Wassen
Autobahnausfahrt erhält eine Ampel, um Stau auf der Kantonsstrasse vorzubeugen

Das Pilotprojekt startet voraussichtlich im Mai. Die Ausfahrt an der A2 in Wassen wird mit einer Dosieranlage ausgestattet. So soll künftig verhindert werden, dass bei Stau auf der Autobahn auch die Kantonsstrasse verstopft wird.

Anian Heierli
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Wenn es auf der A2 Richtung Süden vor dem Gotthard staut, kommt es oft auch zu einer Überlastung der Kantonsstrasse, weil Fahrzeuglenker dorthin ausweichen. Um das zu verhindern, wird ein automatisches Dosiersystem an der Ausfahrt Wassen installiert.

Laut einer Mitteilung des Bundesamts für Strassen (Astra) wird bei der Ausfahrt in Fahrtrichtung Süden eine Lichtsignalanlage installiert, die den von der Nationalstrasse abfahrenden Verkehr regelt. Der Pilotbetrieb startet bei der Öffnung des Gotthardpasses – voraussichtlich also Mitte Mai. Beendet wird die Testphase dann im September.

Die Ausfahrt Wassen auf der A2 ist ab diesem Sommer bei Stau nur noch gedrosselt befahrbar.

Die Ausfahrt Wassen auf der A2 ist ab diesem Sommer bei Stau nur noch gedrosselt befahrbar.

Bild: Keystone (Wassen, 5. Juli 2014)

Der Pilotbetrieb wird neben dem Astra auch eng von der Kantonspolizei Uri begleitet. «Die Verkehrszahlen, Staulänge, Zeiten und wann die Dosieranlage aktiv ist, wird gespeichert», sagt Thorsten Imhof, Chef der Bereitschafts- und Verkehrspolizei, auf Anfrage. Anhand dieser «harten» Fakten könne das Monitoring vorgenommen werden. Ziel sei es, anschliessend zu beurteilen, ob die notwendige Wirkung erzielt werden konnte.

Rettungsgasse auf der Kantonsstrasse soll frei bleiben

Laut Imhof fliessen aber auch «weiche» Faktoren in die Lagebeurteilung ein. Heisst: Wie schätzen die betroffenen Gemeinden und die Polizisten die Lichtsignalanlage ein. Zumindest steht heute schon fest, was man sich mit dem Pilotprojekt erhofft: «Neben der Freihaltung der Rettungsgasse auf der Kantonsstrasse soll die Dosierung auch einen positiven Effekt auf die Verkehrsbelastung der betroffenen Gemeinden im Oberland entlang der A2 haben», sagt Thorsten Imhof.

«Zudem wird so die Einhaltung des Fahrplans des ÖV auf der Kantonsstrasse besser gewährleistet.»

Auch von einer Entlastung der Polizei wird ausgegangen. Bisher mussten Mitarbeiter bei Stau den Verkehr an der Ausfahrt Wassen dosieren. Mit der Anlage sollen diese personellen Mittel künftig frei werden und entlang der Kantonsstrasse zum Einsatz kommen. Laut Astra ist die Dosieranlage aber nicht immer in Betrieb, sondern nur an Wochenenden sowie vor und an den Feiertagen bei hohem Verkehrsaufkommen.

Thorsten Imhof, Chef der Urner Bereitschafts- und Verkehrspolizei, erklärt, dass die geplante Dosieranlage automatisch angeht.

Thorsten Imhof, Chef der Urner Bereitschafts- und Verkehrspolizei, erklärt, dass die geplante Dosieranlage automatisch angeht.

Bild: PD

Thorsten Imhof erklärt: «Die Staulage bildet nicht die Referenz für den Betrieb der Dosierstelle, sondern die Anzahl registrierter Fahrzeuge pro Stunde auf der Kantonsstrasse.» Das soll automatisch funktionieren. «Wenn die Zählanlagen mehr als 700 Fahrzeuge pro Stunde messen, schaltet die Dosieranlage bei der Autobahnausfahrt Wassen automatisch ein.»

Seit Jahren optimieren das Astra, die Urner Baudirektion und die Polizei mit diversen Massnahmen das Staumanagement auf der Autobahn A2 vor dem Gotthardtunnel. Der nun vorgesehene Pilotbetrieb der Dosieranlage ist nur ein weiterer Schritt.