Zum Jubiläum winkt der nächste Rekord

Die Abendläufe im idyllischen Reussdelta sind eine Erfolgsgeschichte und aus dem Terminkalender vieler Hobbyathleten nicht mehr wegzudenken. OK-Präsident Pirmin Walker glaubt, dass der Anlass weitere 25 Jahre bestehen kann.

Philipp Zurfluh
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Die Urner Abendläufe: eine Veranstaltung für Gross und Klein. (Bild: Urs Hanhart, Seedorf, 31. August 2017)

Die Urner Abendläufe: eine Veranstaltung für Gross und Klein. (Bild: Urs Hanhart, Seedorf, 31. August 2017)

«Die Rekorde purzeln erneut» – «Läuferschar pulverisiert den Rekord» – «Feierabend-Event wirkt als Magnet»: Das sind nur einige von vielen Schlagzeilen der vergangenen Jahre in der «Urner Zeitung». Sie alle stellen die Beliebtheit der Urner Abendläufe in Seedorf unter Beweis. Einer, der schon bei der ersten Abendlaufserie 1994 als Rennleiter mitwirkte und seit 1996 das Amt des OK-Präsidenten innehat, ist der 48-jährige Altdorfer Pirmin Walker. Er erinnert sich: «Bei der ersten Abendlaufserie war ich Kassier, Aktuar und Sponsoring-Verantwortlicher gleichzeitig. Das wäre heutzutage wohl nicht mehr möglich.» Walker hätte sich damals nicht vorstellen können, dass er 22 Jahre später immer noch an vorderster Front stehen würde. Bei den 25 Austragungen hat er gerade mal einen einzigen Wettkampf verpasst, als er im WK war. «Sie liessen mich einfach nicht gehen», erklärt er – und schmunzelt.

In den Anfängen des vom STV Altdorf organisierten Events waren pro Lauf rund 50 Athleten am Start. 2017 war die Teilnehmerzahl rund zehnmal so gross. «Über die Jahre wurde alles moderner», sagt der dreifache Familienvater. «Während die Zeiten der Läufer früher noch von Hand in eine Excel-Tabelle eingetippt wurden, läuft dank einer eigenen Software alles professioneller ab.»

Infrastruktur des Seerestaurants ist Gold wert

Der OK-Präsident nennt Gründe, warum die grösste Laufveranstaltung im Kanton Uri so viele Sportler anlockt: «Wir bieten den Teilnehmern ein perfektes Ambiente mit einem bescheidenen Startgeld von 5 Franken beziehungsweise 8 Franken.» Die Abendläufe in eine andere Gemeinde zu verlegen, habe nie zur Debatte gestanden. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Läufe unter der Woche stattfänden. Vor allem Familien wüssten, das zu schätzen.

Das im Start- und Zielbereich gelegene Seerestaurant bietet für die Verantwortlichen der Abendläufe optimale Infrastrukturen: Kinder und Erwachsene können sich dort vor und nach den Wettkämpfen verpflegen, auch die Garderoben stehen zur Verfügung. «Mit den Verantwortlichen des Seerestaurants pflegen wir seit Jahren eine gute Partnerschaft. Man profitiert gegenseitig», sagt Walker, der selbst ein begeisterter Hobbyläufer ist und schon diverse (Halb)-Marathons absolviert hat.

Die Organisation der Laufveranstaltung fordert vor allem im Vorfeld: von Sponsorenanfragen über Bewilligungen bei der Gemeinde Seedorf bis zur Koordination von Helfern. Aber dennoch: «Wir haben jedes Jahr genügend Helfer und hätten keine Probleme, zusätzliche zu finden. Das ist genial.» Pro Abend sind rund 40 Helfer im Einsatz.

Bereits in den jüngsten Kategorien kämpfen die Kinder um Spitzenplätze und geben bis zum Ziel vollen Einsatz. (Bild: Urs Hanhart, Seedorf, 4. Januar 2017)

Bereits in den jüngsten Kategorien kämpfen die Kinder um Spitzenplätze und geben bis zum Ziel vollen Einsatz. (Bild: Urs Hanhart, Seedorf, 4. Januar 2017)

Änderung der Strecke hätte Mehraufwand zur Folge

Walker betont aber: «Wir können und möchten nicht mehr weiter wachsen. Es herrschen jetzt schon enge Platzverhältnisse beim Start», sagt der OK-Präsident. Würde das Teilnehmerfeld noch grösser, müsste man beispielsweise auf die Strasse ausweichen. «Das wäre ein grosser Mehraufwand für das Organisationskomitee.» In der 25-jährigen Erfolgsgeschichte wurde der Event nur einmal anderswo ausgetragen werden, nämlich 2005 in Altdorf wegen des Hochwassers.

Eine Neuerung, die sich bezahlt gemacht hat, wurde 2009 eingeführt. Frauen und Männer (ab elf Jahren) starten gleichzeitig, absolvieren aber verschiedene Distanzen. So würden sich beispielsweise auch immer mehr Frauen getrauen, an den Start zu gehen, weil sie wüssten, dass noch weitere Läufer auf der Strecke unterwegs sind, wenn sie ins Ziel kommen. «Wir wollten für die Teilnehmer eine Hemmschwelle abbauen, das ist prima gelungen», sagt Walker.

Der bishrige Rekord steht bei 1426 Teilnehmern

Der 48-Jährige hält es durchaus für realistisch, dass der bisherige Rekord von 2016 (1426 Teilnehmer) gebrochen wird. Zur Frage, ob es die Urner Abendläufe in 25 Jahren noch geben wird, gibt sich der OK-Präsident zuversichtlich: «Ich bin optimistisch und wünsche es mir natürlich.» Pirmin Walker braucht man nicht zu motivieren, damit er die Urner Abendläufe in den nächsten Jahren mitorganisieren wird. «Ich war schon in vielen Vereinen. Doch welche grosse Wertschätzung mir und dem ganzen OK Jahr für Jahr entgegengebracht wird, ist unglaublich.»