Würdigung

Früherer Polizeikommandant Reto Habermacher ist verstorben

Der frühere Urner Polizeikommandant Reto Habermacher ist in einem Auto in Schattdorf leblos aufgefunden worden. Es wird von einem natürlichen Tod ausgegangen. Damit verliert die Schweiz einen Verkehrsexperten.

Florian Arnold
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Der langjährige Polizeikommandant von Uri, Reto Habermacher, ist in einem Auto in Schattdorf leblos aufgefunden worden. Dies weiss die «Urner Zeitung» aus verlässlichen Quellen. Polizeisprecher Gusti Planzer bestätigte zwar den Polizeieinsatz, machte jedoch keine Angaben zum Todesopfer. Das Auto war am späteren Freitagmorgen vor dem Feuerwehrlokal im Grund entdeckt worden. Es dürfte sich um einen natürlichen Tod ohne Fremdeinwirkungen gehandelt haben.

Reto Habermacher, 2016.

Reto Habermacher, 2016.

Bild: Keystone

Reto Habermacher wurde 67 Jahre alt. 2016 legte er sein Amt als Kommandant der Kantonspolizei Uri nieder, dies nach insgesamt 22 Jahren. Während Habermachers Amtszeit wurde in Erstfeld das erste Schwerverkehrszentrum der Schweiz eingeweiht und eröffnet. Weiter wurden unter seiner Führung 2010 die Strukturen der Kantonspolizei komplett neu organisiert. Als persönlich einschneidendsten Moment bezeichnete er jedoch den 24. Oktober 2001. Nach einer Frontalkollision war es zu einem Brand im Gotthard-Strassentunnel gekommen, bei dem elf Personen ums Leben kamen. Im Anschluss daran half Reto Habermacher mit, das Tropfenzählersystem am Gotthard zu entwickeln. Dies handelte ihm den Titel «Papst des Verkehrs» ein. Sein Wissen gab er bis nach Amerika weiter.

Nach seinem Rücktritt blieb Habermacher dem Kreis der Polizisten treu. Er wurde per 1. Oktober 2016 Direktor des Schweizerischen Polizei-Instituts (SPI) in Neuenburg und war dort für die Grundausbildung und die Weiterbildung von Polizisten in der Schweiz verantwortlich.

Den Angehörigen spricht die Redaktion ihr herzliches Beileid aus.