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Wahlfach Italienisch in der Oberstufe ist auf Kurs

Ende August 2018 hat das gemeindeübergreifende Angebot «Wahlfach Italienisch auf der Oberstufe» bereits zum fünften Mal begonnen. Statt eines herkömmlichen Unterrichtsmodells setzen die Verantwortlichen auf Fernunterricht.
Lehrerin Cornelia Epp-Gisler unterrichtet die acht Schülerinnen und Schüler, die das Italienisch-Angebot nutzen. (Bild: PD, Altdorf, 26. August 2018)

Lehrerin Cornelia Epp-Gisler unterrichtet die acht Schülerinnen und Schüler, die das Italienisch-Angebot nutzen. (Bild: PD, Altdorf, 26. August 2018)

Seit 25 Jahren wird im Kanton Uri in der Primarschule Italienisch unterrichtet. Auf der Oberstufe dagegen konnte das Fach nie flächendeckend angeboten werden. 2012 stellte der Erziehungsrat die Fortführung des Wahlpflichtfachs Italienisch denn auch zur Diskussion. Die Vernehmlassung ergab indes eine deutliche Mehrheit für die Beibehaltung. Zusätzlich wurde mehrfach angeregt, die Angebotslücke auf der Oberstufe zu schliessen, um mehr Nachhaltigkeit im Sprachlernprozess zu erreichen.

Acht Schülerinnen und Schüler aus vier Gemeinden besuchen den Unterricht

Daraufhin veranlasste der Erziehungsrat, das Fach Italienisch als Ganzes zu stärken, und er gab ein Konzept für ein gemeindeübergreifendes Angebot des Wahlfachs auf der Oberstufe in Auftrag. Das 2013 erarbeitete Konzept wird seit dem Schuljahr 2014/15 umgesetzt. Jedes Jahr wird das Angebot von zehn bis 16 Schülerinnen und Schülern der 1. bis 3. Oberstufe genutzt. Dies geht aus einer Mitteilung der Bildungs- und Kulturdirektion Uri hervor. Dieses Jahr starteten acht Schülerinnen und Schüler aus vier Gemeinden ins gemeindeübergreifende Angebot.

Am Startmorgen wurden die Rahmenbedingungen geklärt und die technischen Geräte zur Kommunikation auf ihre Kompatibilität überprüft. «Natürlich geht es auch darum, sich gegenseitig kennenzulernen», sagt Cornelia Epp-Gisler, die seit Beginn das Projekt als Lehrperson im Einsatz steht.

Beat Jörg: «Wahlfach auf Oberstufe zeigt gewünschte Wirkung»

Im Jahr 2005 - mit der Einführung von Früh-Englisch ab der 3. Klasse - wurde Italienisch in der 5. und 6. Klasse zum Wahlpflichtfach. Der Anteil an Schülern, die das Wahlpflichtfach Italienisch belegen, ging stetig zurück. «Oft wurde vor allem von Eltern bemängelt, dass auf der Oberstufe kein Folgeangebot bestehe», schreibt die Bildungs- und Kulturdirektion.

Seit der Einführung des Angebots für alle Schüler der Oberstufe steigen auch die Anmeldezahlen zum Wahlpflichtfach der Primarschule wieder. Laut der Bildungs- und Kulturdirektion sind es anteilsmässig in diesem Jahr rund 25 Prozent der Sechstklässler und gar 33 Prozent der Fünftklässler, die das Wahlpflichtfach belegen. «Damit zeigt das Wahlfach auf der Oberstufe die erwünschte Wirkung, nämlich die Stärkung des Italienisch als Ganzes», sagt Regierungsrat Beat Jörg, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri. (pd/pz)

Struktur des Angebots

Die Verantwortlichen haben sich nicht für ein herkömmliches Unterrichtsmodell an einem festen Standort entschieden, sondern für eine dezentrale Variante. Sie besteht aus drei Elementen:

Fernunterricht (2 Lektionen pro Woche): Der Unterricht findet als internetbasierter Fernunterricht statt. Die Lehrperson stellt den Schülerinnen und Schülern die Aufgaben, Hör- und Lesetexte etc. elektronisch zur Verfügung. Die Jugendlichen erledigen die Aufträge und schicken diese der Lehrperson. Neben der selbstständigen Bearbeitung der Übungen sollen in dieser Zeit auch möglichst natürliche Sprachanlässe (via Telefon, Skype, Chat, SMS usw.) stattfinden. Gesprächspartner sind die Mitschülerinnen und Mitschüler, die Lehrperson oder auch Kolleginnen und Kollegen einer Austauschklasse im Tessin. Zudem trifft man sich wöchentlich im virtuellen Klassenzimmer.

Referenzunterricht (2 Lektionen pro Woche): Einmal pro Monat kommt die Lerngruppe für zwei Lektionen zum Live-Unterricht zusammen. Dieser dient der Vor- und Nachbereitung des Fernunterrichts und der gemeinsamen Einführung in Wortschatz, Aussprache und Grammatik.

Blockbildung (zwei- bis dreimal jährlich): Um die kommunikativen Fähigkeiten zu fördern und das Gelernte in realistischen Situationen anwenden zu können, sind Austauschtage im Tessin vorgesehen, in Form einer gemeinsamen Reise zur Partnerklasse oder eines mehrtägigen Einzelaustausches. (pd/pz)

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