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Wassen hat erneut ein Personalproblem

Von den aktuell sechs Gemeinderäten treten vier Ende 2018 zurück. Nun sucht man in Wassen per Flugblatt Nachfolger. Bringt der öffentliche Aufruf keinen Erfolg, droht Wassner Einwohnern der Amtszwang.
Bruno Arnold
In Wassen, dem Dorf mit dem berühmten «Chiläli», sucht man fieberhaft neue Gemeinderatsmitglieder. (Bild: Daniel Regli, Wassen, 7. Juli 2016)

In Wassen, dem Dorf mit dem berühmten «Chiläli», sucht man fieberhaft neue Gemeinderatsmitglieder. (Bild: Daniel Regli, Wassen, 7. Juli 2016)

Zurzeit hat Wassen sechs Gemeinderäte. Am 23. September finden an der Urne Gesamterneuerungswahlen für die Amtsdauer 2019/20 statt. Vier der sechs Exekutivmitglieder kandidieren nicht mehr: Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider, Verwalter Marcel Schmutz, Sozialvorsteherin Yolanda Parietti und Mitglied Verena Walker-Epp. Nur Vizepräsident Markus Baumann-Jauch und Mitglied Beat Baumann-Nogueira stellen sich weiterhin zur Verfügung.

An der Gemeindeversammlung vom 8. Juni in Wassen müssen namentliche Vorschläge zuhanden der Urnenwahl vom 23. September gemacht werden. Nachfolgerinnen für die vier Zurücktretenden sind aber keine in Sicht. «Wir haben mehrere valable Kandidaten angefragt», sagt Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider. «Bisher ohne Erfolg.»

Flugblatt in alle Haushaltungen geschickt

Gemäss Kantonsverfassung muss der Gemeinderat aus dem Präsidium und mindestens vier weiteren Mitgliedern bestehen. Wegen des Fehlens von Ortsparteien kann man in Wassen auch nicht auf deren Hilfe zählen, wenn es um Nachfolgeregelungen geht. Deshalb hat der Gemeinderat ein Flugblatt in alle Haushaltungen verteilen lassen – mit einem öffentlichen Aufruf, sich für das Amt zu melden. «So kann niemand behaupten, nichts gewusst zu haben», sagt Schnider. Die Meldefrist wurde (vorerst) auf den 23. Mai festgelegt. Schnider erwartet keine Flut von Freiwilligen. «Wir werden dann wohl nochmals auf die Suche gehen müssen.»

Der Wassner Gemeinderat, der gemäss Gemeindeordnung aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Verwalter, dem Sozialvorsteher und einem bis drei Mitgliedern bestehen sollte, war in jüngster Vergangenheit nur einmal mit sieben Leuten besetzt. 2015 waren vorübergehend sogar nur drei Gemeinderäte im Amt, meistens leiteten fünf oder sechs Leute die Geschicke der Gemeinde im oberen Reusstal.

Amtszwang müsste angewendet werden

Was aber, falls am 8. Juni zu wenig Wahlvorschläge eingehen? «Dann müssen spontane Wahlvorschläge aus der Versammlungsmitte angenommen werden, oder der Gemeinderat muss wählbare Personen vorschlagen», erklärt Schnider. Anders gesagt: Es würde das Gesetz zur Besetzung von Behörden angewendet. Die Urner haben dieses am 5. Juni 2016 mit einem Ja-Anteil von 72,5 Prozent genehmigt und sich damit grundsätzlich für die Beibehaltung des Amtszwangs ausgesprochen. In Wassen resultierte damals eine Zustimmung von 62,8 Prozent.

«Keine Gemeinde setzt das Mittel der Amtspflicht gerne ein», betont Schnider. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. «Doch wenn sich nicht doch noch ein paar Freiwillige stellen, bleibt uns ganz einfach keine andere Möglichkeit», so Schnider. Lassen sich nicht genug Gemeinderäte finden, läuft Wassen gar Gefahr, dass die Verwaltung der Gemeinde dem Kanton übertragen werden muss.

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