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ZWEITE RÖHRE: Ausbruchmaterial des Gotthards regt zu Diskussionen an

Mehrere Landräte wollen, dass Ausbruchmaterial auch für den Lärmschutz verwendet wird.
Das Göschener Wahrzeichen, der Teufelsstein (links), wird weiter über die Autofahrer wachen. (Bild: Michael Buholzer/Reuters (Göschenen, 11. Juli 2012))

Das Göschener Wahrzeichen, der Teufelsstein (links), wird weiter über die Autofahrer wachen. (Bild: Michael Buholzer/Reuters (Göschenen, 11. Juli 2012))

Der Altdorfer CVP-Landrat Simon Stadler war am Mittwoch enttäuscht und nicht befriedigt von der Antwort der Regierung auf seine Interpellation zur Verwendung des Ausbruchmaterials der zweiten Gotthard-Strassenröhre. «Ich bin nicht gegen eine weitere Seeschüttung», stellte er klar. Er sei aber der Meinung, dass man neben der Seeschüttung mit Ausbruchmaterial noch andere Aufwertungsmassnahmen im Kanton Uri verwirklichen könne.

Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) führte an, dass Flüelen und Sisikon nach Seeschüttungen verlangen würden. Unterstützung erhielt Stadler auch von Christian Arnold (SVP, Seedorf). In Airolo werde die Autobahn mit Ausbruchmaterial überdacht. «In Uri könnte man doch auch die Autobahn zwischen Seedorf und Amsteg überdachen», gab er zu bedenken. Toni Gamma (FDP, Gurtnellen) sah dies ähnlich. «Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf Schutz vor Lärm und Emissionen.» Hans Gisler (SVP, Schattdorf) regte an, Ausbruchmaterial vor Ort für Parkiermöglichkeiten zu nutzen.

An Seeschüttung gibt es nichts mehr zu rütteln

Baudirektor Roger Nager gab zu bedenken, dass der Regierungsrat zum Zeitpunkt der Verhandlungen über die Seeschüttung mit dem Astra nicht in der Situation gewesen sei, Forderungen zu stellen. Im Auftrag der Urner Bevölkerung habe man sich damals gegen eine zweite Röhre engagiert. Nun habe man keine Möglichkeit mehr, das Seeschüttungsprojekt zu beeinflussen.

«Airolo hat toll verhandelt», stimmte Nager den Voten im Landrat zu. Zu bedenken gab er die hohen Kosten. Die Autobahn auf einer Länge von 1000 Metern zu überdachen, koste 200 Millionen Franken. 100 Millionen spart das Astra, weil das Material unmittelbar beim Baustellenportal verwendet werden kann. 50 Millionen zahlen der Kanton Tessin und die Gemeinde Airolo. 50 Millionen kommen vom Bund. «Wo sollte Uri das Geld hernehmen, eine Überdachung eines Abschnitts der A2 auf der Urner Seite umzusetzen?», fragte Nager rhetorisch.

Lärmschutz: Drei Projekte stehen noch an

In Uri seien drei Lärmschutzprojekte pendent. Das betreffe die A2 in Wassen, einen Abschnitt in Seedorf und einen Strassenabschnitt in Hospental. Zum Teil sei deren Umsetzung in den Unterhaltsprogrammen aufgeführt. «Lärmschutz heisst nicht automatisch Wände aufstellen», so Nager. Es gebe auch neue Technologien wie geräuscharme Beläge, welche mithelfen würden, die Vorgaben einzuhalten.

Eine Seeschüttung mit Ausbruchmaterial in Flüelen sei aufgrund der Geologie und der steilen Uferzone schwierig zu realisieren, gab Nager zu bedenken. Hingegen mache man sich Gedanken darüber, ob sich Ausbruchmaterial dafür eigne, Touristenparkplätze in Göschenen zu erstellen.

Uri habe sich beim Astra starkgemacht für nachhaltige Lösungen in Göschenen, betonte der Baudirektor. «Vielleicht kann man die Unterkunftsmöglich­keiten später für Angestellte des Tourismusresorts nutzen», nannte Nager ein Beispiel.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

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