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Zehn Nachwuchskünstler an Altdorfer Orgelnacht

An der Orgelnacht in der Kirche St. Martin vom kommenden Wochenende spielen im Block der jungen Urner Organisten
insgesamt zehn Musikerinnen und Musiker. Sie werden Seite an Seite mit drei Profis zeigen, welche Vielfalt das Instrument bietet.
Florian Arnold
Leonie Imholz hat ihren ersten Auftritt an der Orgelnacht in Altdorf. (BIld: Florian Arnold, Altdorf, 14.11.2018)

Leonie Imholz hat ihren ersten Auftritt an der Orgelnacht in Altdorf. (BIld: Florian Arnold, Altdorf, 14.11.2018)

«Ich bin jetzt schon etwas nervös», sagt Leonie Imholz. Dabei macht die Isenthalerin einen ganz entspannten Eindruck auf der Orgelbank. Das kleine Präludium in g-Moll von Johann Sebastian Bach spielt sie fehlerfrei. Am Samstag hat die 14-Jährige ihren grossen Auftritt an der Orgelnacht in Altdorf – gemeinsam mit drei Profis und neun anderen Nachwuchsspielern. Liegt Orgel bei den Jungen also im Trend?

Ganz so euphorisch sieht das Lea Ziegler nicht. «Wir könnten sicher noch mehr Schüler nehmen», sagt die Orgellehrerin und Initiantin der Orgelnacht. Trotzdem ist sie stolz auf ihren Nachwuchs und sieht auch Gründe, weshalb die Orgel in Uri einige junge Menschen begeistert: «Da es an unserer Musikschule gleich drei Lehrpersonen gibt, die auch Orgel unterrichten, haben wir sicher mehr Orgelschüler als andere Kantone.»

Klavierschüler werden für die Orgel begeistert

Neben Lea Ziegler unterrichten die Altdorferin Barbara Domedi und der Bürgler Karl Arnold, die beide auch an der Orgelnacht zu hören sind. Sie würden stets versuchen, motivierten Klavierschülern auch die Orgel näher zu bringen, erklärt Lea Ziegler. Ein Vorteil sei auch, dass es in der Aula des ehemaligen Lehrerseminars eine Übungsorgel gebe. «So muss man nicht immer in eine Kirche für die Orgelstunde.»

Geübt wird aber in aller Regel in einem Gotteshaus. Für Leonie Imholz kein Problem: «Wir wohnen gleich neben der Kirche und meine Eltern sind beide Sakristane.» So gehe sie fast täglich auf der Empore spielen. Ihr idealer Wohnsitz sei auch der Grund, weshalb sie direkt als Orgelschülerin einsteigen konnte, verrät Lea Ziegler. «Normalerweise setzen wir voraus, dass man bereits gute Kenntnisse auf dem Klavier mitbringt», erklärt die Altdorfer Orgellehrerin.

Klavier gefiel der Oberstufenschülerin aber nicht. «Ich finde den Ton der Orgel viel schöner», sagt Leonie Imholz. Deshalb habe man bei ihr eine Ausnahme gemacht – und auch Vorteile festgestellt. «Leonie hat eine sehr gute Pedaltechnik, da sie von Anfang an auch mit den Füssen gespielt hat», erklärt Ziegler.

«Man kommt sich vor dem Instrument klein vor»

Bei der 18-jährigen Céline Walker ist das etwas anderes. Sie konnte sich vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen, dass sie einmal Orgel spielen würde – obwohl sie schon oft an der Orgelnacht als Zuhörerin dabei gewesen sei. Eher zufällig habe sie ein Mitsänger des Jugendchors dazu motiviert, es einmal auszuprobieren. «Ich finde es einfach faszinierend, dass man sich als Mensch vor so einem grossen Instrument richtig klein vorkommt», schwärmt sie. Ausserdem mache es ihr Freude, an Gottesdiensten zu spielen. «Die Reaktionen der Leute sind immer sehr positiv.»

So ergeht es auch Emma Dillier, die in Schattdorf und Attinghausen Orgeldienste übernimmt. Für die 19-jährige ETH-Studentin ist dies ein willkommener Nebenjob. «Ich mache einfach gerne Musik. Und in der Kirche spielt man immer vor Publikum», sagt Emma Dillier. «Mit einer Orgel hat man ein ganzes Orchester vor sich», erzählt sie. «Es ist cool, die Register zu ziehen. Man kann ganz leise und dann wieder ganz laut spielen – ein sehr vielfältiges Instrument.»

Peer-Gynt-Suite auch für Kinder

Die Vielfältigkeit dieses Instruments wird auch an der Orgelnacht deutlich. Die Musik reicht von der Renaissance bis in die heutige Zeit. Karl Arnold eröffnet die Veranstaltung um 20 Uhr mit Werken von Alexandre Guilmant und Johann Sebastian Bach. Danach spielen Lea Ziegler und Barbara Domedi vierhändig und vierfüssig, begleitet von Perkussionist Christoph Gautschi, die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg, die sich auch für Kinder gut eignet.

Im zweiten Teil ab 21.15 Uhr übernimmt die Orgel die Begleitfunktion. Zu hören ist die Sopranistin Eve Kopli Scheiber. Die aus Estland stammende Sängerin wohnt in Schattdorf und bringt auch Musik aus ihrer Heimat mit.

Der dritte Teil des Abends ab 22.30 Uhr gehört dem Nachwuchs. Neben Leonie Imholz, Céline Walker und Emma Dillier spielen Jasmin Müller, Luca Walker, Daniel Vetter, David Fischer, Christian Arnold, Jonas Gisler und Florian Arnold.

Den Abschluss des Konzerts ab 23.30 Uhr machen Barbara Domedi und Lea Ziegler mit Christoph Gautschi, sowie Karl Arnold. Während der Konzerte und darüber hinaus ist im Pfarreizentrum St. Martin das «Orgelbeizli» in Betrieb. (zf)

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