Wählen beschäftigt die Politik

Ein neues Wahlsystem, ein neuer Vertreter im Nationalrat und eine Premiere in der Urner Gemeindepolitik prägen das politische Uri.

Florian Arnold
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Das Bundesgericht hat entscheiden: Das Urner Wahlsystem ist unfair und muss auf die Wahlen 2020 hin geändert werden. Der Landrat stimmt einer Änderung des kantonalen Wahlgesetzes zu: Demnach soll in den kleineren Gemeinden weiterhin im Majorzverfahren gewählt werden, während für die grösseren Gemeinden das Verfahren Doppelter Pukelsheim eingeführt wird. Dabei zählen die Parteistimmen über die Gemeindegrenze hinaus. Der Landrat unterlässt es allerdings nicht, dem Bundesgericht die Hörner zu zeigen: Er hebt die Mindestanzahl Sitze für Proporzgemeinden an und verkleinert damit deren Zahl auf die vier Gemeinden Altdorf, Bürglen, Erstfeld und Schattdorf. Attinghausen, Flüelen, Seedorf und Silenen werden neu zu Majorzgemeinden. Diesem Vorschlag stimmt das Volk am 19. Mai zu.

Der jüngste Anwärter macht das Rennen

Nicht vom neuen System betroffen sind die nationalen Wahlen im Herbst. Während die beiden Anwärter auf die beiden Ständeratssitze, Heidi Z’graggen und Josef Dittli, ohne Konkurrenz dastehen, gibt es gleich vier Interessenten für das Nationalratsamt: Neben Simon Stadler (CVP), Pascal Blöchlinger (SVP) und Urs Kälin (SP) kandidiert auch Matthias Steinegger (FDP). Letzterer bricht seinen Wahlkampf allerdings aus gesundheitlichen Gründen ab. Stadler gewinnt am 20. Oktober knapp vor Blöchlinger.

Gleichentags kommt es in der Urner Geschichte zu einer Premiere. Erstmals fusionieren zwei politische Gemeinden: Seedorf und Bauen. Der Druck, die Behörden in Bauen nicht mehr besetzen zu können, ist offenbar zu gross geworden.