Zweite Gotthardröhre im Gegenwind

In Altdorf ist das Komitee «gegen die zweite Gotthardröhre» gegründet worden. Es bekämpft die Initiative der Jungen SVP Uri, die eine Standesinitiative für eine zweite Strassentunnelröhre durch den Gotthard fordert.

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Das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels.

Das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels.

Dem am Donnerstag gegründeten Komitee «gegen die zweite Gotthardröhre» gehören Vertreter der Umweltorganisationen VCS, WWF, Pro Natura, Alpeninitiative Uri, Ärztinnen und Ärzte für den Umweltschutz sowie die Jungparteien von SP und CVP an. Das Komitee unterstützt den vom Bund für die Zeit der Sanierung geplanten Auto- und Lastwagenverlad durch die Bahn.

Das sei eine gute Lösung, schreibt das Komitee in einer Mitteilung vom Freitag. Das Konzept sei aber zu optimieren, damit den Kantonen Uri und Tessin keine Nachteile erwachsen. Der Bau eines zweiten Tunnels würde früher oder später zu einer Kapazitätserweiterung auf vier Spuren führen, ist das Komitee überzeugt.

Initiative und Gegenvorschlag der Regierung

Die Initiative der Jungen SVP wurde im Hinblick auf die in den 2020er Jahren anstehende Sanierung des Gotthard-Strassentunnels und der damit verbundenen Schliessung lanciert. Die Initiative verlangt den Bau einer zweiten Röhre. Nach der Sanierung soll in den beiden Röhren je eine Fahrbahn nach Norden respektive Süden in Betrieb genommen werden.

Die Urner Regierung hat dem Landrat als Gegenvorschlag eine Standesinitiative für den Bau einer zweiten Röhre unterbreitet. Anders als bei der JSVP-Initiative, soll aber die alte Röhre nach Inbetriebnahme des neuen Tunnels stillgelegt werden.

Ein Ausbau des Tunnels auf vier Spuren ist verfassungswidrig. Ein entsprechender Passus wurde mit der Annahme der Alpeninitiative in der Verfassung verankert - mit dem Ziel, den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern. Bei einer Erhöhung der Kapazität, so die Befürchtung, würde die Lastwagenflut aus der EU noch grösser.

sda/zim