WILDRUHEZONEN: Schneesportler können gebüsst werden

Wer sich im Winter abseits der markierten Wege und Pisten bewegt, kann Wildtiere in den Tod hetzen. Der Kanton will das mit Ruhezonen verhindern.

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Schneeschuhwanderer (heir auf einem markierten Schneeschuhpfad auf Gitschenen) und andere Wintersportler können das Wild massiv stören. (Archivbild Angel Sanchez/Neue UZ)

Schneeschuhwanderer (heir auf einem markierten Schneeschuhpfad auf Gitschenen) und andere Wintersportler können das Wild massiv stören. (Archivbild Angel Sanchez/Neue UZ)

Schneeschuhwandern, Variantenskifahren und Skitouren erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit, auch in Uri.

Der Wintersport abseits der Pisten kann für Wildtiere aber dramatische Folgen haben. Denn in den kalten und nahrungsarmen Monaten reduzieren die Tiere ihren Energiehaushalt. Werden sie gestört oder erschreckt, ergreifen sie die Flucht und wenden dafür viel Kraft auf. Das kann mitunter zum Tod führen.

Und falls sie die Flucht überleben, führt das Wild die verpuffte Energie wieder zu sich, indem es unter anderem Jungwald abfrisst. Dies kann gerade für Schutzwälder problematisch sein. Betroffen vom Stress sind Hirsche, Gämsen und Rehe, aber auch Schneehasen oder Schneehühner. Wie viele Tiere dem winterlichen Stress jährlich zum Opfer fallen, ist aber nicht bekannt.

Busse: 150 Franken
Der Urner Regierungsrat will diese Tiere nun besser schützen: Er hat elf Wildruhezonen im Raum Schächental, Riemenstaldertal und Urnerboden ausgeschieden. «Dies war nötig», findet der Urner Jagdverwalter Josef Walker. «Denn die Wintersportaktivitäten in den betroffenen Gebieten haben in den letzten Jahren zugenommen.»

Jetzt werden die Sportler eingeschränkt: Sobald eine geschlossene Schneedecke liegt, aber spätestens vom 1. Dezember bis am 30. April, dürfen die Wildruhezonen nicht betreten werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Busse von 150 Franken rechnen. Walker verspricht: «Wir werden Kontrollen in den Gebieten machen.»

Die meisten Leute würden sich an die Signalisationstafeln halten, die auf das Verbot hinweisen. «Es gibt aber immer Unverbesserliche, die den Kick in einem solchen Gebiet suchen.»

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.