer (neu) und Raphael Walker (neu). – Attinghausen (3/4): CVP (2): Ruedy Zgraggen (bisher) und Alois Zurfluh (bisher). – FDP (2): Markus Zurfluh (bisher) und Nadine Wyrsch (neu). – Bürglen (7/24): CVP Wattigwilerturm (5): Claudia Gisler-Walker (bisher), Nathalie Danioth-Eger (neu), Michael Arnold (neu), Kilian Arnold (neu) und Alexandra Christen (neu). – CVP Meierturm (5): Bernadette Arnold-Furrer (bisher), Rolf Aeberhard (neu), Martin Arnold (neu), Urban Gisler (neu) und Gabriela Heiner-Planzer (neu). – FDP (6): Bernhard Epp (bisher), Miriam Christen-Zarri (neu), Hannes Latzel (neu), Kurt Rohrer (neu), Zacharias Ziegler (neu) und Rolf Zurfluh-Muoser (neu). – SVP (4): Alois Arnold-Fassbind (bisher), Alois Arnold (1981, bisher), Hansueli Gisler (neu) und Josef Gisler (neu). – Linkes Wahlbündnis (4): Toni Moser (bisher), Thomas Gisler (neu), Jolanda Joos (neu) und Harriet Kluge (neu). – Erstfeld (6/14): CVP (3): Daniel Furrer (bisher), Paul Jans (bisher) und Karin Gaiser Aschwanden (neu). – FDP (4): Nina Rufener (bisher), Sandro Epp (neu), Roger Püntener (neu) und Hanspeter Schuler (neu). – SVP (4): Philipp Estermann (neu), Flavian Levy (neu), Walter Marty (neu) und Christian Schuler (neu). – Linkes Wahlbündnis (3): Dimitri Moretti (bisher), Mihriye Habermacher (neu) und Sylvia Läubli Ziegler (neu). – Flüelen (3/16): CVP Gruonbach (2): Rebecca Brand (neu) und Gunthard Orglmeister (neu). – CVP Fiora (2): Thomas Gisler (neu) und Ruedi Wyrsch (neu). – CVP Rudenz (2): Gabriela Schuler-Arndt und Alois Zwyssig. – FDP.Die Liberalen A (2): Matthias Steinegger (bisher) und Remo Baumann (neu). – FDP.Die Liberalen B: (2): Pius Käslin (bisher) und Heinz Gerig (neu). – SVP Flüelen (2): Ralph Wyrsch (neu) und André Hauger (neu). – JSVP Flüelen (2): Michael Infanger (neu) und Devin Rodriguez (neu).– Linkes Wahlbündnis (2): Christoph Schillig (bisher) und Andrea Scheuber (neu). – Schattdorf (9/22): CVP (5): Daniela Planzer-Nauer (bisher), Flavio Gisler (bisher), Franz Christen (neu), Roman Walker (neu) und Jonathan Wenger (neu). – FDP.Die Liberalen (5): Ruedi Cathry (bisher), Werner Bachmann (neu), Cornelia Gamma (neu), Patrick Schmidt (neu) und Oswald Tresch (neu). – SVP (6): Vinzenz Arnold (bisher), Hans Gisler (bisher), Roland Poletti (bisher), Kevin Arnold (neu), Othmar Bissig (neu) und Mario Schmidt (neu). – Linkes Wahlbündnis (6): Alex Inderkum (bisher), Rita Furger (neu), Reto Jäger (neu), Viktor Nager (neu), Judith Tresch-Kessler (neu) und Josef Zurfluh (neu). – Seedorf (3/3): CVP (2): Andreas Bilger (bisher) und Claudia Schuler (bisher). – SVP (1): Christian Arnold (bisher). Silenen (4/6): CVP (2): Elias Epp (neu) und Gusti Tresch (neu). – FDP (2): Toni Epp (bisher) und Rolf Jauch (neu). – SVP (2): Hansheiri Ziegler (bisher) und Martin Kempf (neu).
Isenthal hat bereits gewählt
In den zwölf Gemeinden, die ihre Landräte nach dem Majorzsystem wählen, treten alle Bisherigen erneut an. Andermatt (2 Sitze/2 Kandidaturen): CVP (1): Frieda Steffen (bisher). – FDP (1): Ludwig Loretz (bisher). – Bauen (1/1): SVP (1): Anton Infanger (bisher). – Göschenen (1/1): FDP (1): Peter Tresch (bisher). – Gurtnellen (1/1): FDP (1): Toni Gamma (bisher). – Hospental (1/1): FDP (1): Bruno Christen (bisher). – Isenthal (1/1): CVP (1): Bernhard Walker (bisher; bereits gewählt). – Realp (1/1): FDP (1): Georg Simmen (bisher). – Seelisberg (1/1): CVP (1): Oswald Ziegler (bisher). – Sisikon (1/1): FDP (1): Theophil Zurfluh (bisher). – Spiringen (2/2): CVP (1): Hugo Forte (bisher). – SVP (1): Max Baumann (bisher). – Unterschächen (1/1): SVP (1): Martin Huser (bisher). – Wassen (1/1): CVP (1): Verena Walker (bisher).