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Wäscherei im Urner Kantonsspital wird aufgelöst

Wenn das neue Spitalgebäude steht, werden Bettlaken und Arztkittel nicht mehr in der spitaleigenen Wäscherei gereinigt. Spitalleitung und Baudirektion begründen den Entscheid mit baulichen Gründen. Die Junge SVP Uri übt Kritik.
Carmen Epp
Ab 2024 gibts im Kantonsspital Uri keine Wäscherei mehr. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 4. Januar 2017)

Ab 2024 gibts im Kantonsspital Uri keine Wäscherei mehr. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 4. Januar 2017)

Das Urner Stimmvolk hat entschieden: Das bisherige Kantonsspital Uri (KSU) soll einem Neubau weichen, der Ende 2024 voll in Betrieb sein wird. Während sich die meisten Angestellten auf die neuen und modernen Räumlichkeiten des KSU freuen, bereitet der Neubau den acht Mitarbeitenden der spitaleigenen Wäscherei seit ein paar Tagen Bauchschmerzen. Der Spitalrat hat Ende Juni entschieden, den Betrieb der Wäscherei per Ende 2023 einzustellen. Das geht aus einem Schreiben der Spitalleitung an die Mitarbeitenden hervor, das unserer Zeitung vorliegt.

Baudirektor Roger Nager, der das Dossier nach der Urnenabstimmung von Gesundheitsdirektorin Barbara Bär übernommen hat, bestätigt die Auflösung der Wäscherei auf Anfrage.

Enger Zusammenhang mit neuer Energiezentrale

Ausschlaggebend für den Entscheid seien betriebliche und bauliche Gründe, so Nager. Mit dem Neubau des Spitals würden sich Spitalleitung und Spitalrat sehr genau überlegen, wie sie sich künftig aufstellen wollen. «Auch andere Bereiche werden überprüft. Das liegt in der unternehmerischen Freiheit des Spitals», hält Nager fest.

Gemäss dem Schreiben an die Mitarbeitenden steht das Aus der Wäscherei in engem Zusammenhang mit der Energiezentrale des Spitals. Durch den Rückbau der oberirdischen Geschosse der Gebäude des KSU, in denen sich die heutige Energiezentrale befindet, entstehe ein erhebliches Risiko für die darunterliegenden Räumlichkeiten der Energiezentrale.

«Die Bodenplatte würde brechen und die Energiezentrale geflutet»

So würden die bestehenden Bodenplatten ohne die darüberliegenden Gebäude dem Grundwasserdruck eines Hochwassers wie demjenigen im Jahr 2005 nicht mehr standhalten. «Die Bodenplatte würde brechen und die Energiezentrale geflutet, was die Zukunft des Spitals als Ganzes gefährden würde», heisst es im Schreiben. Da eine Verstärkung der Bodenplatten in der Energiezentrale technisch nicht möglich ist, habe der Steuerungssausschuss Mitte Juni entschieden, eine neue Energiezentrale im neuen Gebäude zu realisieren. Die Kosten dafür seien im Voranschlag bereits enthalten.

Diese Verschiebung der Energiezentrale hat mehrere Folgen, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Zum einen mache das den Totalrückbau eines der Gebäudes einfacher, was die Bauzeit um zirka ein halbes Jahr verkürze. Gleichzeitig würden sich damit die ober- und unterirdischen Räumlichkeiten der heutigen Energiezentrale erübrigen. So auch jene der Wäscherei.

Verzicht auf die Wäscherei macht den Neubau günstiger

Um den Wäschereibetrieb weiter aufrechterhalten zu können, wären umfangreiche und kostspielige bauliche Massnahmen nötig, heisst es im Schreiben weiter. So müsste eine Platte über der Decke erstellt werden, um die Lasten zu verteilen. Und der Betrieb während der Abbruchphase des Bettentrakts hätte gemäss Spitalleitung ohnehin aus Sicherheitsgründen ausgelagert werden müssen, was zu zusätzlichen Kosten führen würde. Im Zuge dieser Überlegungen habe der Spitalrat Ende Juni entschieden, den Betrieb der Wäscherei am KSU per Ende 2023 einzustellen.

Der Entscheid bringe im Projektkredit Einsparungen von mehreren hunderttausend Franken mit sich, rechnet Nager vor: So brauche es keine Lastverteilplatte für rund 250'000 Franken, kein Provisorium während der Abbruchphase, und die Bauzeit des ganzen Projekts könne um drei Monate verkürzt werden. «Nicht zu vergessen sind die Ersatzinvestitionen für die Erneuerung der Wäscherei, die im Jahr 2024 anfallen würden», hält Nager weiter fest. Spätestens dann hätte man die Frage der Weiterführung der Wäscherei ohnehin stellen müssen, was die KSU-Verantwortlichen der Regierung und diese dem Landrat bereits vor der Abstimmung vor zwei Jahren offen kommuniziert habe.

Nachfolgelösung noch ungeklärt

«Für die acht Mitarbeitenden der Wäscherei werden nun Lösungen gesucht, die für die Betroffenen, das KSU und den Kanton Uri vorteilhaft sind», hält Nager weiter fest.

Wo das KSU ab 2024 die Wäsche waschen wird, steht noch offen. Man werde externe Partner wie Alters- und Pflegeheime in die Suche miteinbeziehen, heisst es im Schreiben der Spitalleitung. Gemunkelt wird aber auch, dass demnächst eine grosse Wäscherei ihre Dienstleistungen Hotels und Heimen und später auch dem KSU anbieten könnte.

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