WILDERER: «Das ist eine äusserst verwerfliche Tat»

Ein Flüeler Jäger konnte als Wilderer entlarvt werden. Ein Einzelfall? «Eher ja», sagt Jagdverwalter Josef Walker. Doch gleichzeitig vermutet er eine Dunkelziffer.

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Jagdverwalter Josef Walker. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Jagdverwalter Josef Walker. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Flüelen Anfang April 2008: Im Gruontal finden Privatpersonen ein totes Reh. Wie sich später herausstellt, wurde es mit Schüssen aus einer illegalen Waffe erlegt. Da die Privatpersonen Wilderei vermuten, informieren sie die Jagdverwaltung. Der Tat verdächtigt wird ein 31-jähriger Flüeler Jäger. Er wird in der Folge polizeilich einvernommen. Dabei gesteht er nicht nur den Erwerb der illegalen Waffe, sondern auch insgesamt drei widerrechtliche Abschüsse innerhalb weniger Monate.

Bei der angeordneten Hausdurchsuchung werden neben der mit Vorrichtungen für Zielfernrohr und Schalldämpfer ausgestatteten Tatwaffe noch weitere Waffen und Munition sichergestellt. Auch ein tags zuvor erlegtes und ausgeweidetes Reh hängt in einem speziell für die Fleischpräparierung eingerichteten Raum des Hauses.

«Äusserst verwerfliche Tat»
Josef Walker, Leiter der Abteilung Jagd beim Kantonalen Amt für Forst und Jagd, will sich zu diesem konkreten Fall nicht äussern. «Ich halte mich an meine Schweigepflicht, zumal es sich um ein laufendes Verfahren handelt.» Der Urner Jagdverwalter nimmt aber grundsätzlich Stellung: «Für mich ist das Erlegen von Tieren ausserhalb der offiziellen Jagdzeit eine äusserst verwerfliche Tat und selbstverständlich alles andere als ein Kavaliersdelikt.»

Einzelfälle, aber Dunkelziffer
Dass Wilderer geschnappt würden, sei allerdings eher selten. «Seit ich als Jagdverwalter im Kanton Uri tätig bin, wurde pro Jahr durchschnittlich höchstens eine Person erwischt.» Dass es eine Dunkelziffer gibt, steht für Walker fest. «Ich möchte nicht spekulieren», sagt er. «Aber es gibt sicher bedeutend mehr Fälle von Jagdfrevel als Täter, die erwischt werden.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.