Uri: Zürcher Schlacke spült zusätzliches Geld in die Zaku-Kasse

Die Zentrale Organisation für Abfallbewirtschaftung in Uri tätigt 2019 grosse Investitionen. Unter anderem soll mit dem Einbau von Bermen in der Felsnase zwischen Steinbruch und Deponie die Arbeitssicherheit verbessert werden.

Philipp Zurfluh
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Mit dem Abbau der Felsnase zwischen Steinbruch und Deponie und der Erstellung von Bermen wird die Arbeitssicherheit erhöht. (Bild: PD, Attinghausen, 17. Oktober 2018)

Mit dem Abbau der Felsnase zwischen Steinbruch und Deponie und der Erstellung von Bermen wird die Arbeitssicherheit erhöht. (Bild: PD, Attinghausen, 17. Oktober 2018)

Der Verwaltungsrat der Zentralen Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri (Zaku) kann den Gemeindevertretern an der GV vom 5. November, ein erfreuliches Budget präsentieren. Dieses sieht einen Jahresgewinn von 112700 Franken vor. Die Zahlen im Bereich der Abfallbewirtschaftung liegen dabei im Rahmen der Vorjahre. Grössere Abweichungen sowohl bei den Erträgen wie auch beim Aufwand ergeben sich hingegen im Bereich der Deponie. Die Schlackenlieferungen aus den KVA Renergia und Linth sind nach wie vor hoch. Hinzu kommt eine zusätzliche Lieferung der ZAV Recycling AG.

Überbrückung eines Engpasses

Dieses Unternehmen hat in den vergangenen Jahren in Hinwil ZH eine neuartige Aufbereitungsanlage für trockene Kehrichtschlacke aus verschiedenen Verbrennungsanlagen erstellt. Mit dieser Anlage können die enthaltenen Metalle grösstenteils zurückgewonnen und dem Stoffkreislauf zurückgegeben werden. Aufgrund von Verzögerungen im Bewilligungsverfahren für eine neue Deponie sind in den nächsten Jahren Engpässe zur Ablagerung der aufbereiteten Schlacke absehbar. Zur Überbrückung dieses Engpasses erfolgte eine Anfrage an den Verwaltungsrat der Zaku zur Ablagerung der ZAV-Schlacke in Attinghausen.

Personalbestand wird erhöht

Die Deponie der Zentralen Organisation für Abfallbewirtschaftung in Uri in Attinghausen. (Bild: PD, Attinghausen, 17. Oktober 2018)

Die Deponie der Zentralen Organisation für Abfallbewirtschaftung in Uri in Attinghausen. (Bild: PD, Attinghausen, 17. Oktober 2018)

Der Verwaltungsrat hat die Vor- und Nachteile dieser zusätzlichen Lieferung abgewogen. Nun liegt ein Vertrag zur Deponierung von 24000 Tonnen Schlacke während vier Jahre unterschriftsbereit vor. Die zusätzliche Lieferung aus dem Kanton Zürich bringt einen markant höheren Ertrag bei den Deponiegebühren. Dieser wird auf 5,919 Millionen Franken geschätzt. Die zusätzliche Lieferung von Schlacke führt aber auch zu einem grösseren Aufwand bei der Deponie sowie bei den Abgaben und Gebühren. Dies erfordert einerseits die Anstellung eines zusätzlichen Betriebsmitarbeiters sowie eine temporäre Anstellung eines weiteren Mitarbeiters.

Positives Echo auf «Uri-18»-Auftritt

Der übrige betriebliche Aufwand liegt nach der Teilnahme an der «Uri 18» wieder im Rahmen des Budgets 2018. Den Auftritt an der Wirtschafts- und Erlebnismesse liess sich die Zaku 60 000 Franken kosten. Dies hielten an der GV 2017 nicht alle Gemeindevertreter für richtig. Laut Zaku-Geschäftsführer Edi Schilter haben sich die Investitionen aber gelohnt: «Wir haben an der ‹Uri 18› einen grossen Besucheraufmarsch erlebt und viele positive Feedbacks erhalten.» Die Einführung einer einheitlichen Kunststoffsammlung mit dem «Retür»-Sack stand im Zentrum des «Uri-18»-Auftritts. «Der Verkauf und die Sammlung der ‹Retür›-Säcke sind zusammen mit den privaten Abfallentsorgungen zwischenzeitlich gut angelaufen», erklärt Schilter. Der «Retür»-Sack à 110 Liter kann an allen Sammelstellen sowie bei allen Urner Poststellen für 2.60 Franken pro Sack gekauft werden.

Ab 2020 wieder sieben Verwaltungsräte

Im Zaku-Verwaltungsrat stehen personelle Änderungen an. Der heute aus sechs Mitgliedern bestehende Verwaltungsrat hat auf Ende der laufenden Amtsperiode 2016–2019 die altershalber erfolgenden Rücktritte von Paul Dubacher und Donat Keusch zur Kenntnis genommen. Da künftig wieder eine Grösse von sieben Mitgliedern angestrebt wird, sind für die neue Amtsperiode 2020-2023 drei neue Verwaltungsräte zu wählen. Der Prozess zur Suche dieser neuen Verwaltungsräte der Zaku soll im Frühjahr 2019 in Angriff genommen werden.

Im Bereich der Felsnase zwischen dem Steinbruch der Gasperini AG und der Deponie der Zaku in Attinghausen kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Felsabbrüchen. Diese beeinträchtigten die Arbeitssicherheit. Nun werden oberhalb der Deponie Abtreppungen – sogenannte Bermen – erstellt, die zu einer Erhöhung der Arbeitssicherheit führen sollen. Anschliessend werden die überhängenden Felspartien und die Felsnase etappenweise abgebaut. 2019 ist aufgrund der Einbauhöhe der Schlacke auch die Randabdichtung gegen die Felswand mit vorgängiger Felsreinigung hochzuziehen. Für diese Arbeiten erfolgt im Frühjahr 2019 eine öffentliche Ausschreibung.

Die GV der Zaku findet am Montag, 5. November, 19.30 Uhr, im Hotel Tourist in Flüelen statt.

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