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WASSERKRAFT: Schächennutzung: Landrat entscheidet

Die KW Schächen AG unter Federführung des EWA soll die Konzession für den Schächen erhalten. Dies beantragt der Urner Regierungsrat beim Landrat.
Daniel Regli
Mit einer Nutzung am Unterlauf des Schächens kann Strom für rund 3200 Haushalte produziert werden. (Bild Urs Hanhart)

Mit einer Nutzung am Unterlauf des Schächens kann Strom für rund 3200 Haushalte produziert werden. (Bild Urs Hanhart)

Daniel Regli

Am Unterlauf des Schächens soll nach dem Willen der Urner Regierung definitiv ein Kraftwerk gebaut werden. Hierfür soll die KW Schächen AG nun die notwendige Nutzungskonzession erhalten. In der Session vom 28. September wird der Urner Regierungsrat dem Landrat einen entsprechenden Antrag unterbreiten.

49 Prozent für öffentliche Hand

Am Aktienkapital der noch zu gründenden KW Schächen AG sollen die Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) mit 51 Prozent, der Kanton Uri mit 34 Prozent und die Korporation Uri mit 15 Prozent beteiligt sein. Die KW Schächen AG möchte den Schächen zwischen der EWA-Kurve und der Reussmündung nutzen und in einem neuen Kraftwerk auf dem Ruag-Areal Strom für rund 3200 Haushalte produzieren. Das neue Werk hat ein Investitionsvolumen von rund 18 Millionen Franken und würde während der ersten 20 Jahre von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren. Der Baubeginn wäre frühestens im Jahr 2017 und soll im Idealfall zusammen mit der West-Ost-Verbindung (WOV) realisiert werden. Aus dem Bericht der Regierung an den Urner Landrat geht hervor, dass für das Kraftwerk eine Bauzeit von rund 18 Monaten geplant ist.

Kanton wäre froh um Finanzmittel

Dank der Wasserkraftnutzung am Schächen-Unterlauf sollen pro Jahr rund 204 000 Franken (Wasserzinsen) und 102 000 Franken (Dividende) in die Urner Kantonskasse fliessen. Über die gesamte Konzessionsdauer von 80 Jahren betragen allein die Wasserzinsen rund 16,3 Millionen Franken. «Finanzmittel, die der Kanton Uri hinsichtlich der geplanten Grossinvestitionen gut gebrauchen kann», wie Baudirektor Roger Nager auf Anfrage erklärt.

Bereits heute wird ein kleiner Teil des Wassers am Unterlauf des Schächens zur Stromgewinnung genutzt: Die Aeschlimann Kraftwerk AG betreibt ein Kleinstwasserkraftwerk, dessen Konzession im Jahr 2025 ausläuft. Aufgrund der Kleinheit ihres Wasserkraftwerks zahlt die Aeschlimann AG jedoch keine Wasserzinsen an den Kanton Uri. Im Hinblick auf die künftige Nutzung und die damit verbundenen Einnahmen hat der Regierungsrat nun von seinem Rückkaufsrecht Gebrauch gemacht und die Konzession per 31. Mai 2018 gekündigt. Die Aeschlimann Kraftwerk AG soll für die Restdauer der Konzession (7 Jahre) mit 1,2 Millionen Franken entschädigt werden. «Diese Summe ist aufgrund von Berechnungen beigezogener Experten eine energiewirtschaftlich angemessene und faire Entschädigung», schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht an den Landrat. Die Aeschlimann Kraftwerk AG sieht das anders und wehrt sich vor dem Urner Obergericht juristisch gegen diese Kündigung. Eine Einigung über die Entschädigung konnte bisher noch nicht erreicht werden.

Die Aeschlimann Kraftwerk AG selber war bis vor kurzer Zeit zusammen mit dem EWA ein Teil der einfachen Gesellschaft KW Schächen. Das Konzessionsgesuch, das nun vor den Landrat kommt, wurde darum auch von der Aeschlimann Kraftwerk AG mitunterzeichnet. Noch während der Publikationsfrist im Amtsblatt hat sich die Aeschlimann Kraftwerk AG jedoch aus dem gemeinsamen Projekt mit dem EWA zurückgezogen. Und hat im Gegenzug am 8. August sogar ein eigenes Konzessionsgesuch für denselben Gewässerabschnitt eingereicht. Aufgrund der vom Urner Stimmvolk beschlossenen Gewässernutzungsverordnung war die Frist für die Einreichung eines Konzessionsgesuchs zu diesem Zeitpunkt aber bereits verstrichen.

Bereits mehrfach verzögert

Mit dem nun vorliegenden Antrag an den Urner Landrat geht ein langjähriger Kampf um die Nutzungsrechte für den Schächen in die Schlussrunde. Die konkurrierende KW Schächenschale AG, die den Schächen ebenfalls nutzen wollte, hatte die Konzessionsvergabe mehrmals verzögert. Nach dem Landratsentscheid vom 28. September bleibt noch die Möglichkeit des fakultativen Referendums, das bei Zustandekommen einen kantonalen Urnengang zur Folge hätte.

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