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VATIKAN: Ein Kochbuch für Papst Franziskus

Grosse Ehre für den Küssnachter Erwin Niederberger (36). Der Co-Autor des Schweizergarde-Kochbuchs durfte gestern sein Werk Papst Franziskus übergeben.
Flurina Valsecchi und Guy Studer
Gardist David Geisser (in Uniform) und Gardist Erwin Niederberger (Mitte), die beiden Autoren, übergeben auf dem Petersplatz Papst Franziskus ein Exemplar ihres Kochbuchs. (Bild «L’Osservatore Romano»)

Gardist David Geisser (in Uniform) und Gardist Erwin Niederberger (Mitte), die beiden Autoren, übergeben auf dem Petersplatz Papst Franziskus ein Exemplar ihres Kochbuchs. (Bild «L’Osservatore Romano»)

«Wir haben vermutet, dass das Buch auf grosses Interesse stossen wird, aber einen solchen Rummel haben wir nicht erwartet», sagt Erwin Niederberger am Telefon. Doch beginnen wir von vorn: Der Zürcher David Geisser (24) dient seit Februar 2013 in der Schweizergarde im Vatikan. Er hatte zuvor schon zwei Kochbücher mit Erfolg geschrieben, und so entstand im Vatikan die Idee, dass Geisser ein weiteres Rezeptbuch, dieses Mal über die päpstliche Schweizergarde (Titel: «Buon Appetito»), schreiben sollte (Ausgabe vom 26. Oktober).

Seit 15 Jahren im Dienst des Papstes

Und da kam Erwin Niederberger ins Spiel. In Küssnacht am Rigi ist er aufgewachsen, seine Familie (mütterlicherseits Ehrler) ist im Ort bestens bekannt, da sie über Generationen das Zunfthaus zum Hirschen geführt hat. Der heute 36-Jährige dient bereits seit 1999 in der Schweizergarde, unterdessen im Rang des Wachtmeisters. Daniel Anrig, Kommandant der Schweizergarde, beauftragte Niederberger, das Kochbuchprojekt zu leiten.

Zuerst sei er nicht sehr begeistert gewesen, erinnert sich Niederberger. Er sei skeptisch gewesen, ob im grossen Markt der Kochbücher ein Gardisten-Rezeptbuch überhaupt eine Chance haben könne. Doch dann habe auch ihn die Begeisterung gepackt. Gut ein Jahr lang hat er einen grossen Teil seiner Freizeit in das Projekt gesteckt. Während sich Geisser auf die Rezepte konzentrierte, schrieb Niederberger die Einführung und alle Begleittexte. Herausgegeben wurde das Buch vom Weber-Verlag aus Gwatt bei Thun.

Das Echo auf das Buch ist nicht nur in der Schweiz gross. An einem einzigen Tag zählte der Verlag nach der Vernissage rund 450 Artikel in englisch-sprachigen Medien. Sogar der englische TV-Sender BBC machte ein Interview. Nun überlegt sich der Verlag, das Buch in andere Sprachen, zum Beispiel Italienisch oder Französisch, zu über­setzen.

Papst mag «sein» Menü

Gestern nun hatten die beiden Co-Autoren Geisser und Niederberger sowie Katarzyna Artymiak, die Fotografin des Buches, einen wichtigen Termin. Sie durften ihr Kochbuch an der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz Papst Franziskus übergeben.

Begeistert berichtet Erwin Niederberger danach am Telefon: «Wir haben ihm das Buch vorgestellt und hatten kurz Zeit, es aufzuschlagen und darin zu blättern.» Die rund zwei bis drei Minuten hätten gereicht, um Papst Franziskus das ihm gewidmete Dreigang-menü zu zeigen. Dieses enthält unter anderem Argentinische Empanadas (Blätterteigtaschen, gefüllt mit Cherry-Tomaten und Kapern) auf Peperonisalat. Niederberger: «Er sagte uns, dass er das sehr gerne esse.» Auch die Idee zum Kochbuch habe der Papst gelobt. «Er verriet uns zudem, dass er bereits in der Vatikanzeitung ‹L’Osservatore Romano› über das Buch gelesen habe.»

Als Schweizergardist kennt Niederberger den Papst zwar bereits aus nächster Nähe. «Trotzdem ist es sehr speziell, wenn man dem Heiligen Vater an einer Audienz ein Geschenk überreichen darf.» Am Samstag dürfen Niederberger, Geissler und Artymiak das Buch zudem auch dem emeritierten Papst Benedikt XVI. überreichen.

Lehre in Zug absolviert

Niederbergers Lieblingsgericht im Buch ist der Schokolade-Amaretto-Kuchen, wie er verrät. Kein Wunder bevorzugt er ein Dessert, schliesslich hat er in Zug eine Lehre als Konditor-Confiseur (im ehemaligen Löwenbeck auf dem Landsgemeindeplatz) absolviert. Nach Hause komme er noch immer gerne in die Ferien, ein Heimweh-Schwyzer sei er geblieben. Gleichzeitig schwärmt er aber von seiner Arbeit. Der Job sei sehr abwechslungsreich, man sei immer mitten im Geschehen des Vatikans. Jeder Tag sei wieder anders. Besonders spannend sei das internationale Umfeld, in dem er sich bewege. «Ich habe schon fünf Mal einen Präsidenten von Amerika ganz nah erlebt.»

Auch zum «Heiligen Vater», wie Niederberger konsequent Papst Franziskus nennt, habe er ein sehr gutes Verhältnis. Sehr nahe erlebe er den Papst zudem, weil die Schweizergarde auch im Gästehaus Santa Marta, wo der Papst wohnt, ihren Dienst absolviere. Mehr aber ist Niederberger nicht zu entlocken – Diskretion ist schliesslich das höchste Gebot eines Schweizergardisten.

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