Zivilschutz hilft Historischem Museum im Brandfall richtig zu reagieren

Die Zivilschutzorganisation Uri hat während der vergangenen Woche im Historischen Museum in Altdorf Massnahmen für den Notfall getroffen.

Leza Aschwanden
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Für viele Arbeiten brauchte es mehrere Personen. (Bild: PD)

Für viele Arbeiten brauchte es mehrere Personen. (Bild: PD)

Was ist zu tun, wenn das Historische Museum Uri brennt? Ein Szenario, das hoffentlich nie eintreffen wird. Trotzdem muss man sich auf solche Notfälle vorbereiten. Zu diesem Zweck war der Fachbereich Kulturgüterschutz (KGS) der Zivilschutzorganisation Uri vom 18. bis am 22. November im Historischen Museum Uri in Altdorf. Der Fachbereich KGS ist eine Gruppe aus Architekten, Lehrern, Historikern, Buchhaltern, Studenten und vielem mehr – was es für die vielseitige Arbeit auch braucht. Mit Rolf Gisler-Jauch, dem Hauptverantwortlichen des Museums, wurden Notfallpläne erarbeitet.

«Der Zivilschutz hat vom Bund den Auftrag, Notfallpläne für Orte von grossem kulturellem Wert auszuarbeiten», sagt der Urner Zivilschutzkommandant Walter Imholz. «In Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen wie der Feuerwehr kommen diese Pläne bei Ereignissen wie Bränden oder Hochwasser zum Einsatz.»

Gerade bei einem Gebäude wie dem Historischen Museum Uri steht man vor grossen Herausforderungen. Klar ist: Im Notfall lassen sich nicht alle Gegenstände in Sicherheit bringen. Was sind Massnahmen, um den Schaden dennoch zu minimieren? Eine ist beispielsweise die Installation von Rauchschürzen an Durchgängen im Museum. Bei einem Feuer kann mit ihnen die für Gemälde und Textilien schädliche Rauchentwicklung lokal begrenzt werden. Diese und weitere Massnahmen wurden vom Zivilschutz mit dem Historischen Museum Uri ausgearbeitet.

Angemessenes Notlager muss gefunden werden

Ist die Auswahl der Objekte getroffen, die evakuiert werden müssen, gilt es, diese in ein Inventar einzutragen, einen Beschrieb zu erstellen und die Objekte fotografisch zu dokumentieren. Aber die Zivilschützer sind auch ansonsten gefragt: Vitrinen müssen geöffnet, der Inhalt auf Anhaltspunkte zur Herkunft und Entstehung untersucht werden. So müssen kaum leserliche Schriftzüge entziffert werden. Dabei helfen Fachbücher, vorhandene Dokumente oder das Internet.

Wo gibt es in der näheren Umgebung ein geeignetes Zwischenlager? «Hier war die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz sehr aufschlussreich», sagt Rolf Gisler-Jauch. Gerade im Bereich der Feuersicherheit werden in nächster Zeit einige Arbeiten anfallen.

Für das Museum ist der KGS-WK ein Glücksfall. Ein grosser Teil der Arbeit wird im Alltag auf ehrenamtlicher Basis getätigt. Für Hauswartdienste, Eingangskontrollen, Aufsicht und Betreuung der Sammlung stehen nur 65 Stellenprozente zur Verfügung, die auf mehrere Personen aufgeteilt sind. Über 550 Quadratmeter Ausstellungsfläche müssen betreut werden.

Inventarisierung konnte vorangetrieben werden

Gerade wenn es um den Transport von schweren Ausstellungsgegenständen geht, braucht es mehrere Personen. Zerbrechliche Gegenstände müssen korrekt verpackt und transportbereit gemacht werden. Da ist es nützlich, genügend Personen zur Verfügung zu haben. «Durch den WK konnte die Inventarisierung weitergeführt werden. Das gibt mir auch wieder Motivation, Energie zu investieren. Es gibt immer wieder Hürden, die alleine kaum zu bewältigen sind», erklärt Gisler-Jauch, der als Museumsleiter ein 10-Prozent-Pensum hat. Eine vollständige Inventarisierung hilft nicht nur, einen Überblick über die Sammlung zu erhalten. Auch wenn eine neue Ausstellung konzipiert werden soll oder ein anderes Museum Gegenstände als Leihgabe benötigt, ist ein organisiertes Inventar von grosser Wichtigkeit. Insgesamt hat das Historische Museum mehr als 10 000 Gegenstände inventarisiert. Hier den Überblick zu behalten, ist nicht einfach.

Um den Zivilschützern auch einen Überblick zu verschaffen, mit welcher Materie sie es zu tun haben, gab es auch eine geführte Besichtigung. Die Wiederholungskurse sind für die KGS-Spezialisten also gleichzeitig eine thematische Weiterbildung.