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Bürglen: Gegen die neue Mobilfunkanlage regt sich Widerstand

Das Bauprojekt der Swisscom hinter der Motorfahrzeugkontrolle sorgt für Kontroversen. Der Kanton pocht darauf, dass die Strahlenwerte eingehalten werden. Den Einsprechern werden wenig Chancen eingeräumt.
Markus Zwyssig
Hier soll die neue 25 Meter hohe Mobilfunkanlage der Swisscom zu stehen kommen. (Bild: Markus Zwyssig, Bürglen, 22. Oktober 2019)

Hier soll die neue 25 Meter hohe Mobilfunkanlage der Swisscom zu stehen kommen. (Bild: Markus Zwyssig, Bürglen, 22. Oktober 2019)

Der Widerstand wächst täglich. Auf Facebook und in Whats­app-Gruppen wird intensiv über die geplante 25 Meter hohe Mobilfunkanlage bei der Motorfahrzeugkontrolle Bürglen diskutiert. Den Initianten geht es darum, «gemeinsam gegen die 5G-Antenne im Wohngebiet Bürglen zu kämpfen». Anwohner werden aufgefordert, sich zu wehren. Einsprache erheben kann, wer in einem Radius von 918 Metern von der Anlage wohnt. «Wir möchten uns hier gegen die massiv erhöhte Strahlungsbelastung für unsere Gesundheit und die Wertminderung der Liegenschaften gemeinsam mobilisieren.»

Der Neubau einer Mobilfunkanlage für die Swisscom war im Urner Amtsblatt am Freitag ausgeschrieben. Wie ein Augenschein vor Ort ergab, ist die neue Antenne, welche sich unmittelbar hinter der Motorfahrzeugkontrolle befindet, bereits projektiert. Die Baupläne können auf den Gemeindekanzleien in Bürglen, Schattdorf und Altdorf eingesehen werden. Zudem sind die Pläne unter www.ur.ch/baugesuche aufgeschaltet. Eine Zustimmung bezüglich Strahlenbelastung muss das Amt für Umweltschutz geben. Die Baubewilligung erteilt schliesslich Bürglen, weil die Antenne auf ihrem Gemeindegebiet steht.

Keine Beweise für Gesundheitsgefährdung

«Ich habe Verständnis für die Verunsicherung in der Bevölkerung», sagt Niklas Joos, Leiter der Abteilung Immissionschutz beim Amt für Umweltschutz. Er betont aber auch, dass es nicht so ein grosser Unterschied sei zwischen 4G und 5G. Die Frequenzen, die nun einführt würden, seien absolut vergleichbar mit früheren Technologien. «Bis jetzt gibt es keine eindeutigen Beweise auf die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung», so Joos. Er betont, man prüfe genau, ob die Grenzwerte des Bundes eingehalten würden. Massgeblich ist dabei die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung. «Da sind wir wesentlich strenger als unser Nachbarland Deutschland. Bei uns gelten zehnmal höhere Grenzwerte.» Einsprachen, welche sich auf die Strahlenbelastung beziehen, habe es in der Schweiz bereits viele gegeben, so Joos. Diese seien von den Gerichten jeweils abgelehnt worden. Solange die Grenzwerte eingehalten würden und das Ortsbild nicht beeinträchtigt werde, stehe einer Bewilligung nichts entgegen.

Bisher ist im Kanton Uri noch keine 5G-Anlage in Betrieb. Das zeigt sich bei einem Blick auf die entsprechende Karte des Bundesamts für Kommunikation (Bakom). Die Mobilfunkunternehmen geben sich zugeknöpft. «Wir kommunizieren aus Wettbewerbsgründen keine konkreten Ausbaupläne», teilt die Swisscom auf Anfrage schriftlich mit. Man informiere aber, sobald eine Gemeinde ausgebaut wurde. «Wir planen bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G zu versorgen. Dies in städtischen wie auch ländlichen Regionen.»

Die Swisscom verspricht, dass überall und jederzeit die strengen Grenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung eingehalten werden: «Die Antennen werden 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr von unserem zertifizierten Qualitätssicherungssystem überwacht.» Niklas Joos betont, dass man mit jährlichen Stichproben die Einhaltung der Grenzwerte kontrolliere.

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