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Zu schnell gefahren: «Chedi»-Bewohner vor Landgericht Uri

Auf der Fahrt in sein Appartment im «The Chedi» in Andermatt war ein in Zürich wohnhafter Südkoreaner auf der Autobahn in Amsteg 35 km/h zu schnell unterwegs. Vor Gericht gelobte er Besserung.
Carmen Epp

Dienstagnachmittag in Altdorf. Während draussen die Kinderkatzenmusik durch die Gassen zog, musste sich ein in Zürich wohnhafter Südkoreaner vor dem Landgericht verantworten.

Der 48-jährige Manager war im März 2018 auf der Autobahn in Amsteg Richtung Süden mit 119 statt der erlaubten 80 km/h und damit – nach Abzug der Toleranz – 35 km/h zu schnell unterwegs. Die Staatsanwaltschaft erliess daraufhin einen Strafbefehl wegen grober Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn. Und forderte, dem Beschuldigten eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 280 Franken, eine Busse von 1400 Franken sowie die amtlichen Kosten in der Höhe von 350 Franken aufzuerlegen.

Von guter Nachricht abgelenkt gewesen

Er streite nicht ab, was ihm vorgeworfen werde, hielt er in seiner Befragung vor Gericht fest. Er sei gerade mit seiner Familie auf den Weg in sein Appartment im «The Chedi» in Andermatt unterwegs gewesen, als seine Frau per Mail die Nachricht erhielt, dass einer seiner Söhne an einer renommierten Schule aufgenommen wurde. Da sei er abgelenkt gewesen und habe deshalb die 80er-Tafel übersehen. «Das war nicht meine Absicht», beteuerte der Beschuldigte. «In Zukunft werde ich achtsamer sein.»

Wieso er trotz dieses Geständnisses den Strafbefehl anfechtet, erklärte sein Anwalt. Er beantragte, seinen Mandanten nicht wegen grober, sondern wegen einfacher Verkehrsregelverletzung zu verurteilen und dafür mit einer angemessenen Busse zu bestrafen. Rein objektiv gesehen sei der Straftatbestand der groben Verkehrsregelverletzung mit der Überschreitung des Tempolimits um 35 km/h zwar gegeben. Der für eine grobe Verkehrsregelverletzung ebenfalls nötigen subjektive Tatbestand streite er jedoch entschieden ab. Der Beschuldigte habe nicht, wie die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl ausführt, «eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen». Nur schon die damals idealen Sicht-, Licht- und Wetterverhältnisse würden die für eine grobe Verkehrsregelverletzung notwendige Rücksichtslosigkeit ausschliessen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für die Verhandlung entschuldigt. Das Urteil von Landgerichtsvizepräsident Heinz Gisler wird den Parteien in den nächsten Tagen schriftlich im Dispositiv zugestellt.

Astra begründet Tempo 80 bei Astra

(eca) Dass auf der Autobahn Richtung Süden in Amsteg das Tempo gedrosselt wird, hat gemäss Auskunft des Bundesamts für Strassen (Astra) mehrere Gründe: So seien etwa der Fahrraum, Kurvenradien und Quergefälle massgebende Grössen für die Festlegung der Tempolimiten. Neben den vorhandenen Kurvenradien sei bei Amsteg auch die nachfolgende Tunnelstrecke bis Meitschligen massgebend. Deshalb werde dort eine Strecke von zirka 4 Kilometern mit 80 km/h geführt.

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