WAHLEN: Sport als Quelle der Inspiration

Beat Jörg will die Bildungs- und Kulturdirektion behalten: «Ich habe Projekte angestossen, die ich nun zu einem guten Abschluss bringen will», sagt er.

Anian Heierli
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Seine Freizeit verbringt der Bildungs- und Kulturdirektor am liebsten mit Sport an der frischen Luft. (Bild Urs Hanhart)

Seine Freizeit verbringt der Bildungs- und Kulturdirektor am liebsten mit Sport an der frischen Luft. (Bild Urs Hanhart)

Beat Jörg bringt so schnell nichts aus der Ruhe. «Ich bin ein ausgeglichener Mensch», sagt er keuchend und legt seine Langlaufausrüstung ab. Ausgeglichenheit sei ein positiver Effekt des Ausdauersports. Im Winter trifft man Jörg oft auf der Loipe im Urserntal an, und im Sommer schnürt er seine Laufschuhe oder steigt aufs Mountainbike. «Als Urner Bildungs- und Kulturdirektor profitiere ich enorm vom Sport», betont Jörg. Sport sei für ihn eine Quelle der Inspiration. Zudem halte das Training nicht nur physisch, sondern auch seelisch und psychisch fit. Qualitäten, die der Gurtneller als Regierungsrat braucht. Denn die Arbeitstage des 58-Jährigen sind oft lang, intensiv, und auch abends und am Wochenende stehen immer wieder Repräsentationsanlässe in seiner Agenda.

Hände weg von der Brechstange

Trotzdem will der Politiker von Müdigkeit nichts wissen: «Ich bin motiviert, eine nächste Legislatur in Angriff zu nehmen», so Jörg. «Am liebsten für weitere vier Jahre als Bildungs- und Kulturdirektor.» Als ehemaliger Oberstufenlehrer bringe er fundiertes Wissen mit. «Zudem haben mein Team und ich Projekte angestossen, die ich nun zu einem guten Abschluss bringen will», sagt er. Im Schulbereich verweist er unter anderem auf die Einführung des Lehrplans 21 sowie auf das Projekt Kinder- und Jungendförderung, dessen gesetzliche Grundlage am Mittwoch im Landrat gutgeheissen wurde.

Schweizweit hat die Einführung des Lehrplans 21 für Wirbel gesorgt. Dagegen gibt es in Uri kaum kritische Stimmen, was Jörg auch als sein Verdienst ansieht: «Ich führe nichts mit der Brechstange ein. Beim Lehrplan 21 gibt es wenig Nebengeräusche, weil ich wichtige Partner von Anfang an ins Boot geholt habe.» So hat der Bildungs- und Kulturdirektor schon früh mit Schulräten und -leitungen, Lehrpersonen und involvierten Organisationen gesprochen: «Der Lehrplan 21 soll keine Mehrbelastung sein, sondern eine Chance, welche die Unterrichtsentwicklung vorantreibt», hält er entschieden fest.

«Uri ist voller Individualisten»

Regierungsrat Beat Jörg ist neben Bildungsfragen für das Amt Kultur und Sport zuständig. «Ich denke, auch hier bin ich aufgrund meiner Interessen am genau richtigen Ort», sagt er und gerät dabei ins Schwärmen: «Kulturell betrachtet ist Uri ein Juwel. Bei uns gibt es das ganze Jahr qualitativ hochstehende Veranstaltungen.» Für Jörg ist das vor allem ein Verdienst der Bevölkerung. Er spricht dabei Vereine an, die mit viel Aufwand Anlässe für eine breite Öffentlichkeit Anlässe organisieren: «In Uri gibt es zahlreiche Individualisten, die sich mit Freude in Szene setzen und so andere begeistern», sagt Jörg. Sei dies in der Musik, der bildenden Kunst oder der Literatur.

Seine hohe Meinung stützt er auf die Rückmeldung von Regierungsräten aus der ganzen Schweiz: «Man nimmt Uri als Kanton wahr, indem eine kulturelle Aufbruchstimmung herrscht», sagt er. Deshalb seien andere Kantone auch regelmässig bereit, in finanzieller Hinsicht Solidarität zu zeigen. Aktuell freut sich der Urner Bildungs- und Kulturdirektor besonders auf die Neat-Eröffnung: «Dann können wir der ganzen Schweizer Bevölkerung ein kulturelles Highlight bieten.»

Einer, der schnell entscheidet

Doch wäre Beat Jörg auch fähig, eine andere Direktion zu übernehmen? «Ja, ich bin überzeugt, dass ich jede Direktion führen könnte», sagt er selbstbewusst. Einerseits habe er breite Interessen, andererseits bringe er Führungserfahrung mit, die, wie er sagt, «in jeder Direktion von Nutzen wäre». So war Jörg 12 Jahre Gemeindepräsident in Gurtnellen, 6 Jahre Präsident des Urner Gemeindeverbands, und er bekleidete in der Armee den Rang eines Oberstleutnants. «Gerade im Militär habe ich enorm viel gelernt», erzählt er. «Etwa dass es wichtig ist, schnell einen Entscheid zu treffen.» Diese Eigenschaft würden auch seine Mitarbeiter schätzen. «Wenn ich fundierte Grundlagen habe, gibt es bei mir kein Zögern», betont Jörg. «Dann lege ich die Richtung fest und treibe ein Projekt auf einer klaren Linie voran.»

Mit der Neat zur Schule fahren

Jörg gilt als unbestritten. So unterstützen sämtliche Parteien seine Kandidatur als Landammann – ein Amt, das eine starke Repräsentation nach aussen verlangt: «Auf diese Aufgabe freue ich mich schon heute», sagt er. «So hat Uri gute Zukunftschancen.» Vor allem die Neat-Eröffnung berge Potenzial: «Als Bildungsdirektor träume ich davon, dass Studenten aus dem Tessin die kantonale Mittelschule besuchen», sagt er. «Hier könnten sie perfekt Deutsch lernern. Und auch sonst hat Uri mit seiner Landschaft, dem Gebirge und dem See ganz viel zu bieten.»

Anian Heierli