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ZWEITE RÖHRE: Organisation sorgt für Unmut

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete macht sich offiziell für eine zweite Röhre am Gotthard stark. Dafür erntet sie Kritik.
Florian Arnold
Zweite Röhre oder nicht? Die Zukunft am Gotthard wird nach wie vor kontrovers diskutiert. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zweite Röhre oder nicht? Die Zukunft am Gotthard wird nach wie vor kontrovers diskutiert. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) erhält jährlich einen finanziellen Beitrag vom Kanton Uri. Im vergangenen Jahr waren dies 13 200 Franken. Mit dem Geld setzt sich der Verein für die Interessen der Berggebiete ein – auch politisch. Das Augenmerk wird dabei auf eine nachhaltige Entwicklung gelegt.

Nun hat sich die SAB verschiedentlich für den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard ausgesprochen. Das sorgt für Unmut. «Die Haltung der SAB verwundert uns», sagt Thomas Bolli, Mediensprecher der Alpeninitiative. «Wenn man die Strukturen der Leventina und des Oberen Reusstals betrachtet, stellt man fest, dass die Randregionen unter dem Strich nicht vom Durchgangsverkehr profitieren können.» Der Transitverkehr nütze vor allem den Zentren. Bolli kann zwar nachvollziehen, dass im Gremium der SAB verschiedene Meinungen vertreten sind. «Aber weshalb hält man sich in dieser Frage nicht zurück, wie das etwa der Städteverband macht, in dem auch unterschiedliche Meinungen vorhanden sind?»

Fehlt das ökologische Gespür?

Auch Ständerat Markus Stadler, der sich im Nein-Komitee engagiert, kritisiert die SAB. «Dass die Meinung des Urner Volks, welches zuletzt bei der kantonalen Abstimmung 2012 gegen eine zweite Röhre gestimmt hat, nun übergangen wird, ist bedenklich», sagt er. «Aber wenn man das Thema etwas genauer betrachtet, dann liegt auf der Hand, wie die Haltung der SAB zu Stande kommt. Das Wallis und Graubünden wollen den Verkehr auf Uri abschieben, obwohl Uri sich schon mehrfach gegen die zweite Röhre gestellt hat.» Stadler will die Leistungen der SAB nicht schmälern. «Viele Aktionen sind sehr gelungen», sagt er. «Aber generell stelle ich fest, dass dem SAB für ökologische Anliegen das Gespür fehlt. Wenn es um die Berücksichtigung der Natur geht, bräuchte es in der Bergregion einen Gegenpol.»

SAB-Präsident ist der Urner Ständerat Isidor Baumann. Er betont, dass im Vorstand alle Gebirgsregionen und alle Parteien vertreten seien. «Sie haben den Entscheid zur zweiten Röhre gemeinsam gefällt.» Natürlich hätten auch die Interessen vom Wallis und von Graubünden zur Ja-Parole beigetragen, so Baumann. «Es stellte sich aber allgemein die Frage, ob Stau dem Alpenschutz mehr dient als rollender Verkehr. Oder ob es mehr bringt, die Fahrzeuge zu Umwegen zu zwingen, statt sie durch einen Tunnel zu führen.» Auf die konkrete Kritik der Alpeninitiative will Baumann nicht näher eingehen. «In der Frage um den Alpenschutz werden sich die Geister ewig scheiden. Wenn wir es immer allen recht machen möchten, dann wäre Schweigen das richtige Instrument. Aber dann braucht es keine Organisation mehr.»

Regierung bleibt bei den Beiträgen

Für die Urner Regierung gibt es keinen Grund, die Unterstützungsbeiträge für die SAB zu streichen, auch wenn die Auffassungen der SAB nicht immer mit der offiziellen Regierungsratsmeinung übereinstimmen. Dies sagte Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind an der Mai-Session des Landrats. Damals ging es um den Entscheid der SAB, die Geschäftsstelle des Vereins Schweiz gegen Grossraubtiere zu übernehmen.

«Der Kanton Uri unterstützt die SAB seit 1943, es wurden immer positive Erfahrungen gemacht», sagt Regierungssprecher Adrian Zurfluh. Gerade wenn es um Vernehmlassungen gehe, biete die SAB Orientierung. Des Weiteren lanciere sie wichtige Projekte mit Urner Beteiligung und verfüge über ein nützliches, grosses Netzwerk. «Dass solche Institutionen wie die SAB, die sich auch politisch äussern, vom Kanton Uri unterstützt werden, ist nichts Aussergewöhnliches», stellt Zurfluh klar. So erhält etwa auch die internationale Vereinigung der Regionen Europas Beiträge. Kein Geld erhält die Alpeninitiative. «Wir finanzieren uns ausschliesslich über Mitgliederbeiträge und Spenden», betont Mediensprecher Bolli, «nur so können wir politisch unabhängig bleiben.» Wer die Ansichten der Alpeninitiative nicht mehr teile, könne einfach zum Verein austreten. «Diese Möglichkeit haben die Steuerzahler im Fall der SAB nicht.»

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