Zwischenfall bei Pendelbahn auf den Gurschen: «Unerwartet heftige» Windböe war die Ursache

Bei einem Vorfall wurde die Kabine der Pendelbahn zwischen Andermatt und Gurschen beschädigt. Gemäss Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle war ein Reagieren auf eine plötzlich aufkommende Windböe nicht möglich.

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Die Pendelbahn von Andermatt auf den Gurschen.

Die Pendelbahn von Andermatt auf den Gurschen.

Bild: Urs Hanhart
(Andermatt, 5. Juni 2018)
(MZ/lur)

Die Pendelbahn zwischen Andermatt und dem Gurschen ist eine der wichtigsten Verbindungen der Skiarena. Ende Februar stand diese jedoch für drei Tage still. Eine starke Windböe hatte am Morgen des 26. Februars die Kabine erfasst und an den untersten Mast gedrückt.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) schildert den Hergang nun in ihrem Bericht, der kürzlich erschienen ist. Auf ihrer Talfahrt näherte sich die Kabine dem besagten Seilmast. Kurz davor wurde sie von einer Windböe erfasst. Dabei wurde die Kabine nach vorne geschwenkt, wobei sich ein Fuss der Kabine im unteren Teil des Mastes verfing und dort zunächst hängen blieb. Weil die Kabine nun in einer Schräglage am Seil hing, wurden die Schutzrohre auf dem Dach der Seilbahnkabine beschädigt.

Kabine kippte nach vorne

Das Seil bewegte sich nach wie vor weiter, wodurch die hängen gebliebene Kabine nun in die andere Richtung in Schieflage geriet – und so nach vorne kippte. Schliesslich löste sich die Kabine wieder vom Mast und schwang sich wiederum nach vorne in Fahrtrichtung. Dabei berührte das Kabinendach die Tragseile und das Zugseil. Dies bewirkte eine Stromstörung. Nun wurde die Anlage per Nothalt gestoppt.

In der Seilbahnkabine fuhr einzig ein Begleiter mit. Die heftigen Bewegungen der Kabine brachten ihn zu Fall und er verlor damit die Kontrolle über die Steuerung. Der Mann konnte die Bahn somit nicht selber stoppen. Verletzt habe er sich nicht.

Die Kollision der Seilbahnkabine mit dem Mast ist gemäss dem Bericht der Sust auf eine «unerwartet heftige» Windböe zurückzuführen. «Die Untersuchung zeigte, dass die Windgeschwindigkeiten bis unmittelbar vor dem Ereignis unkritisch waren.» Ein Reagieren auf die «unvermittelt aufkommende Windböe» sei daher nicht möglich gewesen.

Talstation war nicht besetzt

In der Seilbahnkabine wie auch in den Stationen sind Kontrolllampen vorhanden, die das Erreichen oder Überschreiten des Warnwerts (Windgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern) beziehungsweise des Alarmwerts (Windgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern) anzeigen, so der Bericht. Die gemessenen Windgeschwindigkeiten lagen aber deutlich unter der Warnschwelle. Rund eine halbe Stunde vor dem Ereignis sei im Abstand von etwa zehn Minuten je ein kurzzeitiger Anstieg der Geschwindigkeiten in den Bereich der Warnschwelle registriert worden.

Die Bergstation war mit einem Maschinisten besetzt, der auch die Funktion des stellvertretenden technischen Leiters innehatte. Die Talstation war hingegen nicht besetzt. Bedient wird die Bahn primär durch die Kabinenbegleiter über die Steuerung in den Seilbahnkabinen selber.

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