Wie will der Regierungsrat Urner Herdentiere schützen? Landrätin fordert Antworten

In ihrer Interpellation möchte Frieda Steffen (CVP, Andermatt) unter anderem wissen, wie Landwirte unterstützt werden, die Herdentiere verloren haben.

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Ein Herdenschutzhund bewacht seine Schäfchen. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Conthey VS, 10. Juni 2014)

Ein Herdenschutzhund bewacht seine Schäfchen. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Conthey VS, 10. Juni 2014)

(lur)

CVP-Landrätin Frieda Steffen sorgt sich um den Herdenschutz im Kanton Uri. Mit einer Interpellation will sie vom Regierungsrat Antworten darauf, wie Herdentiere in den Urner Bergregionen vor Raubtieren geschützt werden können, ohne dass dabei der Tourismus beeinträchtigt wird. Das Unteralptal beispielsweise sei «das Naherholungsgebiet für die Gemeinde Andermatt und zudem ein vom Tourismus stark genutztes und beliebtes Gebiet». Dennoch sei es möglich, in solchen Gebieten gewisse «zumutbar schützbare» Zonen zu definieren. Deren Handhabung soll der Regierungsrat erläutern.

Zudem hält Steffen in ihrem Vorstoss fest, dass es schwierig sei, geeignete Unterkünfte für Schafhirte zu finden, oder dass ein ausgebildeter Herdenschutzhund erst nach eineinhalb bis zwei Jahren erhältlich sei. Folgende Fragen richtet sie daher an die Urner Regierung:

  1. Wie schätzt der Regierungsrat das Naherholungsgebiet der Gemeinde Andermatt, das Unteralptal, ein? Gilt es als zumutbar schützbar? Wie wird das Herdenschutzmanagement umgesetzt, wenn ein Gebiet als nicht zumutbar schützbar eingeschätzt wird?
  2. Welche Möglichkeiten sieht der Regierungsrat, die Landwirtschaft zu sensibilisieren, wolfssichere Zäune zu erstellen, sowohl für das Klein- wie auch das Grossvieh?
  3. Kennen Kanton und Bund bereits eine Regelung für die Entschädigung von gerissenen Herdenschutzhunden?
  4. Welche Bewilligungen sind notwendig, um Unterkünfte wie Baustellen-Baracken oder Container im Alpgebiet ausserhalb der Bauzone zu erstellen? Wer ist für die Erteilung dieser Bewilligungen zuständig?
  5. Für welche Ereignisse sind die Care-Teams zuständig? Welche Unterstützung kann ein betroffener Landwirt oder Älpler und dessen Familie in Anspruch nehmen, um ein solches Ereignis zu verarbeiten?
  6. Im Juni 2017 hat der Regierungsrat die Entschädigung für den zusätzlichen Aufwand nach einem Schadenereignis durch ein Grossraubtier in einem Reglement beschlossen. Kann sich der Regierungsrat vorstellen, Anpassungen für die Entschädigung zu machen, insbesondere, wenn es sich um anerkannte Folgekosten wie Suchaktionen mit Helikopterflügen handelt?
  7. Wie schätzt der Regierungsrat die arbeitszeitliche Auslastung der Wildhüter ein? Braucht es für die kommenden Jahre Anpassungen bei den Stellenprozenten?

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Carmen Epp