Weiterer Urner Hausarzt gibt Tätigkeit auf

Dr. Sandholzer in Schattdorf schliesst seine Praxis aus persönlichen Gründen. Für die Gesundheitsdirektion aber kein Grund zur Panik.

Florian Arnold
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Der Kanton Uri bildet das Schlusslicht der Schweiz in der Rangliste der Ärztedichte. Nun gibt ein weiterer Hausarzt seine Tätigkeit in Uri auf: Dr. Sandholzer aus Schattdorf hat seine Patienten gebeten, ihre Unterlagen in den kommenden Wochen abzuholen. «Dr. Sandholzer gibt seine Praxis aus persönlichen Gründen auf», bestätigt Roland Hartmann, Generalsekretär der Gesundheitsdirektion. Weil er in den Ferien sei, wollte Dr. Sandholzer zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben.

«Wir bedauern jede Schliessung einer Praxis, die nicht wiederbesetzt werden kann», sagt Roland Hartmann. Für die Patienten bedeutet das, dass sie sich selbstständig nach einem neuen Hausarzt umsehen müssen. «Trotzdem ist eine einzelne Schliessung noch keine Katastrophe. Die Versorgung der Urnerinnen und Urner ist weiterhin sichergestellt.» So geht Hartmann davon aus, dass die Patienten auf die übrigen Praxen verteilt werden können.

Neue Modelle ziehen auch junge Ärzte an

Die Ärztesituation habe sich in den vergangen zwei Jahren etwas beruhigt, sagt Hartmann. «In einigen Praxen wurde eine Nachfolgelösung mit jungen Ärztinnen und Ärzten gefunden.» Dies auch dank des Modells von Gemeinschaftspraxen, wie etwa der Bristenpraxis.

2016 wurde zudem in Uri mit der Änderung des Gesundheitsgesetzes die Möglichkeit geschaffen, die medizinische Grundversorgung seitens des Kantons finanziell zu fördern. Demnach kann der Regierungsrat für ein Vorhaben eine Anschub- und Teilfinanzierung bis maximal 100000 Franken gewähren. Will er ein Vorhaben mit einem rückzahlbaren Darlehen unterstützen, so kann er dies bis maximal 1 Million Franken tun. Noch höhere Beiträge könnte der Landrat bewilligen. Laut Hartmann ist das Gesetz bis jetzt in drei Fällen zur Anwendung gekommen: für Projekte in Schattdorf, Silenen und Göschenen.

Den Anstoss müssen allerdings die Gemeinden geben, der Kanton unterstützt dann subsidiär. Jedoch versprechen nicht alle unterstützten Projekte Erfolg. So musste etwa die Sprechstunde im Oberland mangels Frequenzen wieder aufgegeben werden. Für Hartmann ist das Gesetz trotzdem ein Erfolg. (zf)