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Kolumne

Was ein Pflästerli alles bewirken kann

Redaktor Markus Zwyssig beschreibt, was er mit einem Pflästerli auf der Nase alles erlebt hat.
Markus Zwyssig
Markus Zwyssig mit Pflaster (Bild: Florian Arnold, 28.3.19)

Markus Zwyssig mit Pflaster (Bild: Florian Arnold, 28.3.19)

Seit ein paar Wochen habe ich ein Pflästerli mitten auf der Nase. Ausgerechnet am prominentesten Ort. Da, wo es jeder sehen kann. Kaum zu glauben, welche Reaktionen ein solches Pflästerli auslöst. Getreu dem Sprichwort: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Den «Gwunder» weckt man mit einem Pflästerli alleweil. «Was hast Du gemacht?», heisst denn auch erwartungsgemäss die meist gestellte Frage.

Zur Fasnachtszeit kam der Ratschlag: «Du solltest ein rotes Pflästerli nehmen» oder «Stülp doch eine Clown-Nase darüber». Als DJ beim «Ytrummälä» am Mittwochabend und am Schmutzigen Donnerstag im «Winkel» in Altdorf habe ich mir überlegt, ob ich allen, die meine Musik gut finden, ein Pflästerli überreichen soll. Das hätten sie sich dann auf die Nase kleben können, quasi als Sympathiebekundung zum angeschlagenen Mann hinter dem Mischpult.

Nein, ich bin nicht mit dem Velo umgefallen. Ich habe auch nicht eins zu viel über den Durst getrunken und bin dann gestolpert. Offensichtlich war ich in den vergangenen Jahren aber zu lange an der Sonne. Dabei habe ich offensichtlich zu wenig auf einen guten Sonnenschutz geachtet. Jedenfalls musste ich ein sogenanntes Basaliom, das zu den weissen Hautkrebsarten gehört, wegschneiden. Kaum hatte ich das jeweils meinem Gegenüber erzählt, war der erste «Gwunder» meist gestillt. Die einen fragten nicht mehr weiter, meinten, das sei nicht so schlimm. Viele warfen mir noch ein paar anteilnehmende Blicke zu. Die anderen erzählten von ihren eigenen Problemen: «Ich habe auch ein Bibeli, das ich einmal dem Arzt zeigen sollte» oder «Mein Muttermal hat sich verändert und ist grösser geworden.»

Man sollte zwar nicht wegen jedes Bobos zum Arzt gehen, wie der wohl immer noch bekannteste DJ der Schweiz in einem Inserat rät. Erst mal abzuwarten ist nicht immer das Beste. Grundsätzlich ist es doch besser, rasch zu reagieren und wie in meinem Fall eine verdächtige Hautveränderung beim Arzt untersuchen und falls nötig rechtzeitig wegschneiden zu lassen. Dadurch ist der Eingriff kleiner und die Heilungschancen sind grösser. Wartet man zu, wird wohl das Basaliom weiter wachsen und es wird entsprechend schwieriger oder aufwendiger, dieses zu entfernen.

Ratsam ist es auf jeden Fall, sich in Zukunft weniger lange ungeschützt in der Sonne aufzuhalten. Ich jedenfalls habe mir nun Sonnencreme mit dem Schutzfaktor 50 gekauft. Die Dächlikappe liegt gleich neben der Sonnenbrille. So gesehen sind die Diskussionen über das Pflästerli auf der Nase gar nicht so dumm. Das Gute ist: Man kommt dadurch unweigerlich mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch. Dabei macht man sich unwillkürlich Gedanken über die eigene Gesundheit und überlegt sich, wie man einer Erkrankung vorbeugen kann. Und wer weiss, vielleicht werde ich es irgendwann sogar vermissen, wenn ich kein Pflästerli mehr habe.

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