Wiesn-Gaudi wirkt als Magnet

Beim «Ürner Oktoberfest» ging einmal mehr so richtig die Post ab. Das Bier floss in Strömen und es wurde bis früh morgens ausgelassen gefeiert. Ein Urner Ex-Radrennprofi hatte einen grossen Auftritt.

Urs Hanhart und Philipp Zurfluh
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Ex-Radrennprofi Bruno Risi machte den Fassanstich. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
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Als Ehrengast war auch Regierungsrat und Landesstatthalter Urban Camenzind (rechts) mit dabei. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Viele fesch gekleideten Frauen prägten das Bild im Festzelt auf dem Winkel-Areal. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Auch Selfies durften nicht fehlen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Das Bier floss in Strömen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Das Servicepersonal hatte alle Hände voll zu tun. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Die Musikgesellschaft Unterschächen besorgte den musikalischen Auftakt. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Bereits am frühen Nachmittag war das Festzelt gut gefüllt. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
Auch in diesem Jahr wurde die 6000-Liter-Marke geknackt. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)
An den Zapfstellen herrschte Hochbetrieb. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)

Ex-Radrennprofi Bruno Risi machte den Fassanstich. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. September 2018)

Outfitmässig dominierten am Samstag Dirndl und Lederhosen den Dorfkern von Altdorf. Man wähnte sich schon fast in einer bayrischen Kleinstadt. Die praktisch durchs Band fesch gekleideten Frauen und Männer steuerten allesamt das gleiche Ziel an, nämlich ein riesiges Festzelt auf dem Winkelplatz. Dort ging bereits zum sechsten Mal das längst zu einem festen Bestandteil des hiesigen kulturellen Lebens gewordene und von Floorball Uri veranstaltete «Ürner Oktoberfest» über die Bühne.

Der Andrang war trotz garstiger Witterung derart gross, dass sich bereits vor der Türöffnung um 13 Uhr eine gewaltige Warteschlange bildete, die zwischenzeitlich bis zum Telldenkmal reichte. Sämtliche der weit über tausend Sitzplätze waren bereits innert weniger Minuten besetzt.

Ex-Radcrack als Fassanstecher

Das frühe Kommen lohnte sich, denn nach dem von der Blaskapelle Schächental begleiteten Wiesn-Einzug stand schon bald der nächste Höhepunkt auf dem Programm. Der Ex-Profi-Radrennfahrer Bruno Risi machte den Fassanstich. Unterstützung erhielt der mehrfache Bahn-Weltmeister dabei von Regierungsrat und Landesstatthalter Urban Camenzind sowie von «Stiär Biär»-Geschäftsführer Urs Wagner. Bevor Risi zum Holzhammer griff und mit dem energischen Einschlagen des Zapfhahns den Gerstensaft-Sprudel offiziell in Gang setzte, führte OK-Mitglied Dominic Gisler noch einige Kurzinterviews mit den versammelten Promis. Als Erster zu Wort kam OK-Präsident Christian Gisler, der die Gelegenheit nutzte, allen rund 250 Helfern für ihren grossen Einsatz zu danken.

Volkswirtschaftsdirektor Camenzind nahm erstmals am «Ürner Oktoberfest» teil. Punkto Outfit fiel der Magistrat etwas aus der Reihe, erschien er doch nicht wie die meisten anderen in Lederhosen und kariertem Hemd, sondern in einem dunklen Anzug. Seine Begründung: «Für kurze Hosen habe ich zu wenig schöne Beine. Ich bin froh, dass man auch in zivilen Kleidern kommen darf.» Zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des «Ürner Oktoberfestes» sagte er: «Das ist ein sehr guter Anlass, weil hier Urner Produkte präsentiert und konsumiert werden können. Zudem kommt der Gewinn einem guten Zweck zugute.»

Bruno Risi feiert kräftig mit

Besonders stolz zeigte sich Dominic Gisler, dass es dem OK nach vielen vergeblichen Anläufen endlich gelungen war, Risi als Fassanstecher zu gewinnen. Der Ex-Radcrack hatte in den Vorjahren wegen anderen Verpflichtungen stets absagen müssen. Der Bürgler ist seit acht Jahren im Skiverkauf der Firma Völkl tätig. «Ich werde auch heute kräftig mitfesten und sicher länger hier bleiben als Urban Camenzind», versicherte der Hauptehrengast zum Schluss. Camenzind musste sich bereits im Verlaufe des späteren Nachmittags wieder verabschieden.

2017 wurden beim «Ürner Oktoberfest» rund 6200 Liter «Stiär Biär» konsumiert. Vor Ort bereitgestellt waren lediglich 5400 Liter, weshalb 800 Liter nachgeführt werden mussten. Heuer war man noch besser für die durstigen Festbesucher gerüstet.

Auch 2019 soll das Fest stattfinden

Die Helfer an den Zapfhähnen waren im Dauereinsatz, ebenso das Servicepersonal. Im Festzelt hatte nach dem Fassanstich zunächst die Volksmusik-Formation Stelbach-Buam ihren grossen Auftritt. Anschliessend drückte die Partyband Tiroler Bluat bis tief in die Nacht hinein aufs Gaspedal.

Dominic Gisler blickte am Sonntag auf einen gelungenen Anlass zurückt: «Es war ein gemütliches Fest mit einer grandiosen Stimmung. Alles ist friedlich verlaufen», sagt er Anfrage. Über 2000 Besucher sein von 13 bis 3 Uhr früh morgens auf dem Winkel-Areal gewesen. «Auch dieses Jahr wurde die 6000-Liter-Marke geknackt.» Für alle Oktoberfest-Fans hat Gisler eine gute Nachricht: «Ziemlich sicher stellen wir auch 2019 wieder ein Fest auf die Beine. Von der Gemeinde Altdorf haben wir bereits die Zusage erhalten.» Doch zuerst wolle man in Ruhe alles analysieren.