Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WAHLEN: «Dann bleibe ich gerne zu jung»

Beat Arnold erklärt, warum es wichtig ist, dass der einzige Urner Nationalrat in der SVP politisiert. Und er sagt, was er von der Kritik an seinem Alter hält.
Bruno Arnold Bruno Arnold
Beat Arnold will am 18. Oktober auf die nächste Stufe seiner Politkarriere steigen. (Bild Roger Grütter)

Beat Arnold will am 18. Oktober auf die nächste Stufe seiner Politkarriere steigen. (Bild Roger Grütter)

Regierungsrat Beat Arnold schwebt zurzeit auf Wolke sieben: Am vergangenen Dienstag wurde er erstmals Vater. Und in wenigen Wochen könnte sich dieses Gefühl der Freude und Zufriedenheit, das die Geburt von Tochter Lisa ausgelöst hat, unter Umständen sogar noch steigern. Denn es ist durchaus möglich, dass der 37-jährige Schattdorfer Politiker am 18. Oktober als erster Urner SVP-Vertreter den Sprung in den Nationalrat schafft. «Meine Chancen sind sicher intakt», glaubt Arnold, «auch wenn die Kandidatur von Annalise Russi meine eigene Position nicht unbedingt gestärkt hat, wie vielerorts angenommen wird.» Sicher sei aber, dass die Kandidatin des rot-grünen Uri dafür sorge, dass Uri doch noch einen etwas spannenderen Wahlherbst erlebe, als ursprünglich angenommen worden war.

Kein Vergleich mit Steinegger

«Mit Jahrgang 1978 ist mir Beat Arnold doch noch zu jung, um jetzt schon in das eidgenössische Parlament gewählt zu werden»: Das hielt kürzlich ein CVP-Landrat in einem Leserbrief fest. Dem Verfasser scheint entgangen zu sein, dass 1980 ein gewisser Franz Steinegger aus Flüelen ebenfalls mit 37 Jahren Nationalrat wurde.

Beat Arnold winkt allerdings ab. Er will sich keinesfalls mit einer Person vom Kaliber des ehemaligen Präsidenten der FDP Schweiz vergleichen lassen. «Das wäre nun wirklich vermessen und überheblich», erklärt der Urner Sicherheitsdirektor. «Aber Fakt ist: Mein Alter wird tatsächlich immer wieder als Argument gegen mich ins Feld geführt. Das hat man schon bei den Regierungsratswahlen 2010 getan», erinnert er sich. «Ich bin aber überzeugt, dass ich meine Arbeit auch als relativ junger Regierungsrat gut gemacht und bisher immer eine klare Linie vertreten habe. Wenn man wirklich nur mein Alter kritisieren kann, dann bleibe ich gerne zu jung», meint er mit einem spitzbübischen Schmunzeln.

Diplomatische Antwort

Die Frage, weshalb das Urner Volk ihn statt Frieda Steffen oder Annalise Russi wählen solle, beantwortet Arnold höchst diplomatisch: «Zu den fachlichen und menschlichen Qualitäten meiner beiden Gegenkandidatinnen äussere ich mich nicht. Ich argumentiere lieber mit meinen eigenen Stärken», so der SVP-Kandidat. Und das tönt dann so: «Uri braucht eine starke Vertretung in Bern. Während vier Jahren im Landrat und seit mehr als fünf Jahren als Mitglied der Regierung konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln und mir wichtige Kompetenzen aneignen. Als Regierungsrat habe ich 1:1 gespürt, welche Auswirkungen Entscheide des Bundesparlaments auf den Kanton Uri haben können. Ich bin gerüstet und weiss, wo ich in Bern anklopfen kann und muss.»

Sollten die Urner Beat Arnold in den Nationalrat sowie Isidor Baumann und Josef Dittli in den Ständerat wählen, wäre der Gotthardkanton ab Dezember mit einem ehemaligen Regierungsrat sowie zwei aktuellen Exekutivmitgliedern in Bern vertreten. Zudem würden nur Männer und dazu drei eher im rechten bürgerlichen Lager anzusiedelnde Politiker im Bundeshaus für Uri entscheiden. Für Arnold stellt diese Konstellation kein Problem dar: «Regierungserfahrung ist nie ein Nachteil. Sie muss nicht, kann aber ganz einfach auch ein weiterer Schritt auf einer politischen Karriereleiter sein», erklärt der SVP-Kandidat. «Ob nur Urner Männer und nur eher rechts politisierende Urner den Kanton im Bundesparlament vertreten sollen, das kann das Urner Volk am 18. Oktober schliesslich immer noch selber bestimmen – an der Urne.» Arnold betont allerdings auch: «Werden Isidor Baumann, Josef Dittli und ich gewählt, wären CVP, FDP und SVP und somit die drei stärksten Urner Parteien im nationalen Parlament in Bern vertreten.»

Der Urner Sicherheitsdirektor streicht noch einen weiteren Pluspunkt seiner eigenen Kandidatur hervor: «Im Falle einer Wahl würde ich der grössten Fraktion im Bundeshaus angehören. Das hiesse, dass ich von Anfang an auf viele Verbündete zählen könnte, wenn es darum ginge, Urner Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen.» Und falls die SVP-Fraktion einmal einen Kurs fahre, der nicht im Interesse des Kantons Uri sei, dann werde er durchaus den Mut haben, parteipolitische Aspekte auszublenden und im Interesse der Sache aus der SVP-Reihe zu tanzen.

Im grossen Orchester spielen

Die nationale Partei hat bereits kurz nach Bekanntwerden Freude an der Urner SVP-Kandidatur signalisiert. Arnold will allerdings etwas klarstellen: «Ich bin aus persönlicher Veranlassung in den Wahlkampf gestiegen und nicht auf Druck der Zentrale in Bern.» In der Urner Regierung könne er zwar gestalten und Entscheide direkt beeinflussen. «Aber bei den wichtigsten politischen Weichenstellungen spielt die Musik halt doch in Bern. Ich möchte in diesem Orchester mitspielen, deshalb will ich ins Bundesparlament», nennt Arnold das Hauptmotiv für seine Kandidatur.

Aufgrund seiner bisherigen politischen Tätigkeit werde er sich vor allem auch in sicherheits- und verkehrspolitischen Fragen engagieren. «Viele Dossiers sind mir bereits vertraut.» Beat Arnold will sich aber auch dafür einsetzen, dass die für den Kanton Uri dringend nötigen NFA-Millionen «in möglichst grossem Ausmass fliessen und nicht noch mehr unter Druck geraten».

Hinweis: Die «Neue Urner Zeitung» stellt alle Urner Kandidaten für die National- und Ständerats­wahlen vom 18. Oktober 2015 in loser Folge vor. Bereits erschienen ist ein Porträt von Frieda Steffen (Neue UZ vom 21. September).

Beat Arnold, wo bleibt Ihr Leistungsausweis?

LESERFRAGEN bar. Die «Neue Urner Zeitung» konfrontiert Beat Arnold, Frieda Steffen und Annalise Russi jeweils mit drei heissen Aussagen oder Fragen aus der Leserschaft.

Beat Arnold war bisher einfach immer im richtigen Moment am richtigen Ort. Ein echter Leistungsausweis fehlt – respektive wo ist dieser geblieben?

Beat Arnold: Zum Leben gehört auch, dass man eine Situation schnell erkennen und eine Chance nutzen kann. Das beinhaltet aber immer auch das Risiko von Niederlagen. So viel zu Aussage 1.

Und zur Aussage 2 betreffend Leistungsausweis: Ich habe eine längst fällige Lösung für das Kitesurfen auf dem Urnersee umgesetzt, mich in der Frage des Wolfsabschusses klar positioniert, mich für publikumsfreundlichere Amtsstellen eingesetzt und meines Erachtens auch gute Personalentscheide gefällt, gerade auch, was Chefpositionen anging. Ein Regierungsrat muss führen können. Wenn es rund um die Sicherheitsdirektion ruhig bleibt, dann kann das auch mit einer klaren und gezielten Personalführung zu tun haben.

Die SVP setzt sich dafür ein, dass Volksentscheide durchgesetzt werden. Wieso will SVP-Regierungsrat Beat Arnold bei der zweiten Röhre respektive beim Alpenschutz nichts davon wissen?

Arnold: Als Regierungsrat bin ich immer hinter den diesbezüglichen Entscheiden des Volks gestanden, auch wenn die SVP eine andere Linie vertreten hat. Im Februar 2016 steht eine neue Abstimmung an, jetzt werden neue Argumente ins Spiel gebracht und neue Meinungen gebildet. Stünde nicht die Sanierung der ersten Röhre an, wäre die zweite Röhre zurzeit kein Thema. Und was die Umsetzung angeht: Sollte das Volk im Februar 2016 Nein sagen zu einer zweiten Röhre, dann muss dieses Thema für lange Zeit vom Tisch sein. In diesem Fall würde ich mich in Bern auch für die Durchsetzung des entsprechenden Volksentscheids respektive für eine Sanierung ohne zweite Röhre einsetzen. Schliesslich bin ich Demokrat.

Als vom Volk gewählter Landesstatthalter und somit als designierter Landammann tritt man doch nicht zurück, nur um in Bern einer von 200 zu sein – es sei denn, man merkt, dass man diesem Urner Ehrenamt nicht gewachsen ist.

Arnold: Es gibt effektiv Leute, die das nicht verstehen können, und ich muss auch gestehen, dass ich lange überlegt habe. Zur Aussage oben schicke ich voraus: Das Landammann-Amt hätte ich mir durchaus zugemutet. Weil ich aber überzeugt bin, in Bern nicht einfach einer von 200 zu sein, und weil ich glaube, dass ich dem Kanton auch als einziger Urner in der Grossen Kammer viel bringen kann, habe ich mich für die Kandidatur als Nationalrat entschieden. Es wäre aber unehrlich, wenn ich nicht gleichzeitig auch zugeben würde, dass die aktuelle Konstellation mit ein Grund für den Entscheid war. Die Chance, als Urner SVP-Vertreter ins Bundesparlament gewählt zu werden, war sicher noch nie so gross wie jetzt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.