Wo Schüler Lehrer umarmen

Ein Schweizer Lehrer erzählt in Seelisberg von Erfahrungen im Rahmen eines Hilfsprojekts in Guatemala.

Christoph Näpflin
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Diese Kinder können dank Paten aus der Schweiz in Guatemala in die Schule gehen.

Diese Kinder können dank Paten aus der Schweiz in Guatemala in die Schule gehen.

Bild: PD

Der bald 27-jährige Ostschweizer Samuel Mundwyler hat in Guatemala eine ganz andere Welt kennen gelernt. Als er vor zwei Jahren vom Engagement des Seelisberger Fördervereins Michael Skopp in Guatemala hörte, wollte er unbedingt mithelfen. Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Vorsitzenden des Födervereins, Rosemarie Skopp, war für ihn klar, dass er vor Ort an dieser Schule arbeiten wollte.

Vergangenen Frühling reiste er nach Guatemala und half an der Schule mit. «Ich konnte an der Grundschule Mathematik und Sport unterrichten, nachdem ich die ganz anderen Lehrmethoden vor Ort verstanden hatte», erklärte Samuel Mundwyler. Die wichtigsten Fächer in Guatemala waren Mathematik, Lesen, Schreiben, Singen und Sport. «Ganz überrascht war ich über das Fach Mensch und Umwelt, bei dem es vor allem um Nachhaltigkeit und das Verständnis für die regionalen Produkte und Dienstleistungen ging», erinnerte Mundwyler. Aber auch die Erkenntnis, dass die Schüler in Guatemala besser in der Mathematik sind als jene in der Schweiz, war für ihn erstaunlich.

Die Kinder sind stolz, dass sie zur Schule gehen können

Sehr positiv überrascht war er von der Wertschätzung, welche er als Lehrperson bei Kindern und Eltern genoss. «Das Verhältnis zu den Schulkindern war sehr nah und es kam oft vor, dass ich von den Kindern nach der Schule herzhaft umarmt worden bin», meinte Samuel Mundwyler mit einem Leuchten in den Augen. Speziell für ihn war zudem die Erkenntnis, dass alle Kinder sehr gerne zur Schule gehen und stolz sind, dass sie dies überhaupt tun dürfen. Seit mehreren Jahren unterstützt der Förderverein Michael Skopp aus Seelisberg die Schule unter anderem mit Lebensmitteln. Diese werden vor Ort eingekauft und die Eltern der Schüler bereiten diese dann für alle zu. «Neben den regelmässigen Mahlzeiten sind die Uniformen für die Schulkinder von grosser Bedeutung», so der Lehrer. «Sie sind sehr stolz, diese tragen zu dürfen. Je nach Alter der Schüler haben diese Uniformen unterschiedliche Farben.»

Neben Reis und Poulet gehören Bohnen in allen Formen und Kochweisen zu den wichtigsten Speisezutaten. Gönner des Fördervereins haben zudem Patenschaften für Kinder übernommen. «Es war sehr schön, mit Kindern zu arbeiten, welche sich dank jährlich wiederkehrenden Spenden von Paten in der Schweiz überhaupt einen Schulbesuch leisten können.»

Ganz klar wollten die Kinder in Guatemala wissen, wie die Kinder in der Schweiz zur Schule gehen. Auf der anderen Seite fanden die Kinder in der Schweiz den Schulalltag in Guatemala ganz cool.