WWF Uri lobt Schwimmbad Altdorf für mehr Sonnenstrom

Für die gesetzten Energieziele 2035 sieht WWF Uri viel Potenzial in grossen – statt vielen kleinen – Solarstrom-Anlagen. Auch andere Gebäude sollen sich am Schwimmbad Altdorf ein Beispiel nehmen.

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Laut WWF Uri sind grosse Solarstromanlagen kostengünstiger als viele Kleinanlagen.

Laut WWF Uri sind grosse Solarstromanlagen kostengünstiger als viele Kleinanlagen.

Archivbild: Urner Zeitung

(pd/RIN) Die vielen sonnigen Tage lassen zurzeit das Potenzial der Sonnenenergie erahnen. Deshalb zeigt sich der WWF Uri in einer Mitteilung erfreut über die Pläne der Schwimmbadgenossenschaft Altdorf, die den Bau einer Solaranlage vorsehen. Gerade solche grösseren Solarstrom-Anlagen seien sinnvoll, weil sie kostengünstiger Energie produzieren als viele Kleinanlagen. Für den WWF Uri steht fest: Auch in Uri ist noch viel Potenzial vorhanden.

Das Energiegesetz des Bundes fordert für 2035 neben den Ausbauzielen für die Wasserkraft auch eines für weitere erneuerbare Energien. Verteilt man die Zielgrösse auf die Kantone, so müsse Uri etwa 50 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr liefern. Ein viermal so hohes Ziel postuliert der Waadtländer Nationalrat und Energiefachmann Roger Nordmann als Ersatz für alle AKW sowie die vollständige Eliminierung von CO2-Emissionen von Gebäuden und Verkehr mit Ausnahme des Luftverkehrs, um eine Winterstromlücke zu vermeiden.

Bis zu 300 Gigawattstunden möglich

Die vier Windräder auf dem Gütsch produzieren rund 4,5 GWh, der Rest müsse von der Fotovoltaik kommen, wie es in der Mitteilung des WWF Uri weiter heisst. Bis jetzt erzeugen Urner Solaranlagen rund 4 GWh. Mit Solarpanels auf allen Dächern des Kantons könnten gemäss EnergieSchweiz 200 GWh erreicht werden – unter Ausnutzung der Fassaden seien gar fast 300 GWh möglich.

«Leider bevorzugt die Förderpolitik des Bundes jedoch kleinere und damit teurere Anlagen», schreibt WWF Uri. Ähnliches gelte für die an sich sehr positive Förderpolitik des Kantons. Der kantonale Förderbeitrag ist auf einen Maximalbetrag von 8000 Franken begrenzt, was für Grossanlage nicht attraktiv sei. Dabei wären grosse Solarstromanlagen bedeutend kostengünstiger als Kleinanlagen, ist WWF Uri überzeugt: «Mit grossen Anlagen könnte die Hälfte der Kosten pro Einheit eingespart werden.» Darüber hinaus könnten die Investitionen bereits nach zehn Jahren amortisiert werden und heute fördere die schnelle technologische Entwicklung die Wirtschaftlichkeit noch zusätzlich. Dies zeige die seit 2018 im Betrieb stehende Anlage bei der Altdorfer Hagen-Turnhalle: 2019 musste so viel weniger Strom zugekauft werden, dass die Baukosten nach zehn Betriebsjahren amortisiert sein werden und auch danach werde die Anlage für weitere 15 bis 20 Jahre lang (gratis) Strom liefern, wie es in der Mitteilung heisst.

Voraussetzungen wären laut WWF Uri vielerorts gegeben

Grossanlagen seien meist nur finanzierbar, wenn wie beim Schwimmbad Altdorf oder der Hagen-Turnhalle ein grosser Teil des produzierten Stroms vor Ort verbraucht werden kann. Begrenzend wirkt dabei die kleine Entschädigung, welche die Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) für den überschüssigen Solarstrom bezahlt. Trotz dieser Einschränkung gäbe es im Kanton Uri noch viele Schulhäuser, Verwaltungsgebäude und vor allem Industrie- und Gewerbebauten, aber auch Wohnblocks, welche die Voraussetzung hätten, den guten Beispielen zu folgen. «Mit einer grossen Solaranlage schont man schon heute nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie», so WWF Uri.

Der Bundesrat schlägt nun vor, mit einem neuen Fördersystem vor allem grössere Anlagen zu fördern. Mit einem Auktionssystem sollen auch Anlagen auf Gebäuden ohne wesentlichen Eigenverbrauch – beispielsweise auf landwirtschaftlichen Gebäuden – rentabel werden. Damit biete sich aktuell die grosse Chance, dass Kanton, Gemeinden, Korporationen und das Gewerbe sich Gedanken darüber machen, wie sie von Produktion von Sonnenstrom profitieren können.