Wirtschaft Uri sagt Nein zu den Agrar-Initiativen

Die Geschäftsleitung von Wirtschaft Uri hat  die Nein-Parole zu den Agrar-Initiativen beschlossen. Diese hätten negative Auswirkungen auf die Urner Wirtschaft. Zur Velo-Initiative wurde keine Parole gefasst.

Drucken
Teilen
Laut Wirtschaft Uri würden bei einer Annahme der Fair-Food-Initiative die hiesigen BAuern ihren Marktvorteil der hohene Standards in Ökologie und Tierschutz verlieren. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Laut Wirtschaft Uri würden bei einer Annahme der Fair-Food-Initiative die hiesigen BAuern ihren Marktvorteil der hohene Standards in Ökologie und Tierschutz verlieren. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Beide Initiativen würden ähnliche Ziele verfolgen, verlangen einen Kurswechsel in der Agrarpolitik und führen zu einer Marktabschottung und einer mühseligen Bürokratie, schreibt Wirtschaft Uri in einer Mitteilung. René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, meint dazu: «Beim Thema ‹Fair-Food› würden die hiesigen Bauern ihren Marktvorteil der hohen Standards in Ökologie und Tierschutz verlieren. Verlieren würden auch die Konsumentinnen und Konsumenten in dem sie höhere Preise zu zahlen haben.»

Nicht zu vergessen sei auch, dass durch Importverbote viel kleinere Angebot an Lebensmittel, dass zur Verfügung gestellt werden könnte, sagt Röthlisberger. «Die beiden Agrar-Initiativen bringen viele Verlierer hervor, deshalb ist es wichtig, diese beiden Initiativen abzulehnen.»

Kein zusätzlicher Kontrollapparat

Die Folgen der Initiativen wären einschneidend für die Schweiz, heisst es in der Mitteilung weiter. Ein ausufernder Kontrollapparat des Staates und steigende Lebensmittelpreise wären das Ergebnis dieser schädlichen Initiativen. Bereits heute würden Schweizerinnen und Schweizer im Schnitt 70 Prozent mehr für ihre Lebensmittel als in der EU zahlen. Kritisch zur Initiative steht die Geschäftsleitung von Wirtschaft Uri zudem, weil die Initiative im Widerspruch zu internationalem Handelsrecht stehe, im Vollzug durch die neu geschaffene übermässige Bürokratie kaum praktikabel ist und das Ziel verfolgt, den Bürger zu bevormunden.

«Protektionistische Massnahmen lehnen wir ab»

Von Preisfestsetzungen über Stellenausbau in der Landwirtschaft bis hin zu neuen Zöllen: Dies wären laut Wirtschaft Uri die Folgen der Initiative «Für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle». Für die Geschäftsleitung von Wirtschaft Uri ist klar, dass eine Annahme der Initiative ein Rückschritt für die Entwicklung der Landwirtschaft bedeuten würde. René Röthlisberger sagt: «Die protektionistischen Massnahmen sowie staatliche Planwirtschaft mit Preis- und Mengensteuerung und neuen Subventionen lehnen wir klar ab.»

Nicht geäussert hat sich Wirtschaft Uri zur Velo-Initiative, da dieses Geschäft nicht relevant für das Gewerbe sei. (red)

Ernährungssouveränität scheidet die Geister

SVP und SP fassten am Donnerstagabend die Parolen für die eidgenössischen Abstimmungen vom 23. September. Dabei zeigte sich, dass die Meinungen der beiden Parteien zu den Vorlagen sehr unterschiedlich sind.
Markus Zwyssig und Remo Infanger

CVP und FDP Uri fassen die selben Parolen

Die beiden Kantonalparteien beschäftigten sich am Donnerstagabend intensiv mit den Parolen für die eidgenössischen Abstimmungen vom 23. September. Beide sagen einmal Ja und zweimal Nein.
Remo Infanger und Markus Zwyssig