Leserbrief

Wir brauchen kluge Köpfe, sie sind in Uri rar genug

Zu den Gesamterneuerungswahlen in Regierungsrat und Landrat vom 8. März.

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Georg Simmens Kandidatur für einen Sitz im Regierungsrat verdient meine Unterstützung und Anerkennung. In einem Kanton, der nicht einmal so viele Aufrechte zählt, wie ein mittleres Stadtquartier und in einer halben Stunde locker durchmessen werden kann, ist es müssig, sich darüber aufzuhalten, aus welchem geografischen Winkel eine Kandidatin oder ein Kandidat stammt. Das wird nämlich immer dann ins Feld geführt, wenn die Person keine anderen Verdienste vorweisen kann, als eben einen Wohnort – den man übrigens jederzeit wechseln kann. Viel wichtiger ist die Frage nach ihren Qualitäten.

Der Regierungsrat ist dem Kanton verpflichtet, und somit dem Volk von Uri und nicht einer Gemeinde. Ich durfte mit Georg Simmen seit längerer Zeit und wiederholt zusammenarbeiten. Ich schätze ihn wegen seiner Weitsicht und seiner Fähigkeit, Situationen nicht nur schnell zu erfassen, sondern auch Entscheide zu fällen, die von Sachlichkeit und Augenmass zeugen und am Ende einen Konsens finden. Simmen ist einer, der nicht nur eine klare Meinung hat, sondern auch Ausdauer und Mut. Kein Weichgespülter aus einer Parteiküche und auch kein Karrieremacher. Den Beweis hat er schon mehrfach angetreten: als Landrat, als Bürger, als Mensch. Er macht es auch dann, wenn der Föhn etwas stärker bläst und wenn es einmal gegen die mächtigen Institutionen angehen muss. Er fällt auch nicht gleich um (ausser ab und zu beim Skifahren), sondern steht wieder auf und tritt für seine Überzeugung ein. Oberländer oder Unterländer spielt doch keine Rolle. Wir brauchen kluge Köpfe. Sie sind in Uri rar genug. Und übrigens, wenn ich in meinen Erinnerungen krame: Aus dem Oberland kamen eigentlich nie die Schlechtesten, dachte sich der Kropf und wählte den Urschner.

Max Germann, Altdorf