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Urner Pfader haben zwei Drittel des Geldes beisammen

Für das Pfadiheim Uri sind 600000 Franken zugesichert. Bei 900000 Franken wird definitiv mit dem Bau begonnen. Nebst weiterer finanzieller Unterstützung sucht die Pfadi noch einen ehrenamtlichen Bauleiter.
Markus Zwyssig
Engagieren sich für das Pfadiheim Uri, das sie im Modell bereits vor sich haben (von links): Iwan Meyer, Marco Grepper, Othmar Arnold, Renzo Imhof und David Walker. (Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 20. Januar 2019))

Engagieren sich für das Pfadiheim Uri, das sie im Modell bereits vor sich haben (von links): Iwan Meyer, Marco Grepper, Othmar Arnold, Renzo Imhof und David Walker. (Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 20. Januar 2019))

Das Vorhaben ist ein ehrgeiziges. 1,3 bis 1,4 Millionen Franken müssen die Urner Pfader für ihr geplantes kantonales Pfadiheim in Erstfeld zusammen bringen. Trotzdem ist Christian Imfeld, Präsident des Vereins Neubau Pfadiheim Uri, zuversichtlich. 600000 Franken sind beisammen. «Wir haben viele positive Rückmeldungen auf unser Sponsoringdossier und den Flyer erhalten», so Imfeld. Als grosszügige Spender haben sich die Urner Kantonalbank, die Dätwyler-Stiftung, die Otto-Gamma Stiftung, die Korporation Uri, die Prof.-Otto-Beissheim-Stiftung und der Lotteriefonds des Kantons Uri erwiesen. Unterstützt haben das Projekt auch weitere Stiftungen, viele Einzelpersonen, vor allem ehemalige Pfader sowie Urner Unternehmen. Verschiedene Einwohner- und Kirchgemeinden haben sich ebenfalls solidarisch gezeigt.

Nun wird fleissig weiter gesammelt. «Ein Sammelbetrag von 900000 Franken ist für uns der ‹Point of no return›, das heisst, ab diesem Betrag wollen wir unser Projekt definitiv verwirklichen», erklärt Imfeld. Bis dahin heisst es, weitere Stiftungen anfragen, Unternehmen kontaktieren und viele Briefe schreiben. Imfeld hofft auch auf Gelder der Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP). Aktive Unterstützung gibt es vom ehemaligen Kinder-, Jugend- und Kulturbeauftragten Josef Schuler, der als Altpfadfinder wertvolle Tipps mit auf den Weg gibt und das Vorhaben tatkräftig begleitet.

Das Bauteam ist bereit für die Realisierung

Baueingabe und Submission sind für Februar geplant. Ziel ist es, dass der Spatenstich im Herbst stattfinden kann. Seit rund eineinhalb Jahren ist das Bauteam am Planen, erklärt Bauchef Marco Grepper. «Es wurden diverse Vorarbeiten geleistet.» Nun soll es von der Konzept- in die Bauphase übergehen. «Wir sind bereit, loszulegen, wenn das Geld vorhanden ist.» Zum Bauteam gehören zudem David Walker, Renzo Imhof, Iwan Meyer, Iwan Arnold und Sascha Binz. Aufgrund der Pläne wurde ein detailgetreues Modell angefertigt.

Architekt Marco Baldelli plant mit den Pfadern zusammen ein Projekt, das eine gute Qualität aufweisen soll. Daran wollen die Pfader keine Abstriche machen. Sie hoffen nun auch auf den Goodwill der Unternehmer, dass sie allenfalls dem Jugendverband mit dem Preis entgegen kommen. Die Pfader sind überzeugt, dass es auch ein spannendes Bauprojekt für Lehrlinge werden kann. Für den Bau braucht es den Einsatz von Freiwilligen. So wird für das Grossprojekt ein ehrenamtlicher Bauleiter gesucht.

Die Pfadi hat ein grosses Netzwerk. Neben den rund 560 aktiven Urner Pfadern gibt es viele Ehemalige, die das Projekt unterstützen. «Wir sprechen auf verschiedenen Kanälen Leute an, die etwas mit der Pfadi zu tun haben», erklärt Finanzchef Othmar Arnold. «Ehemalige Pfader gehe ich aktiv an und frage sie, ob sie Mitglied im Tausender-Klub werden wollen.» Viele, die er von seiner Zeit als aktiver Pfader kenne, hätten bereits 1000 Franken einbezahlt.

Schliesslich sollen mit einem Crowdfunding der Innenausbau und die Einrichtung mitfinanziert werden. Die Pfadi-Abteilungen sind ebenfalls bereit, das Projekt mit Darlehen zu unterstützen. Steht das Haus, soll es gut ausgelastet sein. Geplant ist, dass man dadurch die gewährten Darlehen bald zurückzahlen kann.

Für Partys steht das Pfadiheim nicht zur Verfügung. Die Nachtruhe soll eingehalten werden, insbesondere aus Rücksicht auf die Anwohner. Mit ihnen will man ein gutes Verhältnis pflegen. Nach anfänglichen Turbulenzen ist es inzwischen ruhiger geworden. Im Februar oder März soll in Erstfeld eine Info-Veranstaltung für die Anwohner wie auch für alle Erstfelder stattfinden.

49 Schlafplätze und ein Saal für 80 bis 100 Personen

Geplant ist, im Bärenboden in Erstfeld ein mehrstöckiges Gebäude zu erstellen: Im Erdgeschoss wird es einen grossen Saal, eine Küche, WC-Anlagen und ein behindertengerechtes Zimmer geben. Im Obergeschoss sind drei Zimmer, ein Archivraum sowie WC- und Duschanlagen vorgesehen. Gruppenräume und ein weiteres Zimmer sind im Dachgeschoss geplant. Dank dem Saal, in dem 80 bis 100 Personen Platz haben, soll ein Kompetenzzentrum für die Pfadi geschaffen werden. Es sollen im Haus entsprechende Aus- und Weiterbildungen stattfinden.

Das Pfadiheim Uri bietet 49 Schlafplätze. Der Neubau soll nicht nur für die Pfadi, sondern auch für Schulverlegungen genutzt werden können. Der Platz im Haus reicht für zwei Schulklassen, die gleichzeitig im Pfadiheim Uri übernachten können. «Das Haus bietet einen guten Ausgangspunkt für Ausflüge zum Urnersee, Wanderungen im Oberland und insbesondere auf der Via Gottardo», sagt Imfeld. «Zudem ist es vom Bahnhof Erstfeld aus in wenigen Minuten erreichbar.»

Das neue Pfadiheim soll eine Lücke schliessen

Kurs- und Lagerhäuser sind in der Schweiz gefragt. «Es gibt zwar viele Häuser, aber zahlreiche sind inzwischen in die Jahre gekommen», so Imfeld. Daher schliesse das geplante neue Pfadiheim eine Lücke. Das neue Lagerhaus werde ins nationale Verzeichnis aufgenommen, das auch in allen Schulen aufliegt. Christian Imfeld glaubt an einen nachhaltigen Effekt für den Tourismus: «Wer im Kanton Uri ein Klassenlager besucht, kommt vielleicht wieder zurück, um Ferien zu machen.»

Die Erstfelder haben bereits ein klares Votum für das Pfadiheim abgegeben. An der Gemeindeversammlung vom 21. März 2018 gewährten sie für das Projekt das Baurecht einer 921 Quadratmeter grossen Parzelle beim Bärenboden-Parkplatz. Auf den jährlichen Baurechtszins wird dabei verzichtet. Die Gemeinde Erstfeld und der Verein Neubau Pfadiheim Uri haben den Baurechtsvertrag Mitte Mai unterzeichnet. «Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Erstfeld klappt sehr gut», zeigt sich Imfeld erfreut.

Weitere Infos gibt es unter pfadiheim.pfadi-uri.ch

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