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WASSEN: Buch zieht Zuhörer in seinen Bann

2016 ist eine erweiterte Auflage von «Goldener Ring über Uri» erschienen. Nun sind Literaturinteressierte in den Genuss einer spannenden Lesung gekommen.
Kunsthistoriker Beat Stutzer deutete einige Bilder von Heinrich Danioth. (Bild: urh (Wassen, 25. Oktober 2017))

Kunsthistoriker Beat Stutzer deutete einige Bilder von Heinrich Danioth. (Bild: urh (Wassen, 25. Oktober 2017))

Bücher mit Urner Inhalten stehen diese Woche hoch im Kurs. Nachdem am Dienstag in der Pfarr­kirche Bürglen der neue Band zur Reihe «Kunstdenkmäler des Kantons Uri» vorgestellt worden war, stand am Mittwoch an einer Veranstaltung in der Kirche Wassen das Werk «Goldener Ring über Uri» im Zentrum. Dieses 1941 erschienene Buch ist im Oktober 2016 als fünfte überarbeitete und erweiterte Auflage von der Stiftung Toggäli-Bewegung Uri neu publiziert worden.

Der Urner Ethnologe und Arzt Eduard Renner (1891–1952) hat in seinem Werk das magische Weltbild im alpinen Raum des Kantons Uri und die Sagenwelt der Urner Bergler eindrücklich beschrieben. Ergänzt wird das Buch durch Bilder von Heinrich Danioth (1896–1953). Bei der Veranstaltung in der Pfarrkirche in Wassen handelte es sich um eine Lesung, der rund 60 Lite­raturinteressierte beiwohnten. Durch das Programm führte Kristin T. Schnider, Schriftstellerin und Gemeindepräsidentin von Wassen. Der in Luzern lebende und arbeitende gebürtige Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold las in der Pfarrkirche in Wassen einige Auszüge aus den sieben Originalkapiteln.

Stutzer zieht Parallelen zu Naturvölkern

Vor Arnolds Lesung wartete der in Uri aufgewachsene Kunsthistoriker Beat Stutzer mit einer interessanten Einführung auf. Dabei deutete er unter anderem einige der 38 im Buch enthaltenen Bilder des Künstlers Heinrich Danioth. Stutzer verriet: «Als 18-jähriger Gymnasiast habe ich den Inhalt dieses Buches überhaupt nicht verstanden. Beim Lesen habe ich mich nur gelangweilt. Als dann 1976 eine Neuauflage dieses Werks erschien, habe ich es ein zweites Mal gelesen und war nun ungemein fasziniert, und mir ist ein grosses Licht aufgegangen.» Die Gedankenwelt der sogenannten Naturvölker in Neuguinea und der nordamerikanischen Indianer weise interessante Parallelen zu derjenigen der Bergler auf. Es gebe zum Teil ähnliche archaische Vorstellungen.

Stutzer widmet in der Neuerscheinung ein Kapitel der Biografie Eduard Renners. Darüber hinaus präsentiert sein Begleitwort die Genese des Buchs, gibt Einblick in dessen Rezeptionsgeschichte und erläutert aus kunsthistorischer Sicht die Beziehung zwischen Heinrich Danioths künstlerischem Werk und dem «Goldenen Ring über Uri». Renner und Danioth kannten sich von Kindsbeinen an und waren zeitlebens gute Freunde. Für Stutzer ist klar: «Renner hat sich in den Gesprächen mit den Berglern und Bauern eine von archaischen Geschichten und Sagen geprägte Welt erschlossen, die er in ein magisches Weltbild übertrug. Damit hat er Danioth nachhaltig inspiriert.»

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

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