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Axenstrasse: Richard Kocherhans will möglichst viele Blöcke sprengen

Zwei absturzgefährdete Blöcke mit einem Gewicht von rund 1000 Tonnen sind am Samstag gesprengt worden. Richard Kocherhans sagt, wie es nun weitergeht.
Bruno Arnold
Richard Kocherhans, Leiter der Astra-Filiale Zofingen. (Bild: PD)

Richard Kocherhans, Leiter der Astra-Filiale Zofingen. (Bild: PD)

Gemeindepräsident Timotheus Abegg durfte als Gäste am Strassenfest neben dem Urner Baudirektor Roger Nager und dessen Schwyzer Amtskollegen Othmar Reichmuth auch den Leiter der Filiale Zofingen des Bundesamts für Strassen (Astra), Richard Kocherhans, begrüssen. Beim für die A4-Axenstrasse verantwortlichen Astra Zofingen hatte es am vergangenen Donnerstag geheissen: «Noch kann nicht abgeschätzt werden, wann die Sprengung der Felsblöcke stattfinden wird.» Am Samstagmorgen wurde aber bereits gesprengt. Richard Kocherhans nahm am Rande des Strassenfests zu Fragen unserer Zeitung Stellung:

Wollte man den Termin der Sprengung bewusst nicht bekannt geben, um einen möglichen «Gafferaufmarsch» zu verhindern?

Richard Kocherhans: Nein. Wir konnten es am Donnerstag schlichtweg noch nicht sagen. Ursprünglich war die Sprengung bereits am Sonntag, 11. August, geplant. Aber dann hat es am Vortag geregnet. Die Planung wurde damit über den Haufen geworfen. Man kann nicht genug betonen: Die Arbeiten oberhalb der Axenstrasse sind schwierig und vor allem extrem wetterabhängig. Weil sich niemand in der Gumpischtal-Rinne aufhalten darf, müssen sie vom Helikopter aus am hängenden Seil vorgenommen werden. Das ist nur bei gutem Wetter und ruhigen Windverhältnissen möglich. Die Sicht für die Personen an den Beobachtungsposten muss ausreichend sein. Und schliesslich drohen immer wieder Murgänge. Grundsätzlich kann kein genauer Sprengtermin weit im Voraus festgelegt werden. Es wird einfach gesprengt, sobald man vor Ort bereit ist.

Wann wurde der Entscheid für die samstägliche Sprengung gefällt?

Am Freitagabend hat mich der Verantwortliche der mit den Arbeiten im Gumpischtal beauftragten Firma telefonisch informiert, dass es möglich sei, am Samstag zu sprengen. Das bedeutete für uns: Gesagt, getan.

Sind Sie mit dem Ergebnis der Sprengung zufrieden?

Eine erste Beurteilung hat ergeben, dass die Sprengung den gewünschten Erfolg zeigt und die Felsblöcke genügend zerkleinert werden konnten. Hingegen wurden oberhalb der Sprengstelle zwei weitere, noch grössere Blöcke entdeckt, die ebenfalls gesprengt werden müssen. Wir wollen grundsätzlich alles sprengen, was eine Gefährdung der Strasse und der Verkehrsteilnehmer darstellen könnte.

Führen diese zusätzlichen Sprengungen zu einer Verlängerung der Sperrung der Axenstrasse?

Nein. Wir gehen immer noch davon aus, dass der Verkehr auf der Axenstrasse ab Mitte September wieder rollen kann. Die Sprengung der beiden noch grösseren Blöcke wird parallel zur Installation der Überwachungs- und Warnanlage vorbereitet und vorgenommen. Ich betone: Die Astra-Verantwortlichen wollen die Strasse möglichst schnell wieder öffnen – gerade auch, weil die Verkehrssituation im Raum Hergiswil zurzeit sehr prekär ist, da dort auch der Verkehr geschluckt werden muss, der üblicherweise über die Axenstrasse rollt. Trotz dieses Drucks gibt es aber zwei Prämissen: Die Sicherheit der Arbeiter im Gebiet und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer muss gewährleistet sein.

Wie funktioniert ein solches Überwachungs- und Warnsystem?

Es braucht eine automatische Anlage, die auf Radartechnologie basiert und auch in der Nacht, bei Regen oder Nebel funktioniert. Sie erkennt, dass Steine in Bewegung geraten oder dass ein Murgang ausgelöst wird. Die Anlage gibt dann einen Alarm ab. Auf der Strasse wird ein System installiert sein, das dann die Ampel automatisch auf Rot schaltet.

Reicht die Zeit vom Alarm bis zum Umschalten auf Rot, um zu garantieren, dass keine Verkehrsteilnehmer mehr unterwegs sind?

Wenn sich ein Stein löst, dauert es rund 20 Sekunden, bis er auf der Strasse aufprallt. Das ist eine extrem kurze Zeit und für uns die grosse Herausforderung. Das System muss die Bewegungen erkennen und warnen. Man muss die Strasse schliessen und danach räumen können. Wir diskutieren noch immer intensiv, wie wir gerade die Räumungsarbeiten auf der Strasse sicherheitsmässig optimal lösen können. Zudem darf man nicht vergessen, dass noch rund 50000 m3 loses Gestein in der Rinne des Gumpischtals liegen. Dieses Material kann je nach Witterung durch einen Murgang gelöst werden und danach abrutschen. Es wird zum grössten Teil im dortigen Geschiebesammler der SBB landen, aber auch eine Gefährdung der Strasse bleibt bestehen.

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