Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Uri: «Wahlsystem muss einfach nachzuvollziehen sein»

Zur Abstimmung über das Wahlsystem des Urner Landrats

Beim Majorzwahlverfahren werden Persönlichkeiten aufgestellt und beim Proporzwahlverfahren Parteien gewählt. Die Meinungen, welches nun das gerechtere Wahlsystem für den Kanton Uri ist, gehen bei diesem Thema auseinander und sind ein wahlpolitischer «Zankapfel». Aus meiner Sicht ist vor allem eine hohe Stimmbeteiligung Garant für eine möglichst genaue Abbildung des Volkswillens.

Um den Wähler zu einem Gang an die Urne zu animieren, muss ein Wahlsystem einfach zum Nachvollziehen und transparent sein. Wahlen im Majorzwahlsystem sind zu diesem Zweck geeigneter, da einfache, überschaubare Mehrheiten bereits über die Stimmabgabe gebildet werden. Wer am meisten Stimmen auf sich vereinen kann, ist gewählt. Dies entspricht einem traditionellen Gedankengut, dessen Grundlage das Mehrheitsprinzip ist.

Beim Proporzverfahren mit dem Doppelten Pukelsheim werden mittels einem komplexen Berechnungssystem zuerst die Mandate über die Wahlkreise hinweg auf die Parteien verteilt. Erst anschliessend wird bestimmt, in welchen Wahlkreisen die Parteien ihre Sitze erhalten und welche Kandidaten gewählt sind. Dieser Effekt wirkt auf die Wähler befremdend und gibt ihnen ein Gefühl der Wirkungslosigkeit der Stimmabgabe. Zudem setzt das Proporzwahlsystem eine möglichst grosse Parteienvielfalt mit entsprechend grosser Kandidatenauswahl voraus, um seine Vorteile zur Geltung zu bringen. Gerade dies ist in Uri in den kleineren Gemeinden nicht der Fall. Ebenso werden engagierte Personen ohne Parteizugehörigkeit benachteiligt. Die Zunahme von parteiunabhängigen Lokalpolitikern folgt der Logik unserer individualisierten, flexibilisierten Gesellschaft. Wer sich schon Zeit nimmt, sich neben Beruf und Familie für eine Gemeinde zu engagieren, will sich nicht unbedingt zusätzlich von einer Partei vereinnahmen lassen.

Gute Lokalpolitik ist Sachpolitik und nicht Politik nach Parteiideologie. Deshalb ist es folgerichtig, das Majorzwahlsystem auf die Gemeinden Silenen, Seedorf, Attinghausen und Flüelen auszudehnen. Manchmal ist es besser und sinnvoller, sich um der Gerechtigkeit willen an Bewährtes und Einfaches zu halten. Der Apfelschnitz täuscht, lassen wir uns nicht durch einen scheinbar proportional gerecht aufgeteilten Apfel blenden, denn dieser nimmt uns einen Teil unserer persönlichen Wahlfreiheit. Deshalb bin ich für ein Wahlsystem, das die Verhältnisse von Uri berücksichtigt und respektiert. Somit stimme ich am 19. Mai zweimal Ja zu Verfassungs- und Gesetzesänderung.

Ludwig Loretz, Landrat, Andermatt

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.