Urs Wüthrich verabschiedet sich als Dirigent des Orchesters Erstfeld

Urs Wüthrich gibt nach fünf Jahren den Taktstock weiter. Dem Orchesters Erstfeld bleibt er aber als Musiker im Hintergrund treu.

Leza Aschwanden
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Geehrt wurden (von links) die Solisten Willi Truttmann und Reto Gisler sowie der abtretende Dirigent Urs Wüthrich. (Bild: Leza Aschwanden)

Geehrt wurden (von links) die Solisten Willi Truttmann und Reto Gisler sowie der abtretende Dirigent Urs Wüthrich. (Bild: Leza Aschwanden)

Das Jahreskonzert des Orchester Erstfeld fand am vergangenen Sonntag unter dem Motto «Klingende Namen» statt. Die zahlreichen Zuhörer erwartete ein abwechslungsreiches Programm, das von klassischer Musik aus Oper und Ballett über zeitgenössische Stücke der Beat­les und Titelsongs aus den James-Bond-Filmen eine breite Palette an Stilrichtungen abdeckte. Allen gemeinsam: Sieh drehen sich um einen bestimmten Namen.

So startete das Orchester fulminant mit der Ouvertüre aus der Oper «La clemenza di Tito» von Wolfgang Amadeus Mozart. Um die einzelnen Stücke nicht einfach nur im Raum stehen zu lassen, führte Moderatorin Mara Simmen das Publikum durch den Abend und erläuterte die Hintergründe der Stücke – und grüsste Gäste, die den gleichen Vornamen tragen, wie die Titel der gespielten Stücke. Offenbar kennt das Orchester Erstfeld sein Publikum.

Bilder unterstützten den Genuss der Musik

Informationen zur Entstehung, zur Erzählung der dazugehörigen Oper oder zu den Komponisten erlaubten es dem Publikum, in die Stücke einzutauchen – auch dank der Projektion von passenden Bildern, die einen Teil des Bühnenbilds ausmachte.

Neben international sehr bekannten Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Peter Iljitsch Tschaikowsky wurde – wie alle Jahre – auch ein Stück des Erstfelders Alfred Zwyer aufgeführt. Der Orchestergründer leitete den Verein bis ins hohe Alter, komponierte und arrangierte Stücke für das Orchester Erstfeld und schätzte auch den gemeinschaftlichen Austausch mit seinen Mitmusikanten. Man merkte es den Orchestermitgliedern an, dass sie mit Zwyer immer noch viel verbindet. So wurde sein Stück «Landammann Zwyer von Evibach», ein rasanter Marsch, mit viel Enthusiasmus vorgetragen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Zwyer selber nicht am Konzert teilnehmen, das Orchester liess jedoch herzliche Grüsse ausrichten. Herausragend waren auch die beiden Solisten Willi Truttmann am Waldhorn, der das Solo aus der Ouvertüre zur Oper «Martha» darbot und Reto Gisler mit einem Trompetensolo aus dem Musical «Hello Dolly».

Das sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Programm endete mit Melodien aus dem Musical «Annie Get Your Gun», aus welchem auch die Zugabe «There’s No Business Like Showbusiness» entstammt. Mit Abschluss des Jahreskonzerts nahm auch die Dirigententätigkeit von Urs Wüthrich ein Ende. Der Vorstand des Vereins bedankte sich bei Wüthrich für sein langjähriges Engagement in den verschiedensten Funktionen. Man kann durchaus behaupten, dass damit eine Ära zu Ende geht: Bereits seit über 55 Jahren war Wüthrich im Orchester Erstfeld tätig. Im Alter von 15 Jahren begann er als Waldhornist, damals noch unter der Leitung von Alfred Zwyer. Seit 5 Jahren führte er das Orchester als Dirigent.

Wüthrich komponierte eigens für das Orchester

Wüthrich arrangierte nicht nur bestehende Stücke für die Besetzung des Orchesters. Auch eigene Kompositionen entstanden. So wurde am Jahreskonzert 2018 der zwölfteilige Zyklus «Aqua Rusila» aus Wüthrichs Feder uraufgeführt. Urs Wüthrich betonte aber, dass er dem Orchester weiterhin angehören werde, zwar eher im Hintergrund «aber irgendein kleines Perkussionsinstrument werden ich sicher noch ab und zu in die Hand nehmen», so Wüthrich.

Seine Nachfolge als Dirigent kommt aus dem bestehenden Orchester. Der Waldhornist Willi Truttmann wird ab jetzt am Dirigentenpult stehen. Das hier eine würdige Nachfolge gefunden wurde, bestätigte er denn auch dadurch, dass er als Dirigent ein Medley mit Themen aus den James-Bond-Filmen gekonnt leitete.