Zentralschweizer Derby mit brisanter Ausgangslage

Mit einem Heimsieg gegen Emmen haben die Altdorfer Handballer das Ticket für die Finalrunde so gut wie in der Tasche.

Urs Hanhart
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Vier Runden vor Abschluss der Qualifikation hat der KTV Altdorf in der dritten Erstligagruppe völlig überraschend die Spitze der Tabelle wieder übernommen. Der bisher so souveräne Leader Olten leistete sich vor Wochenfrist einen unerwarteten Stolperer, musste er sich doch vor heimischer Kulisse im Duell mit dem Tabellenvierten Muotatahl mit einem aus seiner Sicht sehr mageren 28:28-Remis begnügen.

Es hätte für die Solothurner Handballer sogar noch schlimmer kommen können, denn vier Minuten vor Schluss lagen sie scheinbar hoffnungslos mit vier Längen im Hintertreffen. Dank eines starken Endspurts mit dem Ausgleichstreffer praktisch in letzter Sekunde retteten sie wenigstens noch einen Punkt. Durch diesen Ausrutscher kann Altdorf die letzten vier Spiele mit einem Punkt Vorsprung auf Olten und zwei Zählern Reserve auf Emmen in Angriff nehmen.

Beide Teams treten mit Selbstvertrauen an

Im Dreikampf um die zwei begehrten Finalrundenplätze könnte bereits morgen Samstag eine Vorentscheidung fallen. Altdorf empfängt um 18 Uhr in der heimischen Feldli-Arena Verfolger Emmen zu einem äusserst brisanten Derby. Den Platzherren winkt die Chance, mit einem Sieg den Vorsprung gegenüber Emmen auf vier Punkte auszubauen. Das wäre ein sehr komfortables und wohl kaum mehr wettzumachendes Polster für die letzten drei Qualifikationspartien. Andererseits hat Emmen die Möglichkeit, die Gastgeber mit einem Vollerfolg in der Tabelle zu überflügeln. Beide Teams hätten dann 17 Zähler auf ihrem Konto, aber Emmen verfügt über eine deutlich bessere Torbilanz.

Im Kräftemessen zwischen den beiden NLB-Absteigern gibt es keinen Favoriten. Beide Mannschaften sind etwa gleich stark einzuschätzen. Entscheiden dürfte wohl die Tagesform. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison Ende September im Rahmen der Hinrunde verlief spannend. Altdorf konnte sich damals nach dramatischem Spielverlauf hauchdünn mit 32:31 Toren durchsetzen. Zum Matchwinner avancierte der sprunggewaltige Rückraumhüne Benjamin Vizi, der im Verlaufe dieses Spiels acht Torerfolge verbuchte, darunter kurz vor Schluss auch den Siegtreffer.

Ins Rückspiel können beide Teams mit gestärktem Selbstvertrauen steigen. Altdorf feierte zuletzt vier Siege in Serie, darunter vor Wochenfrist den erstaunlich hohen 28:18-Erfolg über Dagmersellen. Emmen hat ebenfalls schon seit einigen Wochen kein Match mehr verloren. Kürzlich rangen die Luzerner dem damaligen Spitzenreiter Olten in dessen eigner Halle ein 32:32-Unentschieden ab.

Beste Offensive trifft auf beste Defensive

Zusätzliche Brisanz erhält dieses Derby durch die Tatsache, dass sich eine der besten Defensiven und die klar stärkste Offensivabteilung gegenüberstehen. Altdorf hat in den ersten zehn Spielen am zweitwenigsten Treffer kassiert, nämlich deren 243. Einzig Olten steht diesbezüglich noch geringfügig besser da. Emmen hat weitaus die meisten Tore (352) geworfen. Kein Wunder, denn mit Luka Kovacevic (bisher 77 Torerfolge), Mark Schelbert (75) und Luka Ravlija (67) verfügt dieses Team gleich über drei brandgefährliche Goalgetter in seinen Reihen. Auf dieses Trio muss die Altdorfer Hintermannschaft morgen sicherlich ein ganz spezielles Augenmerk richten.