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WASSERKRAFT: Regierung hält an einem Kraftwerk am Alpbach fest

Die Umsetzung eines Kraftwerkprojekts am Alpbach dauert zwar noch längere Zeit. Trotzdem will die Regierung am Schutz- und Nutzungskonzept nichts ändern. Es sollen keine anderen Talschaften für die Wasserkraftnutzung freigegeben werden.
Der Alpbach im Erstfeldertal wird als Trinkwasserquelle und für Wasserkraft genutzt. (Bild: PD)

Der Alpbach im Erstfeldertal wird als Trinkwasserquelle und für Wasserkraft genutzt. (Bild: PD)

Für die Regierung ist die Umsetzung eines Kraftwerkprojekts am Alpbach 2017 «höchst unrealistisch». Das Projekt habe aber weiterhin hohe Priorität; handle es sich doch um das grösste noch nutzbare Gewässer in Uri. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Motion von Christian Arnold (SVP, Seedorf). Dieser hatte gefordert, dass bis Ende 2017 ein Konzessionsgesuch vorliegen solle. Andernfalls solle das Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energie (Snee) angepasst werden.

Die Regierung geht von einem ganz anderen Zeitplan aus: Der Eingang eines vollständigen Konzessionsgesuchs muss gemäss neuer Gewässernutzungsverordnung im Amtsblatt publiziert werden. Mit der Publikation beginnt eine Frist von 180 Tagen, während der ein allfälliges Konkurrenzgesuch eingereicht werden kann. Nach Ablauf der Publikationsfrist folgt das ordentliche Auflage- und Einspracheverfahren. Erfahrungsgemäss sei mit Einsprachen zu rechnen, die anschliessend an die Auflage bereinigt werden müssten, so die Regierung. Der gesamte Prozess dürfte über ein Jahr in Anspruch nehmen.

Am Alpbach prüft die Baudirektion im Auftrag der Regierung einen Kompromissvorschlag. Der Grund: Die Erstfelder sorgen sich um ihr Quellwasser. Entsprechend wurde eine Volksinitiative «Zum Schutz unserer Trinkwasserquellen» am 8. März 2015 mit einem Ja-Anteil von über 95 Prozent angenommen.

Daher soll sowohl die Nutzung der Trinkwasserquellen wie auch des Wassers zur Stromproduktion ab dem Gebiet Bodenberg ermöglicht werden. «Damit wäre es möglich, weiterhin alle bisherigen Quellfassungen im Erstfeldertal für die Trinkwasserversorgung zu nutzen», schreibt die Regierung. Dem Kanton liegt ein Konzessionsgesuch zur Nutzung des Alpbachs vor. Dieses sei aber aufgrund offener Fragen hinsichtlich der Trinkwasserquellen noch nicht vollständig. Zudem seien zwei Voreinfragen eingereicht worden.

Eine Anpassung des Snee aufgrund der Verzögerung am Alpbach drängt sich für die Regierung «in keiner Art und Weise» auf. Dies, da zurzeit die Abklärungen, die eine Realisierung eines Kraftwerks am Alpbach ermöglichen sollen, weiterhin auf Hochtouren laufen. «Sollte eine Doppelnutzung nicht wirtschaftlich sein, müssten andere Kraftwerk-Varianten am Alpbach evaluiert werden», so die Regierung.

Regierung sieht keine Kompensation für Alpbach

Bisher durch das Snee geschützte Talschaften einzig aufgrund der Verzögerung am Alpbach zu öffnen, wie vom Motionär vorgeschlagen, findet die Regierung nicht sinnvoll. «Im Bereich Uri Nord befinden sich keine grösseren ungenutzten, im Snee nicht vorgesehenen Wasserkraftpotenziale, die einen Verzicht auf den Alpbach kompensieren könnten», hält die Regierung fest. Im Schächental beispielsweise würden die Wasserkraftpotenziale schon weitgehend ausgeschöpft (KW Bürglen, KW Schächental).

Ein gewisses Potenzial zur Wasserkraftnutzung durch Kleinstkraftwerke würden einzig der Hinterschächen (Brunnital), der Nimerstafelbach oder kleinere Seitengewässer in der Balmwand bieten. «An diesen Wasserläufen ist die Erstellung eines Kraftwerks technisch möglich, ­allerdings stehen den Projekten teilweise gewichtige Landschafts- und Naturschutzinteressen entgegen.» Die zu erwartende Stromproduktion dieser Kleinstkraftwerke liegen deutlich unter den Strommengen, die selbst bei einer Minimalvariante am Alpbach produziert werden könnten.

Mit Motion kann Snee nicht geändert werden

Die Regierung hält fest, dass die Motion formell unzulässig in die verfassungsmässige Kompetenzordnung eingreife. «Das Konzept ist kein Beschluss, für den der Landrat zuständig ist.» Arnold könne daher nicht mit einer ­Motion eine Änderung des Snee verlangen.

Die Regierung empfiehlt dem Landrat deshalb, die Motion nicht erheblich zu erklären.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

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