Kolumne

Zögerliche Verkehrsministerin

Der redaktionelle Mitarbeiter der «Urner Zeitung» blickt zurück auf das Jahr 2019.

Lucien Rahm
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Redaktioneller Mitarbeiter Lucien Rahm.

Redaktioneller Mitarbeiter Lucien Rahm.

Bild: Florian Arnold

Bundesrätin Simonetta Sommaruga zögerte einen Moment lang, bis sie zur Antwort auf meine Frage ansetzte. Im Zusammenspiel mit ihrer gegenüberstehenden stellvertretenden Kommunikationsleiterin formulierte sie vorsichtig den auf mein Informationsbegehren passenden Satz.

Die Frage, die ich gestellt hatte, ergab sich zum 10-Jahr-Jubiläum des Urner Schwerverkehrszentrums (SVZ). Sommaruga war mit ihren Begleitern im schwarzen Tesla nach Erstfeld gesaust, um eine Lobrede auf die tüchtigen Urner Polizistinnen und Polizisten zu halten, die im SVZ täglich um die 70 Lastwagen auseinandernehmen, um deren Zustand auf Gesetzeskonformität zu prüfen.

Die Bussgelder, welche durch entdeckte Mängel anfallen, wandern vollumfänglich in die Kantonskasse. Verständlicherweise würde die Urner Regierung daher noch mehr Kontrollen durchführen lassen. Finanzieren müsste die Personal- aufstockung der Bund.

Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti nutzte den Besuch der Bundesrätin, um ihr gegenüber diesen Wunsch zu äussern. Wie wahrscheinlich dessen Realisierung sei, wollte ein Journalistenkollege danach von ihr wissen. Die ausweichende Antwort: Zunächst gehe es nun darum, weitere SVZ an anderen Standorten zu eröffnen. Ob das heisse, dass vor der Inbetriebnahme neuer Zentren nicht mit einer Intensivierung der Kontrollarbeit in Erstfeld gerechnet werden kann, lautete meine Anschlussfrage. Nach einer Bedenkpause meinten Bundesrätin und Sprecherin: Könne man so nicht sagen. Man schaue sich Morettis Anliegen nun mal an.

Informativer waren meine Gespräche mit Urner Bundespolitikern, die ich 2019 führen durfte. Diese urnerische Offenheit wird mir meine Arbeit hoffentlich auch im kommenden Jahr erleichtern.