Wassen wehrt sich gegen den Verkehr – Post zieht neu in den Dorfladen

An der Gemeindeversammlung wurde die Rechnung einstimmig gutgeheissen. Abtraktandiert wurde die Übernahme der Liegenschaften der Schützengesellschaft. Informiert wurde über Post und Verkehr.

Markus Zwyssig
Drucken
Teilen
Im Dorfladen Volg in Wassen soll neu auch die Post untergebracht sein.

Im Dorfladen Volg in Wassen soll neu auch die Post untergebracht sein.

Bild: Urs Hanhart (Wassen, 7. Juni 2018)

In Wassen wir die Post ab kommendem Jahr neu im Dorfladen Volg sein. Der Gemeinderat ist mit diesem Schritt einverstanden. Der Umsatz im Volg bewege sich in einem kritischen Bereich, sagt Gemeindepräsident Felix Ziegler. Daher findet er: «Lieber den Spatz in der Hand, als zwei Tauben auf dem Dach, die vielleicht noch davonfliegen.» Die Dienstleistungen würden am neuen Standort grundsätzlich gleich bleiben, zudem profitieren die Postkunden künftig von längeren Öffnungszeiten.

Lärmarmer Belag und neue Schutzwände auf der A2

Informiert wurde an der Gemeindeversammlung, die am Freitagabend auf Grund der Schutzmassnahmen in der Pfarrkirche stattfand, über das Erhaltungsprojekt der A2 zwischen Amsteg und Göschenen. Zu den Investitionen des Bundesamts für Strassen (Astra) von 102,6 Millionen Franken gehört der Einbau eines lärmarmen Fahrbelags sowie der Bau von Lärmschutzwänden im Bereich Steinen und Pfaffensprung. «Nach Jahren des Aushaltens erhält unsere verkehrsgeplagte Gemeinde eine leichte Entlastung», so Ziegler. Ebenfalls fand vor geraumer Zeit ein runder Tisch der Gemeinden von Erstfeld bis Göschenen mit dem Astra, der Polizei und der Baudirektion statt. Gefordert wird, dass die Autos auch bei Stau auf der A2 bleiben und nicht auf die Kantonsstrasse ausweichen. Das sei wichtig für die Sicherheit im Dorf, so Ziegler. Zudem müssten die Blaulichtorganisationen im Notfall schnell vor Ort sein. «Wir wünschen uns mehr Polizeipräsenz», sagt der Gemeindepräsident. «Heute werden Verkehrsregeln missachtet.»

Mit dem geplanten Kleinkraftwerk im Meiental soll es weitergehen. Die CKW will die Meienreuss für ein entsprechendes Projekt nutzen. Die Umweltverbände haben dagegen Einsprache erhoben. Geplant ist, dass die Regierung im September oder Oktober einen Konzessionsentscheid fällen wird. Anschliessend soll der Landrat darüber befinden.

25 Stimmberechtigte und drei Gäste nahmen an der rund eineinhalb Stunden dauernden Gemeindeversammlung teil. Der Gemeinderat dankte Pascal Mattli, der seit fast 20 Jahren Präsident der Wasserversorgung ist. Die Weichen für die Wahlen sind gestellt. Der fünfköpfige Gemeinderat stellt sich für eine weitere zweijährige Amtszeit zur Verfügung. Falls nicht weitere Kandidaten nominiert werden, finden Stille Wahlen statt.

Regula Baumann-Walker demissioniert als Vertreterin im Schulrat der Kreisschule Urner Oberland. Als Nachfolgerin stellt sich Esther Walker-Bachmann zur Verfügung. In der Rechnungsprüfungskommission (RPK) hat Nicolas Etter nach 9 Jahren demissioniert. Mitglied Max Peter tritt nach 4 Jahren ebenfalls zurück. Als neuer Präsident kandidiert das bisherige Mitglied Stephan Tresch. Zwei weitere Mitglieder für die RPK werden noch gesucht. Die Wahlen finden an der Gemeindeversammlung vom 27. November statt.

Ja zu Rechnung und Übernahme der Wasserversorgung der Armasuisse

Die Rechnung der Gemeinde Wassen wurde einstimmig genehmigt. Diese schliesst bei einem Aufwand von 1,81 Millionen Franken mit einem kleinen Plus von 230 Franken. Ohne die zusätzlich vorgenommenen Abschreibungen von 104'100 Franken würde der Gewinn sogar 104'330 Franken betragen. Ebenfalls ohne Opposition gutgeheissen wurde die Übernahme der Wasserversorgung Wattingen, die bislang im Besitz des Bundesamtes für Rüstung Armasuisse war. Um eine grössere Versorgungssicherheit zu erreichen, wollen die Gemeinde und die Armasuisse die Wasserversorgung Wattingen mit den Quellfassungen im Bereich Wannisfluh sanieren. Die Kosten von rund 915'000 Franken werden vollumfänglich durch die Armasuisse getragen. Anschliessend gehen die Anlagen ins Eigentum der Gemeinde über. Das Kreditbegehren von rund 50'000 Franken für die Sanierung der gemeindeeigenen Quellfassung Wannisfluh soll im Rahmen des Budgets 2021 an der Gemeindeversammlung vom 27. November verabschiedet werden.

Abtraktandiert wurde hingegen die Übernahme der Liegenschaften der Schützengesellschaft. Diese wurde 2007 offiziell aufgelöst. «Eine Übernahme eilt jedoch nicht», so Gemeindepräsident Felix Ziegler. Daher soll damit noch zugewartet werden.