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WETTER: Uri versinkt in Schnee und Wasser

Höchste Lawinengefahr-Stufe in den hohen Lagen und Dauerregen in den Niederungen: Die starken Niederschläge halten die Einsatzkräfte auf Trab. Sie hoffen aber auf baldige Entlastung.
Florian Arnold
Andermatt macht der Schnee zu schaffen. (Bild: Andermatt Swiss Alps)

Andermatt macht der Schnee zu schaffen. (Bild: Andermatt Swiss Alps)

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die starken Niederschläge der vergangenen Tage haben sich im Kanton Uri auf verschiedene Weisen ausgewirkt. Aufgrund der lokal sehr grossen Schneemengen besteht in weiten Teilen des Kantons Lawinengefahr der Höchststufe fünf. Gesperrt sind laut der Kantonspolizei Uri folgende Strassenabschnitte: Linthal–Urnerboden, Gurtnellen–Pfaffensprung, Wassen–Meien, Göschenen–Andermatt sowie Andermatt–Hospental–Realp.

Die bisher heftigsten Ereignisse: Im Meiental hat sich die Husertallawine gelöst und einen Abschnitt der vorsorglich gesperrten Strasse nach Meien verschüttet. Zudem gab es im Urserntal zahlreiche Lawinenniedergänge. Zwischen Erstfeld und Silenen ist die Wilerlawine niedergegangen. Personen wurden keine verletzt.

«Speziell, aber nicht aussergewöhnlich»

«Über grössere Sachschäden liegen keine Kenntnisse vor», schreibt die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung. Evakuationen habe es keine gegeben. Eine Neubeurteilung der Lawinensituation finde heute Dienstagmorgen statt. «Die Wetterlage ist für den Kanton Uri sicher sehr speziell, aber für einen Alpenkanton auch nicht völlig aussergewöhnlich», sagt Polizeisprecher Gusti Planzer. Bisher sei man von grösseren Schadenmeldungen verschont geblieben. Demnach konnte die Lage auch mit dem ordentlichen Polizeiaufgebot bewältigt werden. Grosseinsätze seien zurzeit nicht absehbar: «Wir gehen von einer baldigen Beruhigung der Wetterlage aus», so Planzer.

Im Urserntal hadert man jedoch nicht mit dem Schicksal. Neben den gesperrten Strassen hat auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn ihren Betrieb zwischen Fiesch und Disentis sowie den Autoverlad Furka und Oberalp eingestellt. In Andermatt wurde der Gemeindeführungsstab einberufen. Dieser gab die klare Weisungen an die Bevölkerung heraus: «Der Aufenthalt ausserhalb des Dorfes ist aus Sicherheitsgründen verboten», heisst es in einem Flugblatt, das auch auf der Website der Gemeinde aufrufbar ist. Zudem sollen «unnötige Fahrten im Dorf unterlassen werden». Auch der Betrieb des Dorfbusses wurde eingestellt. Die Schneeräumung wird nur minimal bewerkstelligt.

«Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Lawinendienst des Bundes», sagt die Andermatter Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann, welche für die Kommunikation des Gemeindeführungsstabs zuständig ist. So herrscht auch in Andermatt Lawinengefahr Stufe fünf. «Für die Andermatter ist das nichts Neues», so Baumann. «Die meisten sehen es nicht so tragisch.» Denn an der Infrastruktur gab es bisher keine Schäden: Die Wasser- und Stromversorgung war jederzeit gewährleistet.

Bis zur Neubeurteilung heute Dienstag sind keine Personentransporte möglich. Auch nicht per Helikopter. «Flüge sind nur im äussersten Notfall gestattet», so Baumann. Über die Strassensperrung seien die Bevölkerung und auch die betroffenen Touristen frühzeitig informiert worden, sodass das Tal noch habe verlassen werden können. Weil man sich in der Nebensaison befinde, würden sich zurzeit nur wenige Touristen in Andermatt befinden.

Führungsstab in Alarmbereitschaft

Im Talboden zeigte sich der Niederschlag als Dauerregen. Aufgrund dessen sei die Hochwassersituation in kleinen Gewässern angespannt, schreibt die Polizei. In Altdorf kam es am Sonntag zu einem lokalen Murgang, bei dem niemand verletzt wurde (siehe unsere Zeitung von Montag). Der Gemeindeführungsstab Altdorf hat den Einsatz noch nicht abgeschlossen, die Situation sei aber unter Kontrolle, heisst es auf Anfrage.

In Erstfeld konnte auf einen Einsatz des Gemeindeführungsstabs bisher verzichtet werden. Er befindet sich aber in Alarmbereitschaft. Die Feuerwehr patrouilliert an neuralgischen Punkten. In der ersten Kalenderwoche mussten wegen des erhöhten Abflusses – als Folge des Murgangs im Oberwiler – in Ripshausen orangene so genannte «Beaver-Ablenkschläuche» verlegt werden, um das Schwerverkehrszentrum vor einer Überschwemmung zu schützen. Die Strasse ins Bocki bleibt gesperrt. Trotz des vielen Regens sei die Situation im Murganggebiet Oberwiler-Hüseriberg momentan aber stabil, beurteilt die Abteilung Wasserbau des Kantons.

Der Chef des kantonalen Führungsstabs, Ignaz Zopp, ist in Kontakt mit den betroffenen kantonalen und kommunalen Partnern. Die Entscheidungsträger seien gut informiert über die momentanen Entwicklungen, so Polizeisprecher Planzer. «Laufend wird die aktuelle Situation beurteilt, um nötigenfalls die erforderlichen Massnahmen treffen zu können.»

Hinweis

Aktuelle Informationen gibt es unter www.ur.ch/strasseninfos

Andermatt macht der Schnee zu schaffen. (Bilder: Andermatt Swiss Alps (Andermatt, 22. 1. 2018))

Andermatt macht der Schnee zu schaffen. (Bilder: Andermatt Swiss Alps (Andermatt, 22. 1. 2018))

Niederschläge zeigen sich im Talboden als Dauerregen. (Bild. Valentin Luthiger (Urner Zeitung))

Niederschläge zeigen sich im Talboden als Dauerregen. (Bild. Valentin Luthiger (Urner Zeitung))

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