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Zentralschweizer Spitäler nähern sich immer mehr an

Das Luzerner Kantonsspital ist ein wichtiger Partner für die kleineren Spitäler der Zentralschweiz. Im Gegensatz zu Obwalden gibt es im Kanton Uri noch keine Anzeichen dafür, dass man mit dem Zentrumsspital fusionieren möchte.
Florian Arnold
Der Standort Luzern des Kantonsspitals. Die Ärzte sind inzwischen in der ganzen Zentralschweiz tätig. (Bild: Eveline Beerkircher)

Der Standort Luzern des Kantonsspitals. Die Ärzte sind inzwischen in der ganzen Zentralschweiz tätig. (Bild: Eveline Beerkircher)

Nid- und Obwalden sind nahe dran

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) ist ein gefragter Partner anderer Spitäler. Wie Anfang Januar bekannt wurde, prüft die Obwaldner Regierung den Anschluss des Spitals in Sarnen ans Luzerner Kantonsspital. Diesen Schritt gegangen ist bereits das Kantonsspital Nidwalden, mit dem das Luks seit 2012 die gemeinsame Spitalregion Lunis bildet. Die Spitäler haben aufgrund des Gesetzes eigene Räte, diese sind aber personell identisch. Für 2020 ist die komplette Fusion geplant, indem das Nidwaldner Kantonsspital zur Tochterfirma des Luks werden soll – sofern die Politik mitmacht.

Auch die restlichen Zentralschweizer Kantone pflegen Beziehungen zum Luks (siehe Grafik). «Das Luks übernimmt als Zentrumsspital von den Regionalspitälern komplexere medizinische Fälle», sagt dessen Sprecher Andreas Meyerhans. Und es stelle den Regionalspitälern Spezialisten zur Verfügung, die vor Ort Behandlungen und Operationen übernehmen.

Uri: Urologe ist zu 30 Prozent tätig

Wichtig sind die Beziehungen zum Luks auch für das Kantonsspital Uri. Insgesamt bestehen Kooperationen in 18 Bereichen. Dabei greift das Spital in Altdorf auf Fachkräfte aus Luzern zurück, welche dort Behandlungen und Operationen übernehmen. So ist etwa ein Urologe zu 30 Prozent in Altdorf anwesend, der sonst im Luks tätig ist. Abgerechnet wird über Tagessätze für die entsprechenden Fachpersonen.

«Der Kanton Uri hat sich vor rund 10 Jahren dafür entschieden, ein eigenständiges Spital zu behalten», sagt Spitalratspräsident Peter Vollenweider. «Ohne Kooperationen wäre dies aber nicht möglich.» Die Fallzahlen sind zu gering, um entsprechende Spezialisten anzustellen. Gleichzeitig möchte man möglichst viele Patienten in Uri behandeln, was sich durch den Beizug von Spezialisten des Luks schliesslich positiv auf die Bedürfnisse der Urner Patienten, auf die Qualität der Leistungen und die Finanzen des Spitals auswirke. Der Urner Spitalratspräsident Peter Vollenweider:

«Es würde keinen Sinn machen, einen Spezialisten anzustellen, der nicht voll ausgelastet werden kann. Mit dem jetzigen Modell können wir unsere Leistungen aber sogar noch ausbauen.»»

Die Urner Bevölkerung unterstützt diese Strategie offensichtlich. 2016 sagte sie mit fast 86 Prozent Ja zu einem 115-Millionen-Kredit für einen Um- und Neubau des Spitals. Die Zusammenarbeit mit Luzern derart zu intensivieren, wie es das Kantonsspital Nidwalden macht, ist momentan nicht geplant. «Auch seitens der Politik gibt es keine Anzeichen, dass man einen anderen Weg einschlagen sollte», so der Urner Spitalratspräsident.

Zug: Luzern betreibt Radio-Onkologie

Im Kanton Zug betreibt das Luks seit neustem einen Aussenstandort. In Zusammenarbeit mit dem Zuger Kantonsspital ist die Radio-Onkologie (Strahlentherapie) in Baar entstanden, wo seit Anfang Jahr nun Krebspatienten behandelt werden. Das Zuger Kantonsspital übernahm dabei die Kosten für den Neubau von rund 5,5 Millionen Franken. Den Linearbeschleuniger für die Bestrahlung für 2,3 Millionen Franken beschaffte das Luks.

Die Zuger Patienten können so vor Ort die Erfahrung des Luks auf diesem Fachgebiet in Anspruch nehmen. Das Team aus Luzern wird künftig etwa 300 der jährlich rund 1700 Bestrahlungspatienten in der Radio-Onkologie in Baar behandeln. «Wir können dadurch sämtliche Therapien kompetent und interdisziplinär vernetzt unter einem Dach anbieten», sagt der Zuger Spitaldirektor Matthias Winistörfer. Von der Kooperation würden beide Spitäler profitieren: Im Kanton Zug kann so das Behandlungsspektrum erweitert werden, und das Luks stärkt seine Stellung als führender Anbieter radio-onkologischer Behandlungen in der Zentralschweiz.

Doch lohnt sich die Kooperation auch finanziell? «Diese Kooperation war und ist nicht von finanziellen Überlegungen getrieben, sondern von medizinischen», sagt Winistörfer. «Im Zentrum steht die wohnortnahe Behandlung unserer Patienten, die nun für die bis zu 30 Bestrahlungen nicht mehr nach Luzern fahren müssen.»

Konkret läuft die Abrechnung wie folgt ab: Das Zuger Kantonsspital vermietet die Räumlichkeiten der Radio-Onkologie ans Luks, welches als Betreiber der Radio-Onkologie in Baar die Leistungen direkt mit den Versicherungen und Patienten abrechnet. Weitere Kooperationen seien gut vorstellbar, sagt Winistörfer. Wie der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister auf Anfrage erklärt, ist eine komplette Angliederung ans Luks im Moment nicht geplant. Gesundheitsdirektor Martin Pfister sagt aber auch:

«In der Gesundheitsversorgung darf es keine Denkverbote geben. Man muss seine Positionen immer wieder kritisch überprüfen.»

Schwyz: Zwei Spitäler gehen Kooperationen ein

Kooperationen bestehen auch mit den Spitälern Lachen und Schwyz. Seit 2009 existiert zudem ein Netzwerk für Radiologie (Strahlen-Diagnostik) unter den Spitälern von Luzern, Sursee, Wolhusen, Nidwalden, Obwalden, Uri, Zug, Lachen und dem Paraplegiker-Zentrum Nottwil.

«Die Zusammenarbeit dient einer qualitativ hochstehenden medizinischen und wirtschaftlich tragbaren Versorgung, die wohnortsnah angeboten werden kann», sagt Luks-Sprecher Meyerhans. Davon würden Patient und Spital profitieren.

Eine enge und koordinierte Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung der Zentralschweiz sei wichtig. «Nur im Netzwerk sichern wir die Grundversorgung in den Regionen und erreichen im Zentrumsspital Luzern die erforderlichen Fallzahlen für die spezialisierte und hoch spezialisierte Medizin.» Der Verbund von Spitälern habe Zukunft. Dem Beispiel Luzern, Ob- und Nidwalden könnten also künftig noch weitere Kantone folgen.

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