Wassner heissen Budget trotz Defizit gut

Für 2020 prognostiziert die Gemeinde einen Verlust von 209'160 Franken. Die Gründe dafür liegen in den gestiegenen Mehrausgaben etwa für Bildung und Gesundheit.

Christian Tschümperlin
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Wassen senkt den Steuerfuss, um die Gemeinde attraktiver zu machen.

Wassen senkt den Steuerfuss, um die Gemeinde attraktiver zu machen.

Manuela Jans-Koch | Lz

Im Zentrum der Gemeindeversammlung Wassen stand am Donnerstagabend die Genehmigung des Budgets 2020. Dieses wurde einstimmig angenommen, obwohl die Rechnung wie schon 2019 ein Minus vorsieht. Das Defizit fällt höher aus als im Vorjahr: Betrug der Verlust im laufenden Budget 34'420 Franken, steigt dieser im kommenden Jahr auf 209'160 Franken. Der Gemeinderat bezeichnet dies als ein mässig zufrieden stellendes Resultat.

Grund für die roten Zahlen sind Mehraufwendungen in diversen Bereichen, so etwa bei der Bildung (+ 78'300 Franken), der Gesundheit (+ 45'000 Franken), der Verwaltung (+ 36'280 Franken) oder bei der Kultur (+ 25'900 Franken). «Anteilsmässig haben wir mehr Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu den Nachbargemeinden Gurtnellen und Göschenen, mit denen wir in der Kreisschule Urner Oberland zusammengeschlossen sind», begründet Gemeindepräsident Felix Ziegler die Mehrausgaben. Punkto Gesundheitskosten kann er bestätigen, dass die Ausgaben für die Pflegerestfinanzierung wie schon in den vergangenen Jahren gestiegen sind.

Die Berggemeinde will Abwanderung verhindern

Die Gemeinde rechnet mit Mindereinnahmen sowohl bei den natürlichen Personen als auch bei den juristischen Personen. Einerseits sieht sich Wassen gezwungen, den Steuerfuss von 115 Prozent auf 113 Prozent zu senken, um der Abwanderung entgegenzuwirken. Die Steuersenkung wurde grossmehrheitlich angenommen. Die daraus resultierenden Steuerausfälle von 16'000 Franken sind im Budget 2020 berücksichtigt. Andererseits führt das von Volk und Ständen genehmigte Steuergesetz Staf zu Mindereinnahmen bei den Unternehmen. Die Kapitalsteuer belässt die Gemeinde dennoch bei 2,4 Promille.

In der Investitionsrechnung 2020 sind keine Ausgaben geplant. «Wir hatten bereits grosse Investitionen in diesem Jahr mit der Gesamtsanierung des Schulhausplatzes», so der Gemeindepräsident.

Neue Gemeindeordnung einstimmig angenommen

Ebenfalls an der Gemeindeversammlung behandelt wurde die neue Gemeindeordnung, also der Vollzug des neuen kantonalen Gemeindegesetzes, sowie verschiedene weitere gemeindliche Rechtserlasse, deren Anpassung aufgrund des neuen Gesetzes nötig wurden.

Gemeindeverwalter Stefan Baumann-Walker stellte die drei neuen Rechtserlasse vor. Diese wurden einstimmig genehmigt. Die Gemeindeordnung 2019 fällt gegenüber derjenigen von 2004 wesentlich schlanker aus. Dazu sagt der Gemeindepräsident: 

«Man hat sich auf das Wesentliche konzentriert und die Rechtserlasse den Erfordernissen der Zeit angepasst.»

Orientiert wurde unter anderem über den Unterhalt der Wanderwege 2019. «Wir konnten dieses Jahr sehr viel Unterhaltsarbeiten auf den Wanderwegen erledigen», sagt Ziegler. Zum Beispiel wurde ein Zugangsweg auf die Sewenhütte von der Sustenpassstrasse weg verlegt. «Dadurch wird der Weg viel sicherer für Familien und Kinder, weil am Sommer viel Verkehr auf der Passstrasse vorhanden ist.»