WINTER: Neuschnee führt zu Blechschäden und Sperrungen

Die erneuten Schneefälle am Wochenende sorgten für Probleme: Drei Autos sind verunfallt, drei Strassen mussten kurzzeitig gesperrt werden, und der Winterdienst läuft noch immer auf Hochtouren.

Carmen.epp@urnerzeitung.ch
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Von den Kantonsstrassen in den Schächen: Bei dieser Kippstelle türmen sich die Schneemassen. (Bild: Carmen Epp (Schattdorf, 16. Januar 2017))

Von den Kantonsstrassen in den Schächen: Bei dieser Kippstelle türmen sich die Schneemassen. (Bild: Carmen Epp (Schattdorf, 16. Januar 2017))

Am Wochenende sind wieder bis zu 80 Zentimeter Neuschnee in Uri gefallen. Während sich Skisportfreunde über die weisse Pracht freuen, sorgten die Schneemassen auf den Urner Strassen zeitweise für Chaos.

Am Freitagmorgen musste der Schwerverkehr auf der Autobahn in Erstfeld Richtung Süden aufgrund des Schneetreibens kurzfristig angehalten werden. Am Nachmittag schliesslich wurde gar der ganze Autobahnverkehr ab Amsteg Richtung Süden kurz unterbrochen. Und auf der Strecke Göschenen–Andermatt galt für kurze Zeit Schneekettenpflicht.

Färnigen fast zwei Tage von der Umwelt abgeschnitten

Auf drei Abschnitten war die Gefahr gar so gross, dass diese für den Verkehr gesperrt werden mussten. Dies nicht wegen der Schneemassen auf der Strasse, sondern weil Lawinen niederzugehen drohten. So war der Strassenabschnitt zwischen Meien und Färnigen von Samstagnachmittag bis Montagmittag während 46 Stunden gesperrt, wie Stefan Bucheli, Abteilungsleiter Betrieb Kantonsstrassen, auf Anfrage sagt. Auch die Strasse ab Linthal auf den Urnerboden musste am Samstagnachmittag für fast einen Tag für den Verkehr gesperrt werden. Zu einem Lawinenabgang kam es dann letztlich doch nicht, wie Bucheli sagt.

Anders in Isenthal: Dort löste sich am Samstag eine Lawine vom Seikbergstutz. Glücklicherweise hat die Gemeinde die Gefahr frühzeitig erkannt und die Strasse ins Grosstal von Samstagmittag bis Sonntagmorgen sperren lassen. Am Montagmorgen ging am selben Ort wieder eine Lawine nieder, die Grosstal­strasse musste abermals gesperrt werden. Bis wann die Sperrung anhält, konnte bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung gebracht werden.

Am Samstag kam es im Oberland zu zwei Unfällen. Ein deutscher und ein libyscher Autofahrer gerieten nach der Ausfahrt aus dem Gotthard-Strassentunnel auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern und krachten ineinander. Verletzt wurde niemand, es entstand jedoch ein Sachschaden von 10000 Franken. Auf der Strasse von Andermatt nach Göschenen verlor ein Freiburger Autofahrer die Haftung auf dem Schnee. Erst eine Mauer und ein Stahlgeländer brachten das Auto zum Stillstand. Dabei entstand ein Sachschaden von 20000 Franken, verletzt wurde niemand.

Hunderte Tonnen Schnee werden gesammelt

In den nächsten Tagen soll es gemäss Wetterprognosen trocken bleiben. Dem Winterdienst geht die Arbeit aber auch ohne weiteren Schneefall nicht aus, wie Stefan Bucheli sagt. «Rund 40 Personen stehen nach wie vor im Einsatz und sammeln die Schneemassen vom Wochenende ein, die beim Räumen an den Strassenrand gedrängt wurden.»

Allein an diesem Wochen­ende kamen auf den Kantonsstrassen mehrere hundert Tonnen Schnee zusammen, die vom Winterdienst aufgeladen, transportiert und auf verschiedenen Kippstellen abgeladen wurden.

Flüssigsalz allein kommt nicht in Frage

Ist der Schnee von der Strasse weg, gilt es, weiterhin die Glätte zu bekämpfen. Hierfür kommt in Uri seit mehreren Jahren ein Taumittel aus Trockensalz und Flüssigsalz zum Einsatz. Die Beimischung von Flüssigsalz habe den Vorteil, dass es – im Gegensatz zum Trockensalz – besser auf dem Untergrund haften bleibe, erklärt Bucheli. Eine Umstellung auf reines Flüssigsalz, so genannte Sole, wie sie beispielsweise Basel bereits vollzogen hat, komme für die Urner Kantonsstrassen nicht in Frage. «Reine Sole kann, wenn sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort eingesetzt wird, auch negative Auswirkungen auf die Befahrbarkeit einer Strasse haben», erläutert Bucheli den komplexen Zusammenhang.

Das kommende trocken-kalte Wetter dürfte auch die Lawinengefahr entschärfen. War die Gefahrenstufe gemäss Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Wochenende teilweise gross, wurde sie am Montag auf erheblich heruntergestuft. Bis Donnerstag soll die Lawinengefahr noch weiter abnehmen.

 

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch