YTRUMMLÄTÄ IN ALTDORF: Diese Chronik geizt nicht mit Skurrilem

Hunderte strömten am Mittwochabend zur Ytrummlätä in Altdorf. Das Jahr 2008 bot viel Stoff für wunderbare Masken.

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Ein Loch in der Pauke: Den Ausruf «Innä mit dä Fääli» hat dieser Fasnächtler wörtlich genommen. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Ein Loch in der Pauke: Den Ausruf «Innä mit dä Fääli» hat dieser Fasnächtler wörtlich genommen. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Gut sind sie gestrickt: die Geschichten dieses Abends, die erzählen von dem, was 2008 so war im Grossen und im Kleinen. «Langsam, langsam», knurrt der verspätete Mexikaner zwar und drängt sich mit seiner ungeheuren Pauke durch die wartenden Reihen. Aber die Flut ist nicht zu bremsen: Hunderte von Fasnächtlern setzen sich in Bewegung an dieser Ytrummlätä, in der die freudetrunkenen Maschgäraadä sich überbieten in der Lust, von Skurrilem, Tragischem und Frohem zu erzählen.

Nicht kleckern, sondern klotzen, das hat sich eine Gruppe gesagt, und sich die ganze Finanzmisere in Form eines raffiniert konstruierten Bankzerfalls auf die Schultern geladen. Bekleckert haben sich dafür «Alles:13» – sie mimen den geschändeten Danioth-Teufel aus der Schöllenen. Schwaden von Weihrauch kündigen das Kommen von «Per Tutti» an. Nein, nicht aus der Kirche hätten sie die goldenen Gefässe geklaut, versichern sie: «Das hat Chidi für uns erledigt.»

Geschichte und Geschichten
Für die ganz grossen Tragödien reicht auch ein Stück Papier: Die Schwarz-Weiss-Kopie eines nur allzu bekannten Konterfeis, einem melancholischen «Paikner» vors Gesicht geklebt, erzählt mehr als genug vom Irrsinn der acht Jahre unter «W». Erzählt wird aber nicht nur in historischen Dimensionen, sondern auch in alltäglichen – Kathrin Grossrieder und ihre Kolleginnen sind duschend unterwegs, mitsamt Gurkenmaske, Duschvorhang und Brause («Für das Gestell haben wir den Schlosser gebraucht»). Toll auch die Ausflüge in die Populärkultur: Für ihre «Bauer, ledig, sucht»-Interpretation haben sich diverse Mannsbilder weibliche Frisurmodelle vom Coiffeur vor die Brust geschnallt. «Sie kann nur nicken – Kopfschütteln geht nicht», verrät ein Heiratswilliger.

Neben all den Geschichten kam aber auch «yysäry Müüsig» nicht zu kurz, und den viel benutzten Ausruf «Innä mit dä Fääli» hat zumindest einer wörtlich genommen: Im Eifer donnerte er ein gewaltiges Loch in seine Pauke. Nur eine weitere kleine Geschichte – vielleicht für die Chronik 2009.

Manuela Kalbermatten

Video zur Ytrummlätä 2009: