WAHLEN: Josef Dittli will in den Ständerat

Im Kanton Uri zeichnet sich ein äusserst spannender Wahlherbst ab – obwohl die beiden Sitze im Ständerat bereits so gut wie besetzt sind.

Bruno Arnold
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Der Grünliberale Markus Stadler tritt als Ständerat zurück, Josef Dittli (rechts) kandidiert für die Nachfolge. (Archivbild Neue UZ)

Der Grünliberale Markus Stadler tritt als Ständerat zurück, Josef Dittli (rechts) kandidiert für die Nachfolge. (Archivbild Neue UZ)

Bruno Arnold

Am 25. November hat FDP-Regierungsrat Josef Dittli seine Kandidatur für einen Sitz im Bundesparlament in Bern offiziell bekannt gegeben. «Grundsätzlich kandidiere ich für die Nachfolge von Gabi Huber in den Nationalrat», erklärte er damals vor den Medien. Der 58-jährige Attinghauser betonte aber gleichzeitig: «Ich möchte mich jedoch zum heutigen Zeitpunkt nicht komplett verschliessen gegenüber parteipolitischen und taktischen Überlegungen in Bezug auf die Ständeratswahlen.»

Wahlkommission tagt noch

Nun ist Dittlis Entscheid offenbar gefallen. Wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle weiss, hat sich der amtierende Finanzdirektor entschieden, für den Ständerat respektive die Nachfolge von Markus Stadler zu kandidieren. Dittli wollte dies gestern allerdings auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. «Am kommenden Donnerstag trifft sich die Wahlkommission der FDP zu einer weiteren Sitzung», erklärte er. «Danach werden wir den Entscheid offiziell kommunizieren.» Diese Wortwahl deutet aber doch klar auf eine Ständeratskandidatur hin.

Auf den Entscheid Dittlis dürften vor allem die Wahlstrategen der übrigen Urner Parteien gewartet haben. Neben der FDP haben auch CVP, SVP und SP/Grüne bisher stets beteuert, dass sie sich um die mit dem Rücktritt von Nationalrätin Gabi Huber und Ständerat Markus Stadler frei werden Sitze bewerben werden. CVP, SVP und SP/Grüne dürften sich nach Dittlis Entscheid wohl in erster Linie Chancen auf den Nationalratssitz ausrechnen und sich auf die Grosse Kammer fokussieren. Hier gilt: Je mehr Kandidaten, desto grösser die Wahlchancen. Denn im Gegensatz zu den Ständeratswahlen entscheidet im Kampf um den Urner Nationalratssitz nicht das absolute, sondern das relative Mehr. Nicht ausgeschlossen ist, dass sich auch ein FDP-Vertreter um den einzigen Urner Nationalratssitz bewerben könnte. Für Spannung ist somit gesorgt.

Die Urner Ständeratssitze waren seit 1848 eigentlich für die ehemaligen Konservativen respektive für die heutige CVP «reserviert». Nur gerade zweimal wurde diese Tradition gebrochen: 1926/1927 vertrat der Freisinnige Carl Muheim Uri in der Kleinen Kammer, und seit 2010 ist es der Grünliberale Markus Stadler.

Zum dritten Mal in der Geschichte

Der seit 2011 amtierende Ständerat Isidor Baumann (CVP, Wassen) stellt sich zur Wiederwahl und dürfte diese wohl auch problemlos schaffen. Josef Dittli werden – nicht zuletzt aufgrund seiner stets glanzvollen Ergebnisse bei den Regierungsratswahlen – sehr gute Chancen eingeräumt, den Sprung nach Bern zu schaffen. Sollte dies eintreffen, würde somit zum dritten Mal in der Geschichte ein Nicht-CVP-Mitglied den Kanton Uri im «Stöckli» vertreten.