WASSEN: Gemeinderat kann über Baulandverkauf verhandeln

Schwarze Zahlen, Ja zu einem Planungskredit für die Sanierung des Schulhausplatzes und der Verkauf von 585 Quadratmetern Bauland sowie diverse Orientierungen standen im Zentrum der Dorfgemeinde.

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Wassen schliesst besser ab als budgetiert. (Bild: eb (Wassen, 8. Mai 2017))

Wassen schliesst besser ab als budgetiert. (Bild: eb (Wassen, 8. Mai 2017))

An der Offenen Dorfgemeinde vom vergangenen Freitagabend in Wassen unter dem Vorsitz von Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider wurde ein Projektierungskredit von 11000 Franken für die Sanierung des Schulhausplatzes ohne Gegenstimme gutgeheissen. Nachdem die Realisierung einer Tiefgarage in diesem Bereich gescheitert ist, will der Gemeinderat nun mit der Sanierung des Platzes, der sich in einem schlechten Zustand befindet, vorwärtsmachen. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von 500000 bis 600000 Franken.

Das Vorhaben soll 2018 realisiert werden – die Genehmigung des Baukredits an der Urne vorausgesetzt. Gleichzeitig plant der Gemeinderat die Umsetzung einer Parkplatzbewirtschaftung für alle gemeindlichen Park­plätze in Wassen.

Gemeindeparzelle kann verkauft werden

Oppositionslos grünes Licht erteilten die Stimmberechtigten auch für den Verkauf einer gemeindeeigenen 585 Quadratmeter grossen Parzelle am alten Sustenweg. Beim Gemeinderat haben sich zwei Kaufinteressenten gemeldet, mit denen nun Verhandlungen geführt werden können. Im Zusammenhang mit dem Verkaufsgeschäft sind diverse Auflagen einzuhalten. So darf etwa der steueramtlich angegebene Bodenpreis von 150 Franken pro Quadratmeter nicht unterschritten werden. Die Liegenschaft muss spätestens fünf Jahre nach dem Verkauf mit einem Wohnhaus überbaut sein und von der Käuferschaft bewohnt werden. Andernfalls gilt das Rückkaufsrecht der Gemeinde, und zwar zu einem Bodenpreis von 100 Franken pro Quadratmeter.

Ja sagten die Wassner auch zur Rechnung 2016. Sie schliesst bei einem Ertrag von 1,707 Millionen Franken mit Mehrein­nahmen von 500 Franken ab. Ausserdem konnten zusätzliche Abschreibungen von 95000 Franken vorgenommen werden. Budgetiert worden war ein Defizit von knapp 56 000 Franken. Unter dem Strich schloss die Rechnung somit um rund 151 000 Franken besser ab als prognostiziert. Dieses erfreuliche Resultat war gemäss Verwalter Marcel Schmutz im Wesentlichen auf Minderaufwendungen im Personalwesen und im Bereich Bildung sowie auf unerwartete Beiträge Dritter bei der Wasserversorgung zurückzuführen. Per Ende 2016 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung in Wassen 1567 (Vorjahr: 2238) Franken. Die Einwohnergemeinde konnte per 31. Dezember 2016 ein Eigen­kapital von rund 177 000 Franken ausweisen.

An der Versammlung wurden diverse Orientierungen abgegeben. Das Siedlungsleitbild der Gemeinde liegt inzwischen in groben Zügen vor und kann demnächst aufgelegt werden. Über die Totalrevision der Nutzungsplanung Wassen/Meien und die Anpassung der Bau- und Zonenordnung soll an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 2017 abgestimmt werden.

Petition von Regierung bisher unbeantwortet

Weiter wurde darauf hingewiesen, dass die Einsprache betreffend Verordnung über die Benützung des alten Sustenwegs zwischen Wassen und Färnigen bereinigt ist. In der Verordnung sind unter anderem die Gebühren für die mit einem Fahrverbot belegten Strecken festgelegt. Die Bevölkerung soll demnächst nochmals schriftlich über den genauen Inhalt der voraussichtlich im Juli in Kraft tretenden Verordnung informiert werden.

In Wassen sind im vergangenen Jahr verschiedene Fussgängerstreifen aufgehoben worden, unter anderem derjenige beim Verkehrsknoten Gotthardstrasse/Einfahrt Sustenpassstrasse oder derjenige beim Alters- und Pflegeheim Wassen. Begründet wurde diese Massnahme mit den fehlenden Fussgängerfrequenzen pro Stunde. Über 200 Personen haben eine Petition unterzeichnet und die Urner Regierung darin aufgefordert, die Fussgängerstreifen an diesen gefährlichen Stellen wieder zu markieren. Die Petition blieb bisher unbeantwortet. Der Gemeinderat wurde am Freitag aufgefordert, bei der Regierung nachzuhaken respektive eine Antwort auf die Forderung nach zusätzlichen Fussgängerstreifen zu verlangen.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch